Champions League Deutsches Duell: Pleite gegen Klopp könnte Tuchel den Job kosten

Von dpa und Alexander Barklage

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Deutsches Trainerduell in der Champions League: Thomas Tuchel erwartet mit Paris St. Germain am Mittwoch den FC Liverpool mit Coach Jürgen Klopp. Foto: collage/imago (2)Deutsches Trainerduell in der Champions League: Thomas Tuchel erwartet mit Paris St. Germain am Mittwoch den FC Liverpool mit Coach Jürgen Klopp. Foto: collage/imago (2)

Paris. Ausgerechnet vor dem Aufeinandertreffen mit Jürgen Klopp und dem FC Liverpool steht Paris Saint Germain-Coach Thomas Tuchel in der Champions League mächtig unter Druck.

Beim Blick auf die Partien des fünften Spieltags der Champions-League-Gruppenphase sticht das Duell zwischen Paris St. Germain und dem FC Liverpool heraus: Der amtierende französische Meister empfängt den Vorjahresfinalisten, aus deutscher Sicht birgt dabei vor allem das Trainer-Duell zwischen Thomas Tuchel und Jürgen Klopp eine besondere Brisanz. Mit einem Sieg der "Reds" in Paris könnte Klopp das PSG-Starensemble aus dem Wettbewerb kicken. Im schlimmsten Fall müsste der 45-Jährige in Konsequenz sogar seinen Hut an der Seine nehmen.

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Fakt ist: Tuchel trifft mit Klopp auf seinen "Trainer-Angstgegner": Als Coach konnte er nur eines von 13 Partien gegen von Klopp trainierte Mannschaften gewinnen – und das liegt bereits über sieben Jahre zurück. Mit Mainz 05 besiegte Tuchel Klopp (damals beim BVB) im April 2010 mit 1:0. Die Bilanz aus Tuchel-Sicht sieht ansonsten mau aus (1 Sieg, 3 Remis, 9 Niederlagen). Auch im Hinspiel an der Anfield Road in Liverpool musste sich PSG mit 2:3 geschlagen geben. 

Aber nicht nur für die Pariser ist dieses fünfte Gruppenspiel wichtig, auch Liverpool ist in der Gruppe C noch nicht durch. Mit sechs Punkten führen die Engländer die Tabelle zwar an, aber dahinter lauern der SSC Neapel (ebenfalls 6 Punkte), PSG (5 Punkte) und auch Roter Stern Belgrad (4 Punkte). Jürgen Klopp und Co. hätten es bei einer Niederlage am Mittwoch in Paris am letzten Spieltag zuhause gegen Neapel aber noch selbst in der Hand, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Bei einer Wiederholung des Liverpooler Hinspielerfolgs und einem gleichzeitigen Sieg des SSC Neapel gegen Roter Stern Belgrad würde Tuchels Mannschaft bereits rausfliegen - Klopps Team und Napoli wären weiter.

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Neymar und Mbappé sind fit

Ein Vorrunden-Aus käme für das Ensemble der Super-Fußballer um 222-Millionen-Euro-Mann Neymar und den deutschen Nationalspieler Julian Draxler einer sportlichen Katastrophe gleich - und ob Tuchels Job dann noch sicher wäre? 

Zuletzt hatte der PSG-Trainer um einen Einsatz von Neymar und Kylian Mbappé bangen müssen. Am Tag vor dem Spiel dann aber Entwarnung: Beide Offensivkräfte sind wieder fit. "Kein Problem, sie werden morgen starten", sagte Tuchel am Dienstag. Die beiden hatten sich in der vergangenen Woche bei Länderspielen ihrer Nationalteams verletzt. Die Ärzte hatten bei Mbappé eine Prellung an der Schulter und bei Neymar eine Adduktorenverletzung im rechten Oberschenkel diagnostiziert. 

Für Tuchel wird es auf jeden Fall ernst. Der Champions-League-Titel ist seit Jahren das klare Ziel von PSG mit seinen finanzstarken Geldgebern aus Katar. An diesem Ziel waren schon Tuchels Vorgänger Laurent Blanc und Unai Emery krachend gescheitert. "Die Risse eines vorzeitigen Ausscheidens - selbst in einer schwierigen Gruppe -, wären für Tuchel schwer zu kitten", analysiert "Le Parisien". Allerdings sei der 45-Jährige auf allen Ebenen des Clubs hoch angesehen. Gestresster wirke da schon Clubboss Nasser Al-Khelaïfi. Er habe das Gefühl, dass dieses Spiel ein Wendepunkt sein könnte, zitiert "Le Parisien" einen Vertrauten. Kurios: In der französischen Liga hat Tuchel mit PSG einen Startrekord aufgestellt. Mit 14 Siegen aus 14 Spielen führen die Pariser die Tabelle mit 15 Punkten Vorsprung an. Doch das Abschneiden in der heimischen Liga interessiert die Klub-Oberen nur am Rande.


Auch Liverpool in der Liga ungeschlagen

In der Premier League ist auch der FC Liverpool nach 13 Spielen noch ungeschlagen und hat nur fünf Gegentore kassiert - jeweils Clubrekord in der Premier League. Entsprechend forsch äußerten sich die Liverpool-Profis vor dem Showdown. "Ich habe keine Angst", sagte Abwehrchef Virgil Van Dijk. "Wir haben letztes Jahr das Finale erreicht und wollen das wiederholen. Wir wollen Paris besiegen." 

Bangen muss Klopp um den Einsatz des erkrankten Stürmers Sadio Mané. Ein Ausfall des Angreifers aus dem Senegal würde die Offensive um Torjäger Mohamed Salah hart treffen. "So oder so: Wir müssen zeigen, wie gut wir sind", erklärte der frühere Münchner Xherdan Shaqiri. Das muss PSG auch - sogar noch mehr.


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