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Mannheim, Oberhausen, Essen und Co. In der Versenkung verschwunden: Das wurde aus den Fußball-Traditionsvereinen

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Viele Traditionsvereine fristen mittlerweile in unterklassigen Ligen ihr Dasein. Foto: imago/Jan HuebnerViele Traditionsvereine fristen mittlerweile in unterklassigen Ligen ihr Dasein. Foto: imago/Jan Huebner

Hamburg. Mit dem Wuppertaler SV und Wattenscheid 09 stehen derzeit zwei Traditionsvereine vor dem Aus. Wie ist es anderen Kult-Vereinen ergangen, die in der deutschen Fußball-Geschichte einst eine wichtige Rolle gespielt haben? Ein Überblick.

Mit dem Wuppertaler SV und der SG Wattenscheid 09 stehen gegenwärtig zwei sogenannte Traditionsvereine vor dem Aus. Beide Clubs leiden unter massiven finanziellen Problemen – die Insolvenz droht. Es wäre der der nächste Schritt des Niedergangs der früheren Bundesligisten, die mittlerweile bis in die Regionalliga durchgereicht wurden.

Wuppertal und Wattenscheid sind bei weitem nicht die einzigen Vereine, die auf eine lange und stolze Vergangenheit zurückblicken können, aber mittlerweile in der sportlichen Versenkung verschwunden sind. Sehen Sie folgend, was aus vielen ehemaligen Bundesliga- oder Zweitliga-Vereinen geworden ist, die mittlerweile unterhalb der dritten Liga gelandet sind:

SV Waldhof Mannheim (Gründungsjahr 1907)

Zwischen 1983 und 1990 spielten die Kurpfälzer in der Bundesliga – unvergessen bei Fußball-Romantikern dürfte Kult-Trainer Klaus "Schlappi" Schlappner sein, der charismatische Coach mit dem unverwechselbaren Mannheimer Dialekt, der die Blau-Schwarzen sieben Jahre lang trainierte.

Klaus Schlappner war zwischen 1980 und 1987 Trainer des SV Waldhof Mannheim. Foto: imago/WEREK

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga wurde der Verein seiner Bedeutung in der Region Rhein-Neckar nie wieder gerecht, zeitweise rutschte der immer wieder von finanziellen Nöten geplagte Traditionsclub bis in die Oberliga ab. Trotzdem verfügt Waldhof bis heute über eine massive Fanbasis, nach der man sich auch beim ungeliebten (aber erfolgreichen) Nachbarn 1899 Hoffenheim die Finger leckt. Doch ausgerechnet den Hoffenheimern haben es die Waldhöfer unter anderem zu verdanken, dass sie heute in der Regionalliga Südwest um den Aufstieg kämpfen dürfen: 2006 verhinderte eine kurzfristige Finanzspritze über 500.000 Euro von Mäzen Dietmar Hopp die Insolvenz der Mannheimer.

In die aktuelle Saison startete Waldhof mit drei Minuspunkten, nachdem es bei den erfolglosen Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den KFC Uerdingen in der vergangenen Saison zu heftigen Ausschreitungen gekommen war. Dennoch ist die von Trainer Bernhard Trares gecoachte Mannschaft derzeit mit fünf Punkten Vorsprung Tabellenführer.

Rot Weiß Oberhausen (Gründungsjahr 1904)

Zwischen 1969 und 1973 war Rot-Weiß Oberhausen Mitglied der Bundesliga, später kam der Club nicht mehr über einige Jahre in der 2. Bundesliga hinaus. Seit 2012 spielt Rot-Weiß nun in der Regionalliga West und mischt in dieser Saison um den Aufstieg in die 3. Liga mit. Größter Erfolg des Vereins war in der Saison 1998/99 das Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales (1:3 gegen den FC Bayern).

