Vichai Srivaddhanaprabha verstorben Fußballwelt trauert um Leicester-Boss: Milliardär und "Teil der Familie"

Von Kim Patrick von Harling und dpa

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Vichai Srivaddhanaprabha stürzte mit dem Hubschrauber ab und verstarb. Foto: imago/Uk Sports Pics Ltd.Vichai Srivaddhanaprabha stürzte mit dem Hubschrauber ab und verstarb. Foto: imago/Uk Sports Pics Ltd.

Leicester. Der tödlich verunglückte Boss von Leicester City, Vichai Srivaddhanaprabha, war extrem beliebt bei den "Foxes". Wer war der Mann hinter dem Premier-League-Klub?

Hunderte Menschen haben am Tag nach dem tödlichen Hubschrauberunglück von Vichai Srivaddhanaprabha, seines Zeichens Präsident des englischen Erstligisten Leicester City, Blumen, Fan-Schals und Trikots am Stadion der "Foxes" abgelegt. Trauernde Fans weinten und trösteten sich gegenseitig. 

Unter Anhängern von Leicester City war Srivaddhanaprabha extrem beliebt. Im August 2010 hatte er den damaligen Zweitligisten gekauft. Im Februar 2011 übernahm er dazu das Amt des Präsidenten im Fußballclub. Sein Sohn Aiyawatt wurde Vize-Präsident. Das Duo ergriff einige ungewöhnliche Maßnahmen und ließ unter anderem Mönche einfliegen, die das Stadion des Clubs mit religiösen Ritualen segnen sollten.  

Doch vor allem mit ihren umfangreichen Investments trugen sie zu Leicesters sportlichem Aufschwung bei. In der Saison 2013/2014 feierte der Club als Tabellenerster die Rückkehr in die Premier League. Als der Zweitliga-Pokal vor jubelnden Fans in die Höhe gestemmt wurde, war der Srivaddhanaprabha mittendrin und ließ sich von den Fans feiern.  

Das Fußballwunder von Leicester City

Die Popularität des Besitzers und Präsidenten stieg weiter. Denn nachdem die Foxes in der Comeback-Saison der Premier League mit einem beeindruckenden Schlussspurt den Abstieg verhindert hatten, gewann die Mannschaft unter dem neuen Coach Claudio Ranieri in der Spielzeit 2015/16 sensationell die englische Meisterschaft – ein Fußballwunder.

Luxusautos für Meistertitel

Srivaddhanaprabha gilt als großzügig. Der Milliardär spendete zwei Millionen Pfund (rund 2,2 Millionen Euro) für ein Kinderkrankenhaus in Leicester. Nach dem Titelgewinn löste er sein Versprechen ein und beschenkte 19 Spieler mit Luxusautos im Wert von jeweils rund 100.000 Pfund (ca. 130 000 Euro). An seinem Geburtstag spendierte er den Fans im Stadion regelmäßig Bier und Kuchen.

"Er ist immer positiv und ruhig", sagte Meistertrainer Ranieri 2016 über seinen Boss. Doch das blieb nicht so. Nicht mal ein Jahr nach dem Gewinn der Premier League beurlaubte Srivaddhanaprabha Ranieri, weil sich Leicester in der Liga der Abstiegszone näherte. Nachfolger Craig Shakespeare, der das Amt zunächst interimsweise übernommen hatte, hielt sich als Cheftrainer nur einige Monate.  

Der anfängliche Ärger der Fans über die Ranieri-Entlassung hielt sich jedoch nicht lang. Es überwiegt die Dankbarkeit für den finanziellen Einsatz des Milliardärs. Der Thailänder sei "Teil der Leicester-Familie", war nach dem Unglück von vielen trauernden Fans zu hören.

Seine Karriere hatte der Unternehmer mit dem Verkauf von importieren Waren aus Hongkong begonnen. 1989 eröffnete er ein Geschäft für zollfreie Waren. Später erlangte er das Monopol auf Duty-Free-Shops in sämtlichen Flughäfen Thailands. Bereits um die Jahrtausendwende war er Milliardär. Sein Unternehmen King Power ist Trikotsponsor von Leicester City und auch Namensgeber für das Stadion der Foxes.

Nicht nur Anhänger und aktuelle beziehungsweise ehemalige Spieler der "Foxes" trauern um Srivaddhanaprabha. Die gesamte Fußballwelt trauert um Srivaddhanaprabha: 



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