DHB-Team mit 24:19-Sieg gegen Island Handball-WM: "Bam Bams" großer Auftritt – Gänsehautmoment in der Pause

Kim Patrick von Harling und dpa

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Hendrik Pekeler und die deutsche Nationalmannschaft lieferten sich einen großen Kampf gegen Island. Foto: imago/wolf-sportfotoHendrik Pekeler und die deutsche Nationalmannschaft lieferten sich einen großen Kampf gegen Island. Foto: imago/wolf-sportfoto

Köln. Wichtige Punkte hat das DHB-Team am Samstag gegen Island gesammelt. Die "Bad Boys" stehen nun bei 5:1 Punkten.

Der erste Schritt in Richtung Halbfinale der Handball-Weltmeisterschaft ist getan: Gegen Island gewann die deutsche Nationalmannschaft mit 24:19 am Samstagabend in Köln. Durch den Erfolg über die Nordlichter steht der Gastgeber bei 5:1 Punkten in der Hauptrunde. Das DHB-Team spielte sich phasenweise in Ekstase.

Ergebnis des Abends

Spieler des Abends

Patrick Wiencek alias "Bam Bam" überzeugte gegen Island. Foto: Imago/Bernd König

Im Alleingang eroberte Patrick Wiencek die Herzen der Zuschauer in der Kölner Lanxess Arena. Der massive Kreisläufer selbst animierte die Zuschauer bei jeder gelungenen Aktion. Wiencek machte in der Defensive ein bärenstarkes Spiel, brachte die Isländer an die Grenze der Verzweiflung. Zudem markierte die Nummer sieben sechs Treffer.

Szene des Abends

Was für ein Gänsehautmoment! Am Samstag feierte Joachim "Jo" Deckarm seinen 65. Geburtstag. In der Halbzeitpause wurde der Weltmeister-Held von 1978 von den Zuschauern mit Leuchtstäben und einem Geburtstagslied gefeiert. Deckarm, der seit einem Sportunfall im Rollstuhl sitzt, durfte die große Bühne vom Mittelkreis aus genießen.

Zum Spiel

Am Vormittag hatte Prokop seinen ersten Joker gezogen und für WM-Neuling Franz Semper Europameister Kai Häfner ins Aufgebot berufen. Der 29-Jährige von der TSV Hannover-Burgdorf saß wie Steffen Weinhold, der nach seiner im Frankreich-Spiel erlittenen Zerrung im Adduktorenbereich noch etwas geschont werden sollte, zunächst aber auf der Bank.

Beflügelt von der begeisternden Stimmung auf den Rängen legte die DHB-Auswahl einen guten Start hin. Beim 5:2 (7. Minute) gelang die erste Drei-Tore-Führung. Zwei Zeitstrafen nacheinander und einige Fehlwürfe begünstigten dann jedoch einen 4:0-Lauf der Isländer zum 5:6 (13.).

Prokop reagierte mit einer ersten Auszeit. "Jungs, ganz wichtig: Bei uns bleiben, uns nicht verrückt machen lassen", schwor der Bundestrainer seine Schützlinge ein. Doch es blieb vorerst eng, weil die Isländer in der Abwehr beherzt zupackten und der deutschen Offensive kaum Lücken boten.

Das änderte sich erst nach einigen personellen Veränderungen im deutschen Team. Kreisläufer Jannik Kohlbacher verteidigte nun auf der Halb-Position und stabilisierte die Abwehr, im Angriff sorgte Häfner für Belebung. Zudem steigerte sich Torwart Andreas Wolff.

Danach ging es in Hochstimmung weiter. Auch wenn nicht alles rund lief, baute das deutsche Team den Vorsprung beim 16:11 (36.) erstmals auf fünf Treffer aus.Dank einer weiter starken Abwehrleistung geriet die DHB-Auswahl jedoch nicht mehr in Gefahr und wurde schon vor dem Abpfiff von den begeisterten Fans gefeiert.

Kuriosität des Abends

Torhüter Bjoergvin Gustavsson (links) im Duell mit Hendrik Pekeler.

Er ballte die Fäuste, riss seine Augen weit auf und schrie seine Vorderleute an – Bjoergvin Gustavsson. Zugegeben, keine außergewöhnlichen Aktionen eines Handball-Torhüters. Doch der isländische Keeper machte nicht nur mit seiner Leistung auf sich aufmerksam, viel mehr überraschte der Torhüter das deutsche Publikum mit seinem Trikot. Üblicherweise tragen die Torhüter langärmlige Oberteile, damit auch die Arme vor den heranfliegenden Bällen geschützt sind. Nicht so Gustavsson: Der Isländer trug – wie im gesamten Turnier – kurzärmlig. Dass Handball-Torhüter besondere Spieler sind, ist kein Geheimnis. Gustavsson stellt in dieser Kategorie jedoch nochmal eine Ausnahme dar.

Tweets des Abends

Stimmen zum Spiel

Christian Prokop (Nationaltrainer, Deutschland): "Das ist die schönste Zeit, die wir erleben. Wenn man von privaten Glücksmomenten absieht, ist das beruflich die schönste Zeit in unserem Leben. Das ist für uns alle eine Wahnsinns-Geschichte."

Paul Drux (Aufbauspieler, Deutschland): "Es ist der Wahnsinn! Ich verstehe kaum mein eigenes Wort, ich habe so etwas noch nie erlebt."

Fabian Böhm (Rückraum links, Deutschland): "Es war gefühlt so, als hätten nicht 19.250, sondern 50.000 Menschen mitgesungen."


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