Fussball-Talks unter der Lupe: ZDF-Sportstudio Geschäftsführer Schmadtke: Wir alle müssen die Bayern jagen

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ZDF-Moderator Sven Voss und Jörg Schmadtke, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, im Dialog. Foto: imago/Martin HoffmannZDF-Moderator Sven Voss und Jörg Schmadtke, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, im Dialog. Foto: imago/Martin Hoffmann

Osnabrück. Selbstbewusst aufgetreten ist Jörg Schmadtke schon immer, im ZDF-Sportstudio am Samstagabend machte der neue Geschäftsführer des VfL Wolfsburg allerdings mit einer ganz besonderen Aussage auf sich aufmerksam. Mit dem Aufruf, dass die gesamte Liga den FC Bayern München jagen müsse, agierte Schmadtke zwar forsch, zeigte sich trotz des guten Starts seiner Mannschaft jedoch auch realistisch.

In Wolfsburg läuft es wieder rund. Nach zwei Spielzeiten, in denen der VfL die Klasse erst über den Umweg Relegation hielt, ist der Saisonstart nach dem 2:2 gegen Hertha BSC mit sieben Punkten aus drei Spielen geglückt. Seit Juli ist Jörg Schmadtke nun der neue leitende Akteur beim VfL Wolfsburg und es scheint, als sei seine Arbeit schon jetzt von Erfolg gekrönt. Für den Geschäftsführer ist der gelungene Start allerdings insbesondere mit dem Namen Bruno Labbadia in Verbindung zu bringen: „Der Trainer lebt viele Dinge vor. Er ist von morgens bis abends auf dem Gelände und das nehmen die Spieler natürlich wahr.“ 

Zuschauer zurückgewinnen

Die Kompetenzen beim VfL sind also klar verteilt – Labbadia kümmert sich um die sportlichen Aspekte, Schmadtke hat das große Ganze im Blick. Dazu gehört auch die Bindung zu den Fans: „Wir müssen die Zuschauer wieder zurückgewinnen und emotionalisieren, sodass sie wieder den Weg ins Stadion finden. Wir hatten heute 25 000 Zuschauer in der Arena – das ist deutlich zu wenig.“, monierte Schmadtke, der für sein Vorhaben auch direkt das richtige Rezept parat hatte: „Emotionale Momente entstehen durch Spiele wie gegen Berlin oder Schalke. Deshalb gehen die Leute ins Fußballstadion.“

Zur Sache

Das Aktuelle Sportstudio im ZDF. Samstag um 23 Uhr, Wiederholung in der Nacht zum Sonntag auf 3sat. In der ZDF-Mediathek sind alle Interviews und die Gespräche mit Studiogästen eine Woche lang abrufbar.

Und natürlich hatte auch Jörg Schmadtke eine Meinung zur allgemeinen Lage der Liga, die in der internationalen Wahrnehmung zusehends an Bedeutung zu verlieren scheint: „Das Produkt Bundesliga war in der Vergangenheit nicht immer top. Dazu kommt die schlechte Weltmeisterschaft der Nationalmannschaft. Wir sind alle dazu aufgefordert dieses Produkt zu verbessern. Dazu müssen wir wieder mehr Spannung in die Tabelle bringen. Wir sind alle dazu aufgefordert die Bayern zu jagen. Dennoch müssen wir uns alle so realistisch einstufen, dass wir am Ende ein vernünftiges Niveau erreichen.“  

"Wir leben nicht im Schlaraffenland“

Der VfL ist aufgrund seiner finanziellen Möglichkeiten im Normalfall eigentlich ein prädestinierter Kandidat für eine von Schmadtke angesprochene Bayern-Verfolgung, dennoch stuft der 54-jährige die Wirtschaftskraft seines Vereins nicht überdimensional hoch ein und betonte: „Wir leben nicht im Schlaraffenland.“ Dass es trotz des finanziellen Spielraums nicht immer erfolgreich laufen muss, haben die letzten Jahre in Wolfsburg gezeigt. Schmadtkes Aufgabe sei deshalb viel mehr „dem Verein Orientierung und Selbstbewusstsein mitzugeben.“ Mit einem Blick auf die Tabelle nach drei Spieltagen scheint Schmadtkes Plan bisher erfolgreich zu sein.


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