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Rund ums Testspiel Deutschland gegen Russland Gnabry schon jetzt besser als Klose – Rätsel um DFB-Aktion

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Serge Gnabry beim Treffer zum 3:0. Foto: imago/Bernd KönigSerge Gnabry beim Treffer zum 3:0. Foto: imago/Bernd König

Leipzig. Deutschland besiegt Russland im Testländerspiel mit 3:0. Die Leistung der vejüngten Nationalmannschaft macht Hoffnung, vor allem Serge Gnabry überzeugt. Etwas komisch war nur eine Aktion des DFB.

Teil eins der Wiedergutmachung ist geglückt: Mit einer erfrischenden Leistung beim 3:0 gegen Russland hat die von Bundestrainer Jogi Löw stark verjüngte deutsche Fußball-Nationalmannschaft erstmals seit längerer Zeit mal wieder überzeugt. In der Startformation waren nur Torhüter Manuel Neuer (32) und Linksverteidiger Jonas Hector (28) älter als 25, dennoch zeigte sich die DFB-Elf abgezockt und nutzte in der ersten Halbzeit die sich bietenden Torchancen konsequent. Jetzt soll am Montag in der Nations League die Niederlande besiegt werden. Lesen Sie hier, was in der Red Bull Arena in Leipzig am Donnerstagabend sonst noch geboten war:

Die Einzelkritik

Spieler des Spiels: Serge Gnabry

Serge Gnabry ist beim kriselnden FC Bayern seit Wochen der Spieler, der regelmäßig mit guten Leistungen überzeugt – trotz der sportlich schwierigen Situation, in der sich der Rekordmeister dieser Tage befindet. Auch in der Nationalmannschaft ist Gnabry derzeit nicht wegzudenken und so bildete der ehemalige Hoffenheimer wie auch im letzten Länderspiel in Frankreich gemeinsam mit Timo Werner und Leroy Sané das deutsche Angriffstrio. Und wie: Im ersten Durchgang war Gnabry an nahezu allen Offensivaktionen der deutschen Mannschaft beteiligt und sammelte zwei Scorerpunkte. Der 23-Jährige bereitete das 1:0 durch Sané vor und traf zum 3:0 selbst. Damit hat Gnabry in seinen ersten vier Länderspielen bereits vier Tore erzielt – doppelt so viele wie Stürmerlegende Miroslav Klose in seinen ersten vier Länderspielen. Wenn das mal nicht Hoffnung macht für die Zukunft ...

Zahl des Abends: 1

Jogi Löws runderneuerte Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 23,9 Jahren sorgte vor allem in der ersten Halbzeit endlich mal wieder für erfrischenden Angriffsfußball einer deutschen Nationalmannschaft. Klar, dass sich da der eine oder andere junge Spieler über eine Premiere freuen konnte. So erzielte Leroy Sane in seinem 16. Länderspiel endlich sein erstes Tor. Kai Havertz durfte sich in seinem ersten Länderspiel von Beginn an über seinen ersten Scorerpunkt freuen – der Leverkusener bereitete in der 40. Minute das 3:0 durch Serge Gnabry mit klugem Pass vor.

Rätsel des Abends:

Mit Marketing-Gags wie dem Slogan "Die Mannschaft" hat sich der DFB in der jüngeren Vergangenheit bei vielen Fans unbeliebt gemacht. Daher kam die Idee, vor dem Länderspiel gegen Russland in Leipzig eine Fanchoreografie zu organisieren, nicht besonders gut an. Schließlich blieben weite Teile der Red Bull Arena unbesetzt – knapp über 30.000 Zuschauer waren da. Ein Fakt, der bereits im Vorfeld des Länderspiels abzusehen war. Dementsprechend unvollständig war dann auch die Choreo, die auf den Rängen hinter einem der beiden Tore präsentiert wurde. Die Botschaft, die durch die Aktion ausgesendet werden sollte, wurde zudem durch die Löchrigkeit der Aktion konterkariert. Erkennen Sie den Begriff, der dargestellt werden sollte? Falls nein: Die Antwort finden Sie am Ende dieses Artikels.*

