Auslieferung an Bahrain droht Fußballprofi hat Todesangst – FIFA schaltet sich ein

Von dpa

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Die FIFA hat sich für einen inhaftierten bahrainischen Nationalspieler stark gemacht. Foto: dpa/Alexander Mysyakin/APDie FIFA hat sich für einen inhaftierten bahrainischen Nationalspieler stark gemacht. Foto: dpa/Alexander Mysyakin/AP

Bangkok. Ein bahrainischer Nationalspieler ist in Thailand festgenommen worden, dort droht ihm die Auslieferung in sein Heimatland. Jetzt schaltet sich die FIFA ein.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat sich für die sofortige Rückkehr eines bahrainischen Fußballprofis nach Australien eingesetzt – sonst droht dem ehemaligen Nationalspieler Hakeem Al Oraibi in seiner früheren Heimat Gefängnis. Der Mann sitzt seit Ende November in Thailand in Auslieferungshaft; der dortige Chef der Einwanderungspolizei bezeichnete das Vorgehen am Freitag als rechtmäßig. In Thailand wollte Al Oraibi mit seiner Frau eigentlich Urlaub machen. In Australien genießt er seit 2017 Flüchtlingsstatus.

Haftbefehl verstoße gegen Regeln zum Schutz von Flüchtlingen

Bahrain hat in Thailand die Auslieferung beantragt, deshalb schaltete sich die FIFA ein: Al Oraibi solle "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" nach Australien zurückkehren, wird der Weltverband am Freitag von der Nachrichtenagentur AP zitiert. Der Haftbefehl durch Interpol verstoße gegen die gültigen Regeln zum Schutz von Flüchtlingen.

"Ich bin hierher mit meinem australischen Pass gereist, nicht mit dem aus Bahrain", sagte Al Oraibi der WDR-Sendung "Sport inside" am Freitag in einem Telefongespräch aus seiner Gefängniszelle. "Ich habe Bahrain vor fast fünf Jahren verlassen, seitdem lebe ich in Australien. Ich habe ihnen hier gesagt, wenn sie mich nach Bahrain zurückschicken, werden sie mich dort töten."

Politisches Asyl in Australien

Al Oraibi war 2014 in Bahrain in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er an der Verwüstung einer Polizeistation beteiligt gewesen sein soll. Dies bestreitet er. Er sei in Bahrain gefoltert worden; nach seiner Inhaftierung 2012 floh Al Oraibi 2014 nach Australien, das ihm im vorigen Jahr politisches Asyl gewährte.


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