5:1-Sieg im Clasico Barcelona zerlegt Real – Krise in Madrid wird größer

Von dpa

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Mit drei Treffern der Matchwinner des Clasico: Barcas Luis Suarez.Mit drei Treffern der Matchwinner des Clasico: Barcas Luis Suarez.

Barcelona. Das war es wohl für Real-Trainer Julen Lopetegui. Nach einer 1:5-Pleite bei Erzrivale FC Barcelona werde der 52-Jährige Coach von Toni Kroos bald seinen Hut nehmen müssen, meinen spanische Medien übereinstimmend.

Der FC Barcelona hat Erzrivale Real Madrid noch tiefer in die Krise geschossen. Der Tabellenführer und Titelverteidiger der Primera División fegte am Sonntag vor eigenem Publikum den Champions-League-Sieger um Toni Kroos mit 5:1 (2:0) vom Platz und baute damit den Vorsprung auf die Madrilenen nach zehn Runden bereits auf sieben Punkte aus. Held des Tages war der Uruguayer Luis Suárez mit einem Dreierpack, der verletzte Superstar Lionel Messi wurde nicht vermisst. Nach fünf Liga-Spielen in Serie ohne Sieg ist bei Madrid der Rauswurf von Trainer Julen Lopetegui nach Medieneinschätzung nur noch eine Frage der Zeit.

"Stehen bis zum bitteren Ende hinter dem Trainer"

"Wir stehen bis zum bitteren Ende hinter dem Trainer. Die Entscheidungen werden aber oben getroffen", sagte Real-Kapitän Sergio Ramos und meinte damit die Chefetage des Clubs. Man werfe noch nicht das Handtuch. "Ich habe schon Ligatitel gewonnen, bei denen wir schon zehn Punkte zurücklagen", sagte Ramos. Es gehe jetzt darum, "den Kopf hochzukriegen". Der in der Kritik stehende Lopetegui will kämpfen: "Ich habe noch die Kraft zum Weitermachen. Die Saison ist noch lang und ich fühle mich stark."

Nach der vierten Liga-Niederlage fiel Real auf Platz neun zurück (14 Punkte). Barcelona (21) führt LaLiga vor Atlético Madrid (19) und Espanyol Barcelona (18) an. Nach dem Abpfiff im 272. Clásico nahm Reals Mittelfeldmann Casemiro seinen Coach mit klaren Worten energisch in Schutz. Auf die Frage eines TV-Journalisten, ob der 52-Jährige nun seinen Hut werde nehmen müssen, sagte der brasilianische Nationalspieler noch auf dem Rasen: "Es ist nicht die Schuld des Trainers. Wir spielen sehr schlecht, bei uns klappt seit Wochen überhaupt nichts."  

100.000 Zuschauer im Camp Nou

Vor knapp 100.000 Zuschauern im ausverkauften Camp Nou traf Suárez nach dem Führungstreffer durch den Brasilianer Philipe Coutinho (11.) in der 30. Minute durch einen selbst herausgespielten Foulelfmeter zunächst zum 2:0. Fünf Minuten nach der Pause sorgte der Brasilianer Marcelo mit seinem Treffer zum 1:2 aber für etwas Hoffnung bei den Gästen, zumal Real mit einem 15-minütigen Sturmlauf die gegnerische Abwehr vor Nationaltorwart Marc-André ter Stegen mehrfach in Verlegenheit bringen konnte.

Doch in der letzten halben Stunde spielten plötzlich erneut nur noch die Hausherren. Suárez köpfte das 3:1 in der 74. und schoss den vierten Treffer in der 82. Minute. Der 31 Jahre alte Sturmroutinier war nach Abpfiff glücklich und sagte mit Verweis auf Messi: "Wir können sehr stolz auf uns sein. Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne Lio eine Supermannschaft sind." Das fünfte Tor erzielte der frühere Bayern-Profi Arturo Vidal in der 86. Minute auf Vorlage des Ex-Dortmund-Stürmers Ousmane Dembélé.

Die Begegnung vom Sonntag war nicht nur wegen der schlimmen Real-Krise ein ganz besonderer Clásico. Erstmals seit 2007 stand bei einem Aufeinandertreffen der spanischen Fußball-Giganten keiner der beiden "Dauer-Weltfußballer" auf dem Platz: weder der im Sommer von Real zu Juventus abgewanderte Cristiano Ronaldo noch Barça-Superstar Messi. Der Argentinier muss wegen eines Armbruchs noch rund zwei Wochen pausieren. Am Sonntag verfolgte er das Match im Camp Nou an der Seite seines ältesten Sohnes Thiago (5). 


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