Eine Szene aus dem DFB-Pokal-Halbfinale 1999: Bayerns Alexander Zickler (l.) und Oberhausens Daniel Scheinhardt bei der unterschiedlichen Ausübung ihres Berufs. Foto: imago/Uwe Kraft

Unter dem schillernden Präsidenten Hajo Sommers sind die Kleeblätter seit einigen Jahren gefestigt, es bleibt sogar Zeit zur Solidarität. Unter dem Motto "Tradition verbindet" haben die Oberhausener ihrem Reviernachbarn Wattenscheid 09 Hilfe angeboten. „Wir wissen selber nur zu gut wie sich Überlebenskampf anfühlt und wie wichtig die Hilfe von außen ist. Wir sehen es als unsere Pflicht an, dass sich Traditionsvereine gegenseitig im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen. Mit der SG Wattenscheid verbindet uns eine mehr als 40-jährige Geschichte und wir hoffen auf viele weitere gemeinsame Jahre.“ erklärte Hajo Sommers auf der vereinseigenen Webseite. Zur finanziellen Unterstützung versteigerte Rot-Weiß einige seiner Trikots.

1. FC Saarbrücken (Gründungsjahr 1903)

Fünf Jahre lang spielten die Saarländer in der Bundesliga – 19664, 1976 bis 1978, 1985/86 und 1992/93. In den 30er Jahren zählte der FCS zu den besten Vereinen in Deutschland, wurde 1943 und 1952 Vizemeister und war 1963 eines der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga.

Eine Szene aus der Bundesliga-Saison 1992/93: Saarbrückens US-amerikanischer Stürmer Erik Wynalda im Duell mit Borussia Dortmunds Ned Zelic. Foto: imago/Stockhoff

Nach dem letzten Bundesliga-Abstieg 1993 rutschte Saarbrücken zeitweise bis in die Oberliga ab. Im vergangenen Sommer verpasste der Club in den Relegationsspielen gegen den TSV 1860 München den Aufstieg in die 3. Liga und nimmt in dieser Saison in der Regionalliga einen neuen Anlauf. Für die Zukunft scheint der FCS mit seinem eigenen Nachwuchsleistungszentrum gut aufgestellt zu sein: Die Jugendmannschaften des Clubs spielen in ihren jeweiligen Ligen eine gute Rolle, finanziell steht der Verein auf einer soliden Basis.

Alemannia Aachen (Gründungsjahr 1900)

1969 wurde die Mannschaft vom alten Tivoli in der Bundesliga Vizemeister – der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Jahr darauf folgte der Abstieg, dennoch spielte die Alemannia im hochklassigen deutschen Fußball jahrzehntelang immer wieder eine Rolle. Zuletzt spielte der Verein in der Saison 2006/2007 in der Bundesliga.

Der Bau des "Neuen Tivoli" war einst zuviel für Alemannia Aachen. Foto: imago/Norbert Schmidt

Doch neben dem fortan sportlichen Abstieg übernahm sich der Klub mit dem Bau der neuen Spielstätte "Neuer Tivoli" und rutschte in den vergangenen Jahren sportlich und finanziell in tiefe Krisen: Innerhalb der vergangenen sechs Jahre wurden zwei Insolvenzverfahren gegen den Club eröffnet. Der "Neue Tivoli" gehört mittlerweile der Stadt Aachen, sportlich rangiert die Alemannia im Mittelfeld der Regionalliga West.

Stuttgarter Kickers (Gründungsjahr 1899)

1988/89 und 1991/92 gehörten die Stuttgarter Kickers zur Bundesliga, ansonsten verbrachten die Schwaben die 70er, 80er und 90er Jahre vornehmlich in der 2. Bundesliga. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war das Erreichen des DFB-Pokal-Finales als Zweitligist im Jahr 1987, als der Club im Berliner Olympiastadion dem Hamburger SV mit 1:3 unterlag.

Dirk Kurtenbach traf im Pokalfinale 1987 zur Führung für Zweitligist Stuttgarter Kickers gegen den HSV und Keeper Uli Stein. Am Ende siegten die Hamburger mit 3:1. Foto: imago/Kicker/Eissner, Liedel

Seit Beginn des neuen Jahrtausends haben die Kickers, die ihre sportliche Heimat direkt unter dem Stuttgarter Fernsehturm haben, sportlich immer weniger Erfolg: Im vergangenen Sommer stürzten sie in die Oberliga ab, kämpfen dort aber gegenwärtig als Tabellenzweiter um den sofortigen Wiederaufstieg.

