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Ex-Fußballstar im Rosenhof Basler ballert auf Osnabrücker Bühne: Leicht gewonnenes Heimspiel

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Auf der Bühne im Rosenhof: Mario Basler. Foto: Hermann PentermannAuf der Bühne im Rosenhof: Mario Basler. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Mario Basler zwischen klaren Ansagen und Krakeelen: Das kennt man vom Ex-Fußballprofi aus diversen Stammtischen und TV-Shows. Mario Basler allein auf der Bühne: Das ist neu - zumindest, wenn sie kein Rasenspielfeld ist und der Ball fehlt. Am Montagabend feierte Mario Basler als Krawall-Comedian seine Osnabrück-Premiere im Rosenhof.

Für seinen Solo-Bühnenstart ohne Ball wählte Basler zunächst Heimspiele: In München oder Kaiserslautern war der Ex-Fußballstar mit seinem Programm "Basler ballert" zuerst aufgetreten - Städte, in denen er zuvor als Profi gespielt hatte. Auch Osnabrück war für ihn vertrautes Terrain: Lebt er doch laut eigener Auskunft seit acht Jahren in Osnabrück: Erst mit seiner damaligen Freundin mitten in der Stadt am Schlosswall - inzwischen in einer eigenen Wohnung in Lüstringen. 

Die Gags sitzen

Wer Basler am Montagabend im Rosenhof beobachtete, sah keinesfalls ein Auswärtsspiel des 49-Jährigen: In die Kommunikation als Alleinunterhalter hat er sich hinein gefunden, sein nach ersten Auftritten als nervös und stellenweise hektisch beschriebenes Umherwandern auf der Bühne wirkt nun ebenso gelassen wie seine sonor-heisere Stimme im Erzählton - und seine Gags sitzen.

Denn unterhaltsam waren sie natürlich, die Geschichten, etwa zum nächtlichen Ausbruch aus dem Teamhotel von Werder Bremen mit Oliver Reck, Hansi Gundelach und Ulli Borowka am Tag vor einem Bundesligaspiel. Mit geklauten Fahrrädern ab in den Biergarten - und gegen halb zwei zurück nur zu dritt, weil einer der drei vom Rad gefallen und im Straßengraben liegen geblieben war. Etwas dezenter, aber dennoch bei weitem nicht konfliktfrei mit Trainer Ottmar Hitzfeld seine Vorbereitung auf das berühmte Champions League-Finale 1999 mit dem FC Bayern München, in dem er das 1:0 schoss - bevor Manchester nach Baslers Auswechslung in der Nachspielzeit zwei Tore schoss und die Bayern 1:2 verloren. 

Alkohol und Anzüglichkeiten

Die Mehrzahl des Publikums – klar männlich dominiert, fast ausnahmslos klar jenseits der 30 Jahre, knapp 400 Köpfe stark – fand gut, was Basler erzählte und wie er es erzählte. Man(n) störte sich nicht daran, dass eigentlich fast alle Geschichten auf den Themen Alkohol und/oder sexistischer Anzüglichkeit aufbauten – und stellenweise an Berichte unreifer Teenager zu durchzechten Nächten auf Abi-Fahrt erinnerten. Wobei man(n) ja zugeben muss, dass auch diese Geschichten oft doch irgendwie lustig sind. 

Vor allem aus der Zeit der Werder-Patientenelf Anfang der 90er um die oben genannten - und Thorsten Legat. "Der war immer recht durcheinander. Einmal hat er vier Jahre lang ein Auto bestellt", sagte Basler über seinen ehemaligen Mitspieler, der auf einer Europapokal-Auswärtsfahrt nach Minsk/Weißrussland wohl auch eine spezielle Einweisung zwischen Klosett und Bidet auf dem Doppelzimmer des Hotels gebraucht hat. "Bremen mit Otto als Trainer und Willi Lemke als Doppelagent, der alles geregelt hat - das war einfach nur geil", sagte Basler über die wildesten Jahre Mitte der 90er. 

Hohe Geldstrafen

"Öfter bin ich beim VfL Osnabrück – wenn ich bei den Sportfreunden Lotte bin, sind ja nur 320 andere Leute da", ließ Basler in der offenen Fragerunde durchblicken, wer von den lokalen Profifußballklubs sein Favorit ist. "Maler und Lackierer", wäre er geworden, hätte es mit der Fußballkarriere nicht geklappt. An Geldstrafen wegen Disziplinlosigkeiten habe er in seiner Karriere insgesamt wohl etwa 400.000 Mark bezahlt. 

Zwei Halbzeiten wollte Basler übrigens spielen - 45 Minuten vor und 45 Minuten nach der Pause. Die erste Hälfte fing Basler später an und beendete sie früher, die zweite Halbzeit verlief nur ein wenig länger. Volle 90 Minuten hat Basler so gut wie noch nie durchgehalten. Vielleicht blieb und bleibt ihm auch deshalb oft der ganz große Erfolg versagt - wie im Champions League-Finale 1999. Aber vielleicht macht ihn gerade das menschlich und sympathisch bei seinen Anhängern, die ihn mit Applaus verabschiedeten.


Mario Basler

ist heute 49 Jahre alt. Der in Neustadt/Weinstraße geborene Ex-Profi spielte unter anderem für den 1. FC Kaiserslautern, RW Essen, Hertha BSC Berlin, Werder Bremen, Bayern München und diverse Amateurclubs. Basler wurde zweimal Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Stets bewahrte er sich den Ruf des unangepassten Profis, der sagt, was er denkt, teilweise ohne darüber vorher groß nachzudenken. Als Trainer hatte er ebenfalls diverse Engagements (Wacker Burghausen, RW Oberhausen), kam aber nie über die 3. Liga hinaus. Anfang des Jahrzehnts lebte er für ein paar Jahre in der Osnabrücker Innenstadt am Schlosswall mit seiner damaligen Freundin. Inzwischen wohnt Basler im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen. 

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