Kuriose Geschichten aus 40 Spielen Wenn Deutschland auf Holland trifft

Von Udo Muras

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Legendäre Szene des ewigen Duells Deutschland - Niederlande: Frank Rijkaard (rechts) bespuckt Rudi Völler im WM-Achtelfinale 1990 in Mailand, nachdem es zuvor zwischen ihnen ein Foulspiel gegeben hat. Foto: Martina Hellmann/dpaLegendäre Szene des ewigen Duells Deutschland - Niederlande: Frank Rijkaard (rechts) bespuckt Rudi Völler im WM-Achtelfinale 1990 in Mailand, nachdem es zuvor zwischen ihnen ein Foulspiel gegeben hat. Foto: Martina Hellmann/dpa

Frankfurt. Schon 40 Mal standen sich die Niederlande und Deutschland gegenüber. Das sind genug Begegnungen, die das ewige Duell und die Rivalität der beiden Ländern befeuern.

Wer an Länderspiele gegen Holland denkt, der denkt an die Hölzenbein-Schwalbe 1974 oder an Frank Rijkaards Spuckattacke gegen Rudi Völler 1990 in Mailand. Doch die nachbarschaftliche Beziehung enthält noch einige merkwürdige Geschichten mehr, die sich speziell auf Holland-Reisen ereigneten.

Legenden treffen aufeinander: Franz Beckenbauer (rechts) und den Niederländer Johan Cruyff in Aktion beim Fußballweltmeisterschafts-Finale Deutschland gegen die Niederlande in München. Foto: dpa

Die Filmpremiere

Am 24. März 1912 in Zwolle trennte man sich 5:5. Julius Hirsch aus Karlsruhe schoss vier Tore. Es waren die ersten, die deutsche Zuschauer in bewegten Bildern sehen konnten, denn am Rand standen Kameras. Ausschnitte gelangten in die Kinos und weil es noch keinen Ton gab, intonierte das Orchester „die Wacht am Rhein“, wenn Deutschland angriff und das „Wilhelms-Lied“ für die Holländer.

Sieg ohne Worte

 Am 21. April 1924 bestand die Nationalelf nur aus Spielern vom 1. FC Nürnberg und seinem Lokalrivalen Spielvereinigung Fürth. Die Mannschaften waren sich aber kurz zuvor in der Liga „in die Haare geraten, und es wurde daraus eine persönliche Feindschaft“, erzählte noch 1961 Nürnbergs Torwartlegende Heiner Stuhlfauth. 

Es kam zu einer filmreifen Groteske: Gemeinsam und doch getrennt reisten sie im Zug nach Amsterdam, die fünf Nürnberger im vordersten Waggon, die sechs Fürther im letzten. Auch vor Ort ignorierte man sich. „Wir setzten uns zum Essen im Hotel jede Gruppe in eine andere Ecke, ebenso beim Frühstück und im Omnibus zum Sportplatz, in der Umkleidekabine. Keiner sprach ein Wort. Auch nicht bei Halbzeit.“ Aber sie gewannen (1:0). 

Das Tor erzielte der Fürther Karl Auer auf Vorlage des Nürnbergers Heiner Träg. Nur die Fürther gratulierten dem Torschützen. Erst Kicker-Gründer Walter Bensemann stellte den Frieden wieder her, als er beide Teams zum Abendessen in ein Nobel-Hotel einlud, ohne dass sie vom Kommen des anderen wussten.

Auch bei der Euro 2012 spielten die Niederlande und Deutschland, hier will Wesley Sneijder Torwart Manuel Neuer den Ball abnehmen, in der Gruppe B gegeneinander. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa

Der Torwart mit der Fahne

Am 31. Oktober 1926 hatte Deutschland erstmals einen Nationaltrainer. Otto Nerz gewann sein Debüt in Amsterdam mit 3:2. Kuriosum am Rande: Der nur als Ersatztorwart berufene Stuhlfauth fungierte als Linienrichter. Warum, das verschweigen die Chroniken. 

Der tragische Debütant

Wenn einer zwei Spiele auf einmal macht – sein erstes und sein letztes –, dann hat er wohl versagt. Zoltan Sebescen traf freilich wenig Schuld. Bundestrainer Erich Ribbeck testete ihn am 23. Februar 2000 in Amsterdam als rechten Verteidiger, was er in Wolfsburg nie gespielt hatte. 

Gegenspieler Boudewijn Zenden machte mit ihm, was er wollte, bis Sebescen zur Pause erlöst und ausgewechselt wurde. Bis heute ist er das Paradebeispiel für ein verkorkstes Debüt.

Bei der EM 1988 verlor Deutschland, hier Jürgen Kohler (rechts) mit Marco van Basten, das Halbfinale im eigenen Land gegen den Rivalen und späteren Europameister Niederlande. Foto: dpa



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