Debüt des Abends:

Gewiss, dass der 19-jährige Kai Havertz gegen Russland sein erstes Länderspiel absolvieren durfte, war sicherlich ein Highlight aus deutscher Sicht. Angesichts des riesigen Talents, das der 19-Jährige mitbringt, und der möglicherweise großen Karriere, die dem Offensivspieler bevorsteht, könnte dieses Debüt für den deutschen Fußball sogar historische Bedeutung haben. Für uns war das Debüt des Abends aber jenes des russischen Nationalstürmers Ari. Der heißt mit vollem Namen Ariclenes da Silva Ferreira, ist bereits 32 Jahre alt, spielt seit einigen Jahren in der russischen Liga und ist mit einer Russin verheiratet. Deshalb hat Ari auch einen russischen Pass bekommen und ist somit der erste dunkelhäutige Fußball-Nationalspieler in Russland. Viel mehr, als zwei Mal im Abseits zu stehen brachte der Angreifer bei seiner 55 Minuten dauernden Premiere für die "Sbornaja" nicht zustande. Das spielt angesichts der Bedeutung dieses Debüts im vom Rassismus geplagten russischen Fußball aber ausnahmsweise mal eine untergeordnete Rolle.

Ari im Duell mit Joshua Kimmich. Foto: imago/Schüler

Die besten Tweets des Abends:

Nachdem Lisa Müller kürzlich bei Instagram gegen Bayern-Trainer Niko Kovac gestichelt hatte, blieb es auf dem Account der Frau von Bayern-Star Thomas Müller während des Länderspiels ruhig. Attacken gegen Bundestrainer Jogi Löw, der Müller zunächst nicht einsetzte, gab es nicht. Auch nicht dann, als Müller in der 73. Minute eingewechselt wurde.

Die fehlende Stimmung in der Red Bull Arena in Leipzig ärgerte so manchen Fan vor dem Fernseher:

Andere nahmen's mit Humor:

Der eine oder andere Fußballfan fühlte sich durch die harmlosen Russen an die WM zurückerinnert ...

RTL-Experte Jens Lehmann sorgte mit einer Aussage im Vorfeld des Spiels für Aufsehen:

Stimmen aus dem deutschen Lager:

Bundestrainer Joachim Löw: "Die erste Hälfte war gut. Wir hatten eine gute Spielkontrolle und haben den Ball laufen gelassen. Wir haben es geschafft, in die Tiefe zu gehen und die Dynamik aufrecht zu erhalten. Das ist wichtig, sonst ist es für den Gegner einfach zu verteidigen. Spieler wie Leroy tun uns gut. Bei Hector ist es nicht so schlimm, wie es aussah. Nach dem ersten Blick ist es eine Knöchelprellung, nichts gebrochen, nichts gerissen."

Kapitän Manuel Neuer: "Das Spiel hatte einen großen Stellenwert für uns. Wir wollen das Jahr gut zu Ende bringen. Wir hatten ein schwieriges Jahr. Das war jetzt ein guter Start in die zwei Spiele. Wir wollen nun gegen Holland ein ähnliches Spiel machen. Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft. Das sind alles gestandene Spieler, sie spielen bei internationalen Top-Vereinen. Jeder junge Spieler ist sehr hungrig. Durch die Spielfreude haben uns die Fans unterstützt. Schade, dass es nicht aussverkauft war. Wir haben in diesem Jahr aber auch nicht alles dafür getan, dass die Spiele ausverkauft sind."

Serge Gnabry: "Ich bin sehr zufrieden. Die erste Halbzeit war ein Top-Spiel von uns. In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen zu passsiv in den Zweikämpfen, da hätten wir eine Schippe drauflegen können. Für uns auf dem Platz ist es egal, wie alt man ist. Es wäre schön gewesen, ein bisschen mehr Support zu haben. Aber auf dem Platz konzentrieren wir uns auf unsere Leistung."

*Die Choreografie sollte den Begriff "Teamgeist" zeigen.





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