Tennis Borussia Berlin (Gründungsjahr 1902)

Gerade einmal zwei Saisons in der höchsten deutschen Spielklasse stehen auf dem Briefbogen des Berliner Fußballclubs: In den siebziger Jahren schaffte "TeBe" zwei Mal den Aufstieg (1974 und 1976), stieg aber jeweils sofort wieder ab. Fortan dümpelte der Club eher unterklassig, ehe er gegen Ende der 90er Jahre unter dem schillernden Präsidenten und Musikproduzenten Jack White noch einmal ein paar gute Jahre erlebte: So verpassten die Berliner 1994 knapp das DFB-Pokal-Finale in ihrer Stadt, als sie Rot-Weiß Essen im Halbfinale mit 0:2 unterlagen.

Musikproduzent Jack White war jahrelang Mäzen von Tennis Borussia Berlin. Foto: dpa/Soeren Stache/lbn

Als der umstrittene Hauptsponsor "Göttinger Gruppe" im Jahr 2000 mit dem Versuch scheiterte, aus Tennis Borussia eine Aktiengesellschaft zu machen, erhielt der Club keine Lizenz mehr für den Profifußball. Fortan pendelte der Verein zwischen 4. und 6. Liga in Berlin. Derzeit rangiert "TeBe" in seiner vierten Oberligasaison in Folge auf Platz 2.

1. FC Lokomotive Leipzig (Gründungsjahr 1966)

National feierte der 1. FC Lokomotive Leipzig nie die ganz großen Triumphe. Auf Grund seines vergleichsweise späten Gründungsjahres (1966) gehen die Sachsen möglicherweise bei dem einen oder anderen Fußballfan gar nicht als Traditionsverein durch. Doch trotz seiner jungen Geschichte hat der Verein bereits mehrfach Geschichte geschrieben. In den 80er Jahren ärgerte der Club mehrmals den Abonnementsmeister Dynamo Berlin in der DDR Oberliga, gewann aber nie die Meisterschaft. Dafür sorgte "Loksche", wie der Verein von seinen Fans liebevoll genannt wird, international für Aufsehen. 1987 erreichte Lok das Finale im Europapokal der Pokalsieger gegen Ajax Amsterdam, unterlag jedoch knapp (0:1).

Die Startelf von Lok Leipzig im Europapokalfinale 1987 gegen Ajax Amsterdam. Foto: imago/VI Images

Nach dem Mauerfall nannte sich der 1. FC Lokomotive Leipzig 1991 in VfB Leipzig um, in Erinnerung an den dreimaligen deutschen Meister VfB Leipzig, der von 1893 bis 1946 bestanden hatte. Zwei Jahre später stieg der Club auf und spielte für ein Jahr lang in der Bundesliga, stieg dort aber nach nur drei Siegen und elf Unentschieden als Tabellenletzter ab. Fünf Jahre lang hielt sich der Verein daraufhin in der 2. Bundesliga, ehe 1998 der Abstieg in die Regionalliga Nordost und wiederum zwei Jahre später der Absturz in die Oberliga folgte: Der Schuldenberg der Sachsen war bis hierhin auf bis zu 17 Millionen D-Mark angewachsen. In den Folgejahren gelang weder die finanzielle, noch die sportliche Konsolidierung, so dass 2004 ein neuerlicher Insolvenzantrag gestellt werden musste. Eine Gläubigerversammlung entschied in diesem Sommer die Auflösung des Vereins.

Als Nachfolgeverein wurde von 13 VfB-Fans wiederum der 1. FC Lokomotive Leipzig gegründet. Ein neuer Verein mit altem Namen. Von der 3. Kreisklasse Leipzig marschierte der Verein bis heute über fünf Klassen bis in die Regionalliga Nordost, wo "Loksche" derzeit auf dem 8. Platz rangiert.

