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Bundesliga, 6. Spieltag Dortmund erobert Tabellenführung – Eigentor-Wahnsinn in Stuttgart

Von dpa

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Dortmunds Paco Alcacer (oben) bejubelt sein Tor zum 3:2 mit Achraf Hakim (unten) und Jadon Sancho (links). Foto: dpa/Rolf VennenberndDortmunds Paco Alcacer (oben) bejubelt sein Tor zum 3:2 mit Achraf Hakim (unten) und Jadon Sancho (links). Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Berlin. Nach dem Fehlstart in die Bundesliga-Saison haben Schalke und Stuttgart ihre Sieglos-Serien gestoppt. Eine Niederlage muss Julian Nagelsmann gegen seinen künftigen Arbeitgeber einstecken.

Der FC Schalke 04 kann doch noch gewinnen. Nach fünf Niederlagen gelang dem gebeutelten Revierclub am Samstag mit dem 1:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 der erhoffte Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga. 

FC Schalke 04 – FSV Mainz 05 1:0 (1:0) Tor: 1:0 Schöpf (10.)

Trainer Domenico Tedesco von Schalke kann sich über ein Ende der Pleiteserie freuen. Foto: Ina Fassbender/dpa

Für den ersehnten Schalker Befreiungsschlag sorgte Alessandro Schöpf mit einem Kopfballtreffer schon nach zehn Minuten. Auch Trainer Domenico Tedesco durfte durchatmen, nachdem er mit den Gelsenkirchenern zuvor den Vereins-Negativrekord von fünf Pleiten zum Saisonstart eingestellt hatte. Für die Mainzer war es das dritte Spiel ohne eigenen Treffer nacheinander.

Das kurioseste Tor des Tages fiel in Stuttgart. Nachdem Anastasios Donis (19.) den VfB in Führung geschossen hatte und Bremens Milos Veljkovic schon in der 36. Minute Gelb-Rot sah, fälschte Stuttgarts Schlussmann Ron-Robert Zieler einen Einwurf von Mitspieler Borna Sosa zum Ausgleich ins eigene Netz ab (68.). Doch Gonzalo Castro (74.) rettete den Gastgebern mit seinem Tor doch noch den Sieg.

VfB Stuttgart – Werder Bremen 2:1 (1:0) Tore: 1:0 Donis (19.), 1:1 Zieler (68.), 2:1 Castro (74.)

Damit gelang dem VfB Stuttgart am sechsten Spieltag der erste Erfolg. Die Norddeutschen verpassten durch ihrer erste Saisonniederlage den Sprung an die Tabellenspitze vorbei am FC Bayern, der bereits am Vortag 0:2 bei Hertha BSC verloren hatte. Allerdings muss der VfB Stuttgart beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 am kommenden Samstag auf Dennis Aogo und Anastasios Donis verzichten. Beide erlitten nach Angaben von Sportvorstand Michael Reschke beim Spiel gegen Werder Bremen Faserrisse im Oberschenkel.

Borussia Mönchengladbach hat in der Bundesliga-Tabelle einen großen Schritt nach vorn verpasst. Statt eine Woche vor dem Liga-Klassiker beim FC Bayern München zum deutschen Meister aufzuschließen, spielten die Gladbacher am Samstag trotz zweimaliger Führung nur 2:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg. 

VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach 2:2 (1:1) Tore: 0:1 Plea (7.), 1:1 Steffen (12), 1:2 Hazard (48.), 2:2 Weghorst (59.)

Nach seinem Tor zum 0:1 wird Alassane Plea (rechts) bejubelt. Foto: imago/Max Maiwald/DeFodi.eu

Der Rekordeinkauf Alassane Plea sowie WM-Spieler Thorgan Hazard schossen in der 7. und 48. Minute die Tore für die Gäste. Renato Steffen (12.) und Wout Weghorst (59.) glichen für den VfL aber jeweils schnell wieder aus. Die Volkswagen Arena bleibt damit für die Gladbacher ein unbeliebtes Reiseziel. Ihr vorerst letzter Sieg in Wolfsburg ist jetzt schon fast 15 Jahre her (22. November 2003). Seitdem gab es in 14 Spielen elf Niederlagen und diesmal vor 24.101 Zuschauern wenigstens das dritte Unentschieden. 

