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07.09.2018, 20:53 Uhr KOMMENTAR

Fans und DFB-Elf nähern sich wieder an – der Nations League sei Dank!

Kommentar von Susanne Fetter

Bei den Fans: Mats Hummels verschenkt nach dem Spiel gegen Frankreich sein Trikot. Foto: imago/SchülerBei den Fans: Mats Hummels verschenkt nach dem Spiel gegen Frankreich sein Trikot. Foto: imago/Schüler

München. Beim 0:0 in München gegen Weltmeister Frankreich haben sich die deutsche Nationalmannschaft und ihre Fans sich nach dem WM-Debakel in Russland wieder angenähert. Einen Anteil daran hatte ausgerechnet ein Wettbewerb, den kaum einer versteht: die Nations League.

Fast auf den Tag genau drei Monate ist es nun her, da absolvierte die deutsche Mannschaft in Leverkusen ihre Generalprobe für die WM. Pfiffe gab es nicht nur gegen Ilkay Gündogan. Auch der Rest der Mannschaft spürte Unmut über die Leistung gegen Saudi-Arabien.

Es hakte schon vor der WM

Es hakte nicht nur in der Mannschaft, es hakte auch im Verhältnis zu den Fans. Und das bevor der Ball in Russland überhaupt rollte. Hashtags hin oder her, überbordendes Marketing allein hat diese Entfremdung nicht entfacht. Es war auch die Vorahnung, dass diese Mannschaft so vermutlich die hohen Erwartungen nicht erfüllen dürfte.

München als Ort der neuen Nähe

Dass ausgerechnet München als Ort der neuen Nähe dient, mag verwundern. Hier jubeln die Fans bei vielen der unzähligen Bayernsiege so euphorisch, wie die englische Queen ihrem Volk winkt. Doch nach dem WM-Debakel sind nicht nur Löw und seine Mannschaft demütig geworden – das Publikum ist es ebenfalls.

Zur Annäherung beigetragen hat ausgerechnet ein Wettbewerb, der all das verkörpert, was Fußball-Romantiker schaudern lässt: Ein kompliziertes, künstliches Gebilde, das Geld in die Kassen der UEFA spülen soll.

Ein guter Start

Und doch war es diese Neuerung, die der ersten Länderspielpause nach einem großen Turnier so etwas wie einen Sinn gab. Man stelle sich vor, ein verunsichertes Deutschland und ein ohnehin noch müder Weltmeister wären sich in einem Freundschaftsspiel gegenübergestanden. Vermutlich hätte spätestens nach 60 Minuten die Langeweile eingesetzt. So aber fing die Partie in München zu diesem Zeitpunkt erst richtig an. Für die Nations League war es ein guter Start. Für die deutsche Mannschaft und ihre Fans auch.


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