Bayern mit Arbeitssieg eine Runde weiter Rödinghausens DFB-Pokaltraum endet: 1:2 gegen Bayern München

Von Johannes Kapitza, Christoph Schillingmann und Mareike Bader

Meine Nachrichten

Um das Thema Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ungleiches Duell: Bayern-Star Renato Sanches (links) gegen Rödinghausens Linus Meyer, der zum 1:2 traf. Foto: Witters/Uwe SpeckUngleiches Duell: Bayern-Star Renato Sanches (links) gegen Rödinghausens Linus Meyer, der zum 1:2 traf. Foto: Witters/Uwe Speck

Osnabrück. „Auch Varus schrieb Geschichte“ hatten die Fans des SV Rödinghausen hoffnungsvoll auf ein Banner vor ihrer Fankurve geschrieben, aber der Fußball-Regionalligist konnte dem DFB-Pokal kein weiteres historisches Kapitel hinzufügen: Der Bundesliga-Zweite FC Bayern München war in der zweiten Pokalrunde eine Nummer zu groß und warf den SVR mit einem 2:1 (2:0)-Sieg aus dem Wettbewerb.

Auch ohne Joshua Kimmich, der von Trainer Niko Kovac erst mal geschont wurde, und Robert Lewandowski, der 90 Minuten auf der Bank saß, hatten die Bayern die ersten Chancen. Schnell stand es 3:0, zunächst nur nach Ecken, aber der Rekordmeister brauchte nicht lange, um seine drückende Überlegenheit in Tore umzuwandeln: Rafinha chippte den Ball in den Lauf von Renato Sanches, der in der Mitte den freistehenden Sandro Wagner fand – Rödinghausens Defensive war mit dem 0:1 schnell das erste Mal überrumpelt (8.). 

Bayern erhöht per Elfmeter

Und die Bayern ließen nicht nach: Im Laufduell mit Fabian Kunze kam der schnelle Sanches im Strafraum zu Fall. Thomas Müller verwandelte den Elfmeter sicher – 0:2 (13.). Die Fans des Underdogs, die zu Beginn jede gelungene Aktion euphorisch gefeiert hatten, waren geschockt, bevor das Pokalmärchen richtig begonnen hatte.

Sanches-Elfmeter an die Latte

Und es hätte noch schlimmer kommen können: Nach einem relativ harmlosen Luftduell, bei dem weder Azur Velagic noch Leon Goretzka an den zu hohen Ball kommen konnten, zeigte Schiedsrichter Timo Gerach erneut auf den Elfmeterpunkt. Sanches drosch den Ball allerdings an die Latte (23.). Das ließ die SVR-Anhänger ebenso hoffen wie die erste Chance des eigenen Teams, als Simon Engelmann nach einem Ballgewinn auf FCB-Torwart Manuel Neuer zusteuerte, aber am langen Pfosten vorbeizielte (26.). 

Bayern abgeklärt bei wenigen SVR-Angriffen

Bei jeder Offensivaktion des Außenseiters ließ sich das Publikum mitreißen und ging aus den Sitzen: Der Kopfball von Franz Pfanne war aus der Distanz aber ebenso harmlos (27.) wie zwei Freistöße, die die Bayern klärten (29./39.). Im Laufduell von Kunze und Münchens Niklas Süle sah der Schiedsrichter kein Foul (40.). Auf der Gegenseite hatte SVR-Torwart Niclas Heimann sensationell gegen Müller (36.) einen höheren Rückstand verhindert. Die Bayern traten abgeklärt auf, hatten mit dem Rödinghausener Umschaltspiel und den langen Bällen in die Spitze keine Probleme und ließen sich im Osnabrücker Dauerregen nicht überraschen. Mit 0:2 ging es in die Pause.

SVR startet wütend: Meyer trifft zum Anschluss

Rödinghausen kam wütend aus der Kabine: 14 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Engelmann im Strafraum in den Ball rutschte, aber die Kugel nicht richtig traf - der Abschluss ging deutlich über das Bayern-Tor. Kurz darauf machte es Linus Meyer besser, als die Flanke von Kelvin Lunga vom rechten Flügel bei ihm landete. Zentral aus wenigen Metern jagte er den Ball am machtlosen Manuel Neuer vorbei zum 1:2 ins Tor (49.). Mit dem Anschlusstreffer stand das Stadion Kopf. Die Mehrheit der 16000 Zuschauer an der ausverkauften Bremer Brücke jubelte mit dem Außenseiter.

Torwart Heimann hält den SVR im Spiel

Die Bayern machten danach weiter das Spiel. Rödinghausen lauerte auf Fehler, aber Chancen sprangen erst einmal nicht heraus. Die Münchner sorgten allerdings ebenso wenig für eine frühe Vorentscheidung. Franck Ribérys Schuss landete im Nachthimmel (61.), ein Freistoß von David Alaba flog knapp am rechten Pfosten vorbei (64.). Die massive Defensive des Regionalligisten hielt, die Gastgeber  kämpften leidenschaftlich.  Torwart Heimann faustete eine scharfe Hereingabe aus der Gefahrenzone (70.) und lenkte Ribérys Flachschuss nach Co-Produktion mit Sanches zur Ecke (75.). 

Schlussoffensive ohne Durchschlagskraft

Nach vorne ging allerdings zu wenig, um dem Rekordmeister gefährlich zu werden. Nico Knystocks Ball in den Raum wurde auf dem durchnässten Rasen zu lang für Joy Slayd Mickels (85.). Großchancen des SVR ließen die Bayern nicht mehr zu. Auf der Gegenseite verfehlte Alaba erneut per Freistoß nur knapp das Tor (88.). Ein Rödinghausener stellte sich Wagners Schuss kurz vor der Torlinie. Der SVR warf in der dreiminütigen Nachspielzeit alles nach vorne. München hielt dem Anrennen aber stand und feierte neben einem Arbeitssieg auch das Erreichen der dritten Pokalrunde. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN