Umfassende Machtposition im Verein Unternehmer Ponomarev will mit dem KFC Uerdingen in die 2. Liga

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Mit starker Hand und viel Geld hat Mikhail Ponomarev. den KFC Uerdingen zurück auf die nationale Fußball-Bühne geführt. Am Ende seines Weges sieht sich der russische Unternehmer noch nicht. Foto: imago/EibnerMit starker Hand und viel Geld hat Mikhail Ponomarev. den KFC Uerdingen zurück auf die nationale Fußball-Bühne geführt. Am Ende seines Weges sieht sich der russische Unternehmer noch nicht. Foto: imago/Eibner

Krefeld. Der Mann hinter der wundersamen Renaissance des Profifußballs in Uerdingen ist in vieler Munde, doch viel ist nicht bekannt über den russischen Staatsbürger Mikhail Ponomarev. Er liebt Fußball und Eishockey. Und er hat Geld, viel Geld.

Deshalb ist der KFC Uerdingen nach einem beispiellosen sportlichen und wirtschaftlichen Absturz wieder auf der nationalen Fußball-Bühne angekommen. Als Ponomarev 2015 als Sponsor einstieg, steckte der klamme Club in der fünftklassigen Oberliga fest. Dann ging alles ganz schnell: 2017 Aufstieg als Meister in die Regionalliga, 2018 Aufstieg in die 3. Liga als Meister und Sieger in den Aufstiegsspielen gegen Waldhof Mannheim. Nach sechs Spieltagen ist der Neuling auf Platz zwei, das Team von Trainer Stefan Krämer wird als Aufstiegsanwärter gehandelt.


Endlich wieder im Profifußball: Die Fans des KFC Uerdingen feiern ihr Team und den Aufstieg in die 3. Liga. Foto: imago/Revierfoto


Mit viel Geld und harter Hand hat Ponomarev seine Ziele erreicht. Seine Machtposition im Verein ist umfassend: Er ist Präsident des Clubs, Mehrheitsgesellschafter der ausgegliederten Fußball-GmbH, Sponsor und Mäzen. Man darf sagen: Alle Fäden laufen bei ihm zusammen, Ponomarev hat beim KFC die volle Kontrolle.

Das spüren auch die Trainer: Nach dem Aufstieg in die Regionalliga 2017 musste Coach André Pawlak seine Sachen packen, zusammen mit etlichen Spielern des Meisterteams. Nachfolger Michael Wiesinger bekam mit einem Drei-Millionen-Euro-Etat eine starke Mannschaft, mit der er im März auf Platz zwei stand. Das reichte Ponomarev nicht. Wiesinger wurde geschasst und durch Stefan Krämer ersetzt.

Mit allen Mitteln zum dritten Aufstieg in Folge

Verpflichtungen von Spielern wie Maximilian Beister, Kevin Großkreutz und Stefan Aigner zeigen, mit welchen Mitteln der dritte Aufstieg in Folge angestrebt wird. Wer fragt danach, dass ohne den Big Boss keine Entscheidung fällt und er auch schon mal in der Kabine auftaucht und die Spieler an ihre Pflichten erinnert. Tiefpunkt war die Aussperrung von Reportern der „Westdeutschen Zeitung“, die kritisch berichtet hatten.

Doch der Erfolg gibt ihm recht. Viele Kritiker haben sich zurückgezogen, seit mehrere Tausend Krefelder die Mannschaft nach dem Aufstieg auf dem Rathausplatz feierten und sich Ponomarev ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Die Uerdinger Fußball-Ikone Friedhelm Funkel nimmt öffentlich Anteil an dem Aufschwung, Oberbürgermeister Frank Meyer sucht die Nähe von Club und Präsident.




„Wenn man Erfolg hat, ist man überall willkommen“, sagte Ponomarev nüchtern, als er der „Rheinischen Post“ eines seiner seltenen Interviews gab. Darin lobte er den guten Kontakt zur Kommunalpolitik, den es mit der lokalen Wirtschaft noch nicht gebe: „Ich kann noch nicht sagen, das ist meine Stadt, die ich liebe. Aber ich bin glücklich in Krefeld.“ In die 230 000-Einwohner-Stadt zwischen Düsseldorf und Duisburg kam Ponomarev, als ihn der damalige KFC-Präsident Lakis Kourkoudiallos als Förderer anwarb. Nach wenige Monaten zerstritten sich die beiden. Ponomarev gewann den Machtkampf, sein Rivale trat ab.

Nichts deutet darauf hin, dass sein Elan nachlässt oder seine Mittel schwinden. Mit der Stadt verhandelt er über einen Neubau der maroden Grotenburg-Kampfbahn, die vom DFB nicht für die 3. Liga zugelassen wurde. Seine Heimspiele trägt der KFC bis auf Weiteres im Stadion des Zweitligisten MSV Duisburg aus. Sollte das Team zur Winterpause weiter gut im Rennen liegen, sind weitere Verstärkungen geplant.

Wohin es führen kann, wenn Ponomarev etwas erreichen will, hat der AFC Bournemouth erlebt: 2012 stieg er mit seiner Firma Energy Consult bei dem Club als Trikotsponsor ein, übernahm zusammen mit zwei Landsmännern die Direktoren-Posten und feierte 2017 den erstmaligen Aufstieg des Clubs in die Premier League. Im selben Jahr zog er sich in Bournemouth zurück.

Engagement bei der Düsseldorfer EG

Über die Hintergründe ist ebenso wenig bekannt wie über seinen Ein- und Ausstieg als Gesellschafter beim Eishockey-Bundesligisten Düsseldorfer EG. Auch der Unternehmer Ponomarev ist nicht besonders gesprächig. Er war in leitender Position bei einem der größten russischen Mineralölunternehmen, als er 2001 die „Energy Consulting Group“ gründete. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe, die den Hauptsitz in Moskau und die Europazentrale in Düsseldorf unterhält. Geschäftszweig: Personalverwaltung, Projektplanung und Investitionen in der Energiebranche.

Faible für den Sport

Der Millionär hat schon immer ein Faible für Sport gehabt, seine große Liebe noch vor dem Fußball ist Eishockey. Es heißt, er habe als jugendliches Talent für Spartak Moskau auf dem Eis gestanden. Als Sponsor unterstützte er fünf Jahre den Club Metallurg Magnitogorsk, der in dieser Zeit Meister wurde und den europäischen Clubwettbewerb gewann.

So war es nur auf den ersten Blick eine Überraschung, als Ponomarev in der vergangenen Woche als neuer Gesellschafter des schwächelnden Eishockey-Bundesligisten Krefeld Pinguine vorgestellt wurde. Aktiv wolle er dort aber nicht mitgestalten, ließ er verlauten.

Ob die Pinguine ihm das glauben nach einem kurzen Blick zu den Fußballern?

Quellen: Westdeutsche Zeitung, Rheinische Post, Sponsors. 


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