Mann des Tages in Hoffenheim war Leipzigs Yussuf Poulsen. Der dänische Nationalspieler sorgte mit seinen beiden Toren (53./73.) fast im Alleingang für den Erfolg der Sachsen, die sich damit ins obere Tabellendrittel verbesserten. Das Elfmetertor von Andrej Kramaric in der Nachspielzeit kam für die Hausherren zu spät.

TSG 1899 Hoffenheim – RB Leipzig 1:2 (0:0) Tore: 0:1 Poulsen (53.), 0:2 Poulsen (73.), 1:2 Kramaric (90+3)

Tor für Leipzig zum 0:1. Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig, schwarzes Trikot) trifft gegen Torwart Oliver Baumann (1, Hoffenheim). Foto: imago/Picture Point LE/Roger Petzsche

28.115 Zuschauer in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena erlebten am Samstag eine schwache Bundesliga-Partie. Sie war sichtlich von den taktischen Vorgaben der beiden Trainer und den bevorstehenden internationalen Aufgaben beider Clubs geprägt. Leipzig ist nach dem dritten Sieg im sechsten Saisonspiel seit fünf Begegnungen ungeschlagen. Damit gelang auch die Generalprobe für die Europa-League-Partie am Donnerstag bei Rosenborg Trondheim.

Der 1. FC Nürnberg hat nach der 0:7-Klatsche in Dortmund eine klasse Reaktion gezeigt. Die Franken gewannen in der Fußball-Bundesliga am Samstag das Aufsteigerduell gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:0 (1:0). 

1. FC Nürnberg – Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0) Tore: 1:0 Behrens (28./Foulelfmeter), 2:0 Ishak (64.), 3:0 Palacios (78.) 

Der Nürnberger Federico Palacios trifft zum 3:0. Foto: imago/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Im Max-Morlock-Stadion sorgten Kapitän Hanno Behrens mit einem verwandelten Foulelfmeter (28. Minute), Mittelstürmer Mikael Ishak (64.) und der eingewechselte Federico Palacios (74.) mit ihren Toren für den zweiten Nürnberger Saisonsieg. Die Fortuna war offensiv zu ungefährlich und begünstige vor 36.102 Zuschauern die ersten zwei Gegentreffer mit individuellen Fehlern.

Mit einem Kraftakt und Joker Paco Alcácer auf Platz eins: Borussia Dortmund hat ein verloren geglaubtes Spiel gedreht und den FC Bayern München von der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürzt. Drei Tage nach dem furiosen 7:0 gegen Nürnberg gewannen die Westfalen das mitreißende West-Duell bei Bayer Leverkusen trotz eines 0:2-Pausenrückstands noch mit 4:2. Mit 14 Punkten zog der BVB, der auch im achten Pflichtspiel unter Trainer Lucien Favre ungeschlagen blieb, an Serienmeister FC Bayern München (13) vorbei, der am Freitag 0:2 bei Hertha BSC verloren hatte.

Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund 4:2 (0:2) Tore: 0:1 Weiser (9.), 0:2 Tah (39.), 1:2 Larsen (64.), 2:2 Reus (69.), 3:2 Alcácer (85), 4:2 Alcácer (90.+4)

Dortmunds Maximilian Philipp (links) und Manuel Akanji (rechts) versuchen den Ball zu spielen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Leverkusener erlitten trotz starker erster Halbzeit derweil nach dem vereinshistorischen Fehlstart mit drei Niederlagen und zuletzt zwei Siegen wieder einen Rückschlag. Neuzugang Mitchell Weiser (9.) und Nationalspieler Jonathan Tah (39.) hatten die Werkself zwar in Führung geschossen, Jacob Bruun Larsen (64.), Marco Reus (69.) und der 22 Minuten vorher eingewechselte Alcácer (85./90.+4) ließen am Ende aber die Gäste jubeln.  

Mario Götze fehlte zum dritten Mal in Folge im BVB-Kader. Der Siegtorschütze des WM-Finales 2014 trainierte nach zwei Tagen krankheitsbedingten Trainings-Ausfalls stattdessen fleißig im Fitness-Studio, wie einer Story bei Instagram zu entnehmen war. Am Sonntag soll Götze ins Team-Training zurückkehren.


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