Kickers Offenbach (Gründungsjahr 1901)

Die glorreichen Jahre der Offenbacher Kickers liegen lange zurück: In den 70er und 80er Jahren spielte der Verein insgesamt sieben Saisons in der Bundesliga. Seither pendeln die Hessen zwischen Regionalliga und 2. Bundesliga, wobei die bislang letzte Teilnahme an der zweithöchsten deutschen Spielklasse nun auch schon knapp elf Jahre zurück liegt.

Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion, das Nachfolgestadion vom legendären Stadion am Bieberer Berg in Offenbach. Foto: imago/Hartenfelser


In den Folgejahren kehrte am Bieberer Berg keine Ruhe mehr ein: Ein Stadionneubau, Unregelmäßigkeiten bei der Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft und finanzielle Probleme führten unter anderem dazu, dass der Club 2013 keine Lizenz mehr für die 3. Liga erhielt und in die Regionalliga Südwest absteigen musste. Dort spielen der Pokalsieger von 1970 bis heute –gegenwärtig steht er auf Platz 4.

SSV Ulm 1846 (Gründungsjahr 1970)

Wer sich mit der Geschichte des SSV Ulm 1846 beschäftigt, der begibt sich auf einen Streifzug durch sämtliche Fußball-Ligen Deutschlands. Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Bundesliga-Saison 1999/2000, die die "Spatzen" für ein Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse sah.Überhaupt waren die 90er Jahre das goldene Jahrzehnt für die Ulmer, die sich innerhalb von nur sechs Jahren von der Oberliga Baden-Württemberg bis in die Bundesliga kämpften. Doch noch schneller folgte das Durchreichen zurück nach unten: Den Abstieg aus der Bundesliga verkraftete der Club nicht und stieg auch im Folgejahr ab: Da für die Regionalliga (damals dritthöchste Spielklasse) die Lizenz nicht erteilt wurde, rutschte Ulm bis in die Verbandsliga ab.

Jubelnde Ulmer nach dem Sensationssieg in der ersten Runde des diesjährigen DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Dort wiederum erlebte man auf Anhieb einen großen Erfolg, als man in der ersten Runde des DFB-Pokals den Bundesligisten 1. FC Nürnberg ausschaltete – und das als Fünftligist. Der SSV Ulm wurde damit der bis heute niederklassigste Verein, der jemals ein Spiel im DFB-Pokal gewinnen konnte.

Apropos DFB-Pokal: Auch in dieser Saison sorgte der derzeitige Regionalligist mal wieder für Furore, als er in der 1. Runde keinen geringeren als den Titelverteidiger und die Überraschungsmannschaft der Bundesliga-Hinrunde, Eintracht Frankfurt, ausschaltete.

Borussia Neunkirchen (Gründungsjahr 1905)

Das Ellenfeldstadion, Heimat von Borussia Neunkirchen. Foto: imago/Jan Huebner

Als "One-Hit-Wonder" der 60er Jahre dürften böse Zungen die Borussia aus Neunkirchen bezeichnen: Immerhin drei Spielzeiten lang kickten die Saarländer in der Bundesliga, dazu noch drei Jahre in der damaligen 2. Bundesliga Süd. In den nachfolgenden Jahrzehnten spielte die Borussia überwiegend Regional- und Oberliga. Wegen finanzieller Probleme mussten die Saarländer im Jahr 2005 einmal sogar freiwillig auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichten. Mittlerweile ist Borussia Neunkirchen in der 6. Liga angelangt: Seit 2017 spielt sie in der Karlsberg-Liga Saarland.

BFC Dynamo (Gründungsjahr 1966)

Der zehnfache DDR-Meister (1979 bis 1988) blickt auf eine ruhmreiche Historie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs zurück. Durch die Funktion seines Ehrenvorsitzenden, Stasi-Chef Erich Mielke, hatte der Verein den Ruf als "Stasi-Verein" inne, der als internationales Aushängeschild aufgebaut werden sollte. Dort ist aber vor allem das spektakuläre Scheitern in der 1. Runde des Europapokals der Landesmeister in Erinnerung geblieben: Nach einem furiosen 3:0 im Hinspiel in Berlin verlor Dynamo das Rückspiel bei Werder Bremen mit 0:5 und schied krachend aus.

Ein Bild von der legendären 0:5-Niederlage von Dynamo Berlin bei Werder Bremen im Jahr 1988: Bremens Jonny Otten (l.) will Andreas Thom den Ball abjagen. Foto: imago/WEREK

Nach dem Mauerfall fehlte dem Verein die politische Unterstützung, zudem verließen die besten Spieler wie Andreas Thom oder Thomas Doll den Verein. So verpasste der BFC die Qualifikation sowohl für die 1. wie auch die 2. Bundesliga. Seither pendeln die Berliner zwischen 3. und 5. Liga – derzeit startet das von Ex-Spieler Rene Rydlewicz trainierte Team in der Regionalliga Nordost, befindet sich dort aber in akuter Abstiegsgefahr.

Rot-Weiss Essen (Gründungsjahr 1907)

Deutscher Meister 1955, Deutscher Pokalsieger 1953 – rund um Deutschlands ersten WM-Gewinn im Jahr 1954 war Rot-Weiss Essen eines der Teams schlechthin in Deutschland – in den 60er und 70er Jahren spielte RWE dann insgesamt sieben Saisons in der Bundesliga, später folgten nur noch einige Zugehörigkeiten zur 2. Bundesliga, die längste zwischen 1981 und 1991. Anschließend entwickelte sich Rot-Weiss zur Fahrstuhlmannschaft und pendelte bis 2010 zwischen Oberliga, Regionalliga und 2. Bundesliga.

Horst Hrubesch ist einer der bekanntesten Spieler, die Rot-Weiss Essen je hervorgebracht hat. Foto: imago/Kicker/Liedel

2010 musste der Verein einen Antrag auf Insolvenz stellen und wurde in die 5. Liga strafversetzt – dort gelang dem neu zusammengestellten Team aber sofort die Rückkehr in die Regionalliga, in der man seither überwiegend im oberen Mittelfeld unterwegs ist. RWE gehört zu den Regionalligisten in Deutschland mit dem höchsten Zuschauerzuspruch: In der Regel kommen über 7.000 Zuschauer zu den Heimspielen ins Stadion Essen. In der aktuellen Saison belegt das von Trainer Rüdiger Neitzel betreute Team Platz 7.

Tasmania Berlin (Gründungsjahr 1900)

Tasmania Berlin spielte 1965/66 ein Jahr lang in der Bundesliga und gilt bis heute als das erfolgloseste Team in der höchsten deutschen Spielklasse. Der Club belegt den letzten Platz in der ewigen Bundesligatabelle, keine andere Mannschaft erzielte in einer Spielzeit weniger Tore als die Berliner (15), keiner kassierte so viele (108), keiner sammelte weniger Punkte (acht nach der Zwei-Punkte-Regel) und keiner kassierte mehr Niederlagen (28). Zudem ist Tasmania der einzige Bundesliga-Verein ohne Auswärtssieg.

Die Mannschaft von Tasmania Berlin in der Saison 1965/66. Foto: imago/Horstmüller
Hinzu kommt: Die Berliner mussten zwischen 14. August 1965 und 21. Mai 1966 auf einen Sieg warten – das bedeutet eine Negativserie von 31 Spielen. Das 0:9 im Heimspiel gegen den Meidericher SV bedeutet zudem die höchste Heimniederlage der Bundesliga-Geschichte. Die Kirsche auf der Negativrekord-Torte: Das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 15. Januar 1966 sahen 827 Zuschauer – Minusrekord.


Der Club verschwand nach dem Abstieg in der Versenkung und ist auch heute nur noch ein kleiner Amateurverein in der sechstklassigen Berlin-Liga, der auf Grund der vielen Rekorde aber dennoch bundesweit ein Begriff ist.


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