Hendrik Pekeler im Interview "Wir sind bereit für den großen Coup"

Gabriela Thoma

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Hendrik Pekeler ist in der deutschen Abwehr unverzichtbar. Foto: imago/ RevierfotoHendrik Pekeler ist in der deutschen Abwehr unverzichtbar. Foto: imago/ Revierfoto

Köln. Hendrik Pekeler ist im Innenblock neben seinem Kieler Vereinskollegen Patrick Wiencek einer der Erfolgsgaranten für die »Wahnsinns-Abwehr« der deutschen Handballer bei der WM. Das Ziel bei der WM hat der 27-Jährige klar vor Augen: "Wir sind bereit für den großen Coup«, sagte Pekeler im Interview.

Hendrik Pekeler, gegen Weltklasseteams wie gegen Kroatien oder Frankreich und überhaupt in jedem Spiel bei der WM, so wie Sie vorne wie hinten ständig alles zu geben, reichen da Ihre Kräfte für die anstehenden großen Aufgaben? 

Ja, meine Kräfte und unsere Kräfte insgesamt reichen noch. Es ist zwar unglaublich kräftezehrend in den WM-Spielen hinten wie vorne das Pensum zu absolvieren. Deshalb gehe ich jetzt oft schon Anfang des Spiels raus und Jannik Kohlbacher kommt am Kreis rein. Wir konzentrieren uns ja hauptsächlich auf die Abwehr, denn das ist das Wichtigste. Wir wissen, dass wir vorne nicht die beste Mannschaft sind, aber hinten wahrscheinlich schon und deshalb legen wir da alles hinein. Es ist einfach leichter, Bälle zu verteidigen, als Tore zu werfen und deshalb ist es trotz der Anstrengung nicht schwer, sich für weitere Abwehraufgaben zu motivieren. Wichtig ist, dass wir in den nächsten Spielen überhaupt schnell in unser Abwehrspiel kommen und nicht einfache Tore aus der ersten, zweiten, oder dritten Welle kassieren. Wenn wir in der Abwehr stehen, sind wir nur schwer zu bezwingen.

Aber es wird mit Blick aufs Halbfinale auch wichtig sein, das vorhandene Potenzial im Angriff endlich abzurufen. 

Das Spiel gegen Kroatien war unser siebtes Spiel innerhalb von 12 Tagen. Da ist klar, dass die Kräfte schwinden und das wirkt sich vor allem in der Offensive aus. Keine andere Mannschaft kann in der Offensive gerade noch ihre Kräfte komplett ausspielen. Man wird ein Stück weit müder und springt im Angriff vielleicht die ein, zwei Zentimeter weniger weit, weil man die Kraft dazu nicht mehr hat und dementsprechend ändert sich der Wurf. Trotzdem müssen wir einfach schauen, dass wir unsere klaren Dinger alle rein machen und nicht auslassen. Außerdem sieht man, dass auch unsere Torhüter - vor allem der Andy Wolff - noch ein paar Prozentpunkte drauflegen können, und dann wird es unheimlich schwierig, uns in Angriff wie Abwehr zu besiegen.

Hendrik Pekeler liegt mit 17 Treffern auf Rang drei der DHB-Torschützenliste. Foto: Witters/ Stephane Mantey


Wie regeln Sie als Innenblocker Ihre Ansagen, wenn Sie fließend im hohen Schlagabtausch eines Spiels zwischen verschiedenen Abwehrformationen wechseln?

Wir haben Kurzkommandos, die alle kennen. Und wir agieren ja nicht nur in der 3:2:1-Formation oder der 6:0-Kombination, sondern auch in Unterzahl und anderen Möglichkeiten, sodass wir mal einen Halbverteidiger nach vorne schicken, einen nach hinten Mitte oder man geht selbst nach vorne und lässt sich fallen. Alle wissen immer genau, was zu tun ist.

Charakterisieren Sie die möglichen deutschen Halbfinal-Gegner.

Dänemark ist mit das beste Team bei dieser WM und hat wie wir einen Heimvorteil. Norwegen kommt über viel Tempo. Da müssen wir einen guten Rückzug hinlegen. Die Schweden kommen wie wir über eine starke Abwehr.

Sind Sie bereit für den großen Coup?

Ja.


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