Weiterhin der Sportart treu Das machen die Handball-Weltmeister von 2007 heute

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Die Handball-Weltmeister von 2007 mit ihrem Trainer Heiner Brand (ganz links). Foto: dpa/Franz-Peter TschaunerDie Handball-Weltmeister von 2007 mit ihrem Trainer Heiner Brand (ganz links). Foto: dpa/Franz-Peter Tschauner

Hamburg. Vor zwölf Jahren wurde Deutschland das letzte Mal Handball-Weltmeister. Die Akteure von damals sind dem Sport auch heute noch verbunden.

Am Donnerstag begann die 26. Handball-Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Korea. Als Experte am Kommentatorentisch dabei: Markus Baur, der das deutsche Team im Jahr 2007 als Kapitän zum WM-Titel führte. 

Handball-Boom nach WM-Titel 2007

2007 holte Deutschland nach 1938 und 1978 die dritte Weltmeisterschaft und löste damit einen kurzzeitigen Boom aus. Die Bilder vom Finale mit den vollen Tribünen, einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer und den Spielern, die zur Siegerehrung mit schwarzen Schnauzbärten (als Hommage an den damaligen Bundestrainer Heiner Brand) kamen, sind heute noch präsent.

Und auch, wenn die meisten Spieler von damals ihre Karriere mittlerweile an den Nagel gehängt haben – genau wie Bauer ist von den weiteren damaligen Akteuren keiner so ganz vom Handball losgekommen. 

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Das machen die Weltmeister von 2007 heute

Bundestrainer Heiner Brand war der erste Handballer, der als Spieler und Trainer Handballweltmeister der Herren wurde. Die Trainerposition hatte er noch bis Juni 2011 inne. Anschließend war er bis 2015 Manager beim DHB für die Bereiche Nachwuchsförderung und Sponsoren. Er gibt außerdem Vorträge zum Thema Team-Building und -Motivation.

Als Kapitän führte Markus Baur das Team bei der WM 2007 zum Weltmeistertitel und zeigte sich im Finale als sicherer Siebenmeterwerfer. Von 2016 bis Februar 2018 war der ehemalige Rückraumspieler Trainer des Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. Im TV ist er während der WM als Experte für das ZDF tätig.

Torwart Henning Fritz galt vor dem Turnier lange als Wackelkandidat. Doch Trainer Brand setzte weiter auf seinen Routinier und wurde belohnt: In der Finalrunde zeigte Fritz wieder Weltklasseleistungen und hatte großen Anteil am Erfolg. Der 44-Jährige arbeitet als TV-Experte und gibt auf seiner Homepage an, Vorträge als Motivations-Coach zu halten. Er ist außerdem Botschafter für die diesjährige Handball-WM.

Die drei Torhüter des WM-Teams von 2007 (von links): Johannes Bitter, Carsten Lichtlein und Henning Fritz. Foto: imago/Sven Simon

Dominik Klein war der Jüngste im 2007er-Kader. Im vergangenen Sommer hat er seine Karriere beim französischen Verein HBC Nantes beendet und ist mit seiner Familie zurück nach Deutschland gekehrt. In seinem neuen Wohnort München will Klein den Handball populärer machen – unter anderem durch eine Kooperation mit dem FC Bayern, wie er kürzlich in einem Interview verriet. Er agierte im Vorfeld der WM 2018 als Botschafter der Stadt München und arbeitet als TV-Experte für die ARD. 

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Rechtsaußen Florian Kehrmann hatte mit Abstand die meiste Einsatzzeit bei der WM 2007. Im Finale erzielte der heute 41-Jährige einige wichtige Treffer. Auch heute ist er noch präsent in der Handball-Welt. Nachdem er im Mai 2014 seine Karriere als aktiver Spieler nach 15 Jahren beim TBV Lemgo beendet hatte, übernahm er im Dezember des selben Jahres das Traineramt seines ehemaligen Vereins. 

Noch immer aktiv ist Michael "Mimi" Kraus, der nach Klein der zweitjüngste Akteur im DHB-Team von 2007 war. Der damals 23-Jährige wurde sogar ins All-Star-Team des Turniers gewählt. Kurz vor der diesjährigen WM hatte sich das einst "größte Talent im deutschen Handball" sogar noch Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht. Ein Bruch der Mittelhand ließ diese Träume allerdings platzen. Kraus spielt in der Handball-Bundesliga seit 2016 für den TVB 1897 Stuttgart.

Die Weltmeister klebten sich alle einen schwarzen Schnauzer an – das Markenzeichen ihres Trainers Heiner Brand. Foto: imago/Laci Perenyi

Mit sechs Treffern war Pascal Hens zweitbester deutscher Werfer im Finale. Nach seiner aktiven Karriere ist Hens als Handball-Experte und als Gast in Talkshows häufig im TV zu sehen. Außerdem nahm er im vergangenen Jahr an der Wettkampfshow "Ewige Helden" teil, bei der ehemalige Profiathleten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten. Auch er ist Botschafter für die Heim-WM 2019.

Der heutige Teammanager der Nationalmannschaft Oliver Roggisch kassierte bei der WM 2007 die meisten Zwei-Minuten-Strafen des Turniers. Der ehemalige Kreisläufer arbeitet neben seiner Tätigkeit beim DHB außerdem als Sportlicher Leiter der Rhein-Neckar Löwen. 

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Eigentlich hatte Christian Schwarzer seine Karriere im Nationalmannschaftstrikot bereits 2004 beendet und war zunächst als TV-Experte bei der WM aktiv. Doch als Andrej Klimovets verletzt ausfiel, nominierte Brand den Kreisläufer nach. Ein Glücksgriff: Schwarzer glänzte als Motivator und Antreiber auf und neben dem Feld. Heute ist er Jugendkoordinator/-trainer des Handballverbandes Saar und führt Handball-Camps durch.

Lars Kaufmann und Oliver Roggisch mit dem WM-Pokal. Foto: imago/Laci Perenyi

Bei der SG Flensburg-Handewitt ist Rückraumspieler Holger Glandorf heute noch aktiv. Sein Vertrag wurde im vergangenen September noch bis 2020 verlängert. Als Torschütze war er wichtig auf dem Weg zum Titel 2007.

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Nachdem Henning Fritz im Finale verletzt ausgewechselt werden musste, sprang die Nummer 2 Johannes Bitter ein. Mit seinem Paraden sicherte er den Deutschen in der Schlussphase den Titel. Zwölf Jahre später gehört Bitter immer noch zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Im Verein spielt er beim TVB Stuttgart.

Mit seiner unkonventionellen Spielweise machte Rückraumspieler Christian Zeitz auch bei der WM 2007 auf sich aufmerksam. Von 2003 bis 2014 und von 2016 bis 2018 spielte Zeitz beim THW Kiel. Nach Streit um seinen Vertrag, der schließlich vor Gericht landete, verließ der heute 38-Jährige den Verein und ist seitdem in der 3. Liga bei der SG Nußloch aktiv. 

Jubel auch bei (von links) Dominik Klein, Henning Fritz und Christian Zeitz. Foto: imago/WEREK

Mit seinen extrem harten Würfen war Lars Kaufmann im deutschen Team ein guter Back-up-Spieler für Pascal Hens. Seine aktive Karriere beendete der heute 36-Jährige nach der Saison 2016/17 bei Frisch Auf Göppingen. Er hat BWL studiert und nach der Karriere in verschiedene Unternehmen reingeschnuppert. In einem Interview sagte er aber, dass er zwar eine neue Herausforderung suche, aber versuchen will, den Handball in irgendeiner Form in die Zeit nach der Karriere einzubauen.

Bei der WM 2007 hatte Michael Haaß die kürzeste Einsatzzeit aller deutschen Feldspieler. Während der K.o.-Spiele agierte er als Absicherung für Baur und Kraus. Heute ist der Rückraum-Spieler immer noch aktiv und Kapitän beim HC Erlangen. 

In der Abwehr war Torsten Jansen einer der Garanten dafür, dass die Gegner gar nicht erst zum Abschluss kamen. Nachdem er seine Karriere beendet hatte, agierte er zunächst als Co- und A-Jugend-Trainer beim HSV Hamburg. Seit März 2017 ist er dort Trainer der ersten Mannschaft. 

Torwart Carsten Lichtlein, Physiotherapeut Reinhold Roth, Florian Kehrmann und Dominik Klein auf dem Siegerpodest. Foto: imago/Sven Simon

Auch Andrej Klimovets ist dem Handball immer noch treu. Nachdem er seine Karriere im August 2013 bei der TSG Pforzheim beendete, übernahm er im direkten Anschluss das Traineramt des Vereins, der in der 3. Liga spielt. Bei der WM fiel er bereits nach dem zweiten Spiel mit einer Wadenverletzung aus und musste lange auf weitere Einsätze warten.

Mit 38 Jahren ist für Carsten Lichtlein noch nicht Schluss. Er ist weiterhin als Torwart beim VfL Gummersbach aktiv. Bereits jetzt steht fest, dass er im Sommer 2019 zum HC Erlangen wechseln wird. Aufgrund der guten Leistungen von Fritz und Bitter kam er 2007 zu keinem Einsatz.

Ebenfalls noch aktiv ist Sebastian Preiß, der insgesamt 145 Länderspiele für Deutschland bestritt. Preiß spielt seit drei Jahren für die HF Springe in der 3. Liga. 


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