Heute vor 50 Jahren Kurioser Platzverweis: Als "Charly" den falschen Namen nannte...

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Trickfußballer und Spaßvogel: Gert („Charly“) Dörfel. Foto: imago/Horstmüller

Gert Charly Dörfel Hamburg SVTrickfußballer und Spaßvogel: Gert („Charly“) Dörfel. Foto: imago/Horstmüller Gert Charly Dörfel Hamburg SV

Osnabrück. Kuriose Platzverweise hat es manche gegeben in der Fußball-Bundesliga, doch nur einmal musste ein Spieler gehen, weil er dem Schiedsrichter einen falschen Name genannt hatte. Heute vor 50 Jahren büßte einer der populärsten Spaßvögel der Liga für einen seiner Scherze.

„Charly“ Dörfel war Linksaußen beim HSV, seine perfekten Flanken verwertete vor allem sein Kumpel Uwe Seeler. Und er war ein Spaßvogel, der Bonbons an Zuschauer verteilte, vom Hotelbalkon in den Pool sprang und während des Spiels sein Toupet lüftete. Kurz: Der Mann mit der Glatze und dem losen Mundwerk war bekannt wie ein bunter Hund. 


Immer noch ein bunter Hund: Charly Dörfel in seinem Haus in Seevetal. Foto: imagp/Claus Bergmann


Am 30. Oktober 1968, im Spiel gegen München 1860, beklagte sich Dörfel bei Schiedsrichter Edgar Deuschel über die raue Gangart des Gegners und löste diesen Dialog aus. 

Dörfel: „Das war Freistoß für mich“. – Deuschel: „Nein, Seien Sie ruhig.“ – Dörfel: „Ich bin nicht ruhig, das war für uns.“ – Deuschel: „Ich verwarne Sie. Wie heißen Sie?“ – Dörfel: „Meier.“ – Deuschel: „Ihr Name?“ – Dörfel: „Meier.“

Deuschel: „Der Name steht nicht auf dem Spielbericht. Dann gehen Sie mal duschen, Herr Dörfel.“

Verwies Dörfel des Platzes: Schiedsrichter Edgar Deuschel. Foto: imago/Werner Otto


So trennten sich die Wege des Spaßvogels „Charly“ und des Verwaltungsbeamten Deuschel. Zwei Spiele Sperre bekam Dörfel als Strafe. Immer, wenn er diese Anekdote erzählt (und das muss er oft), fügt er an, dass der DFB die Strafe aufgehoben hätte. Das stimmt genauso wenig wie Dörfels Behauptung, Deuschel habe danach kein Bundesligaspiel mehr gepfiffen. Der Unparteiische aus Ludwigshafen hörte am Ende der Saison 1968/69 planmäßig auf. Manchmal hat „Charly“ noch eine anekdotische Schleife parat: „Er musste sich bei mir entschuldigen, denn man darf einen deutschen Nationalspieler nicht nach dem Namen fragen…“ Dabei zwinkert er und grinst, wie nur „Charly“ grinsen konnte.


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