Nach 29 Jahren vor Gericht Hillsborough-Katastrophe: Polizei-Einsatzleiter beteuert Unschuld

Von dpa

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Am 15. April 1989 kamen in Sheffield 96 Menschen ums Leben. Die Fans des FC Liverpool wurden teilweise zu Tode gequetscht. Foto: picture alliance / dpaAm 15. April 1989 kamen in Sheffield 96 Menschen ums Leben. Die Fans des FC Liverpool wurden teilweise zu Tode gequetscht. Foto: picture alliance / dpa

Preston. Fast 30 Jahre nach der Tragödie in Sheffield plädiert der ehemalige Einsatzleiter beim Prozess-Auftakt auf nicht schuldig.

Der Einsatzleiter der Polizei bei der Hillsborough- Katastrophe vor 29 Jahren in einem englischen Fußballstadion mit 95 Toten hat vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Montag aus dem Gerichtssaal im nordenglischen Preston. 

95 Menschen sterben im Stadion

Der 74 Jahre alte David Duckenfield muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Bei der Tragödie im Jahr 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield waren 95 Menschen im Gedränge einer völlig überfüllten Zuschauertribüne ums Leben gekommen. Ein weiterer Mann starb später an den Folgen seiner Verletzungen. Die meisten Opfer waren Anhänger des FC Liverpool.

Im Video: So enstand die Tragödie von Hillsborough (via BBC):




Unter anderem hatte Duckenfield einen Notausgang öffnen lassen, durch den hunderte Liverpool-Fans über einen schmalen Tunnel auf die bereits vollends überfüllte Stehtribüne strömten. Zäune hinderten die Menschen daran, auf das Spielfeld oder angrenzende Tribünen auszuweichen. Sie wurden von den nachkommenden Fans zu Tode gequetscht.

Untersuchungsauschuss: Polizei hauptverantwortlich

Jahrzehntelang war die Schuld für das Desaster den Fans in die Schuhe geschoben worden. Eine Untersuchungskommission stellte aber vor zwei Jahren fest, dass die Polizei die Hauptschuld trug. Neben Duckenfield müssen sich noch vier weitere Männer wegen der Tragödie und der späteren Vertuschung vor Gericht verantworten. Auch der frühere Geschäftsführer des Fußballclubs Sheffield Wednesday, Graham Mackrell, plädierte am Montag auf unschuldig. Ihm wird Missachtung geltender Sicherheitsvorschriften im Stadion vorgeworfen.


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