Kristina Vogel querschnittgelähmt Diese Sportler und Sportlerinnen erlitten bleibende Verletzungen

Von Sportredaktion

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Jo Deckarm. Foto: imago/Sven SimonJo Deckarm. Foto: imago/Sven Simon

Hamburg. Vor Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel verunglückten auch andere Sportler und trugen bleibende Schäden davon. Ein Rückblick:

Traurige Nachricht von Kristina Vogel: Die zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin bleibt nach ihrem schweren Trainingsunfall im Juni 2018 querschnittgelähmt. "Ich kann nicht mehr laufen", sagte die 27-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Für Vogel nicht der erste Schicksalsschlag, nachdem sie 2009 von einem Auto angefahren worden war und sich schon damals schwere Verletzungen zuzog. Doch sie kämpfte sich damals zurück und begann dann ihre beeindruckende Titelsammlung.

Ähnlich wie Kristina Vogel erging es in der Vergangenheit auch anderen Sportlern, die bei der Ausübung ihrer Passion bleibende Verletzungen erlitten.

Jo Deckarm

Jo Deckarm. Foto: imago/Sven Simon

Im Alter von 25 Jahren erlitt Handballprofi Jo Deckarm am 30. März 1979 beim Europapokalspiel des VfL Gummersbach im ungarischen Tatabanya schwere Kopfverletzungen, als er während eines Tempogegenstoßes mit eine Gegenspieler zusammenprallte und dann mit dem Kopf auf den nur mit einer dünnen PVC-Schicht bedeckten Betonboden prallte. Deckarm erlitt einen doppelten Schädelbasisbruch, einen Gehirnhautriss und schwere Gehirnquetschungen.

Nach 131 Tagen im Koma erwachte Deckarm, hatte fortan allerdings die motorischen Fähigkeiten eines Kleinkindes, auch musste er wieder lernen zu sprechen. Nachdem zahlreiche Therapien zunächst nicht anschlagen, kämpfte sich Deckarm zurück ins Leben und konnte nach einigen Jahren wieder vorsichtiges Gehtraining absolvieren. Die Fortschritte hielten an: Heute kann Deckarm alleine gehen und sprechen.

Reinhold Roth

Reinhold Roth im Jahr 1987, drei Jahre vor seinem Unfall. Foto: imago/HJS

Am 17. Juni 1990 verunglückt Motorradfahrer Reinhold Roth beim Großen Preis von Jugoslawien schwer. Auf regennasser Fahrbahn prallt er ungebremst auf den umrundeten Australier Darren Milner, stürzt und schleudert gegen die Streckenbegrenzung. Ein Schädelbasisbruch, Kieferfrakturen und Gehirnblutungen verändern sein Leben für immer – der damals 37-Jährige wird für immer zum Pflegefall.

Kira Grünberg

Kira Grünberg. Foto: imago/GEPA pictures

Die österreichische Stabhochspringerin Kira Grünberg verletzte sich am 30. Juli 2015 bei einem Trainingsunfall schwer. Es war ihr erster Trainingssprung nach einer längeren Verletzungspause gewesen. Die damals 21-Jährige platzierte den Sprungstab zwar noch richtig am Einstichkasten, bekam aber nicht genug Schwung und stürzte vor die Matte. Dort prallte sie mit dem Hals an den Rand des Einstichkastens und zog sich dabei einen Bruch des fünften Halswirbels zu. Grünberg war fortan querschnittgelähmt, ließ sich jedoch ihren Lebensmut nicht nehmen. „Ich weiß auch, dass ich jetzt eine Verantwortung habe und werde versuchen, jeden Tag zu trainieren und zu kämpfen", sagte die Verunglückte kurz nach ihrem Unfall. 

Mittlerweile ist Grünberg in der österreichischen Politik aktiv und wurde für die ÖVP in den Nationalrat gewählt.

Ronny Ziesmer


Ronny Ziesmer. Foto: imago/Poling

Bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen im Sommer 2004 verletzt sich Turner Ronny Ziesmer bei einem Trainingssprung am Pferd schwer. Bei einem Doppelsalto rückwärts schlägt er mit dem Kopf auf dem Boden auf. Bei dem Aufprall gibt es eine Verschiebung zwischen Rückenwirbel fünf und sechs und damit eine Quetschung. Diagnose: Querschnittlähmung, Arme und Beine sind betroffen.

Ziesmer muss zehn Monate im Krankenhaus verbringen, verliert dabei aber nicht den Lebensmut. Nach hartem Training kann der heute 39-Jährige seine Arme wieder eingeschränkt bewegen und entwickelt eine neue Leidenschaft: Rennrollstuhl fahren und Keulenweitwurf. Bis heute verfolgt Ziesmer das Ziel, in seinen neuen Sportarten bei den Paralympics anzutreten. 

Lukas Müller


Lukas Müller. Foto: imago/Eibner Europa

Am 13. Januar 2016 stürzt Skispringer Lukas Müller beim Skifliegen auf der Kulm schwer. Der damals 23-Jährige bricht sich den sechsten und siebten Halswirbel und erleidet eine "inkomplette Querschnittlähmung". Er kann seine Beine nicht mehr bewegen, hat aber durch Rehabilitationsmaßnahmen Hoffnung, dass er irgendwann wieder gehen kann. Mittlerweile trägt Müller an seinem Rollstuhl Krücken mit sich.

Elisa Chirino

Elisa Chirino im Jahr 2013. Foto: imago/Eibner

Das Turnertalent aus Berlin erleidet 2014 im Alter von 16 Jahren bei einem Trainingsunfall Brüche des vierten und fünften Halswirbels. Beim Abgang vom Stufenbarren kracht sie unglücklich auf den Boden und wird sofort notoperiert. Doch an den schweren Verletzungen ändert das nichts: Elisa Chirino ist von diesem Moment an querschnittgelähmt, kann Arme und Beine nicht mehr bewegen. 600 Tage lang muss sie im Krankenhaus bleiben. Heute lebt Elisa Chirino in ihrer eigenen Wohnung, sie wird von Pflegekräften und ihren Schwestern unterstützt. 

Eduard Gutknecht

Eduard Gutknecht. Foto: imago/Eibner


Der Mittelgewichtler boxt am 18. November 2016 in London gegen den Briten George Groves. Er steckt viele Schläge ein und verliert. In der Kabine bricht er plötzlich zusammen. Es folgt eine lange Notoperation wegen Gehirnblutungen. Lange liegt er im Koma. Heute sitzt er im Rollstuhl und ist ein Pflegefall. Seine Frau Julia betreut ihn in einem behindertengerecht umgebauten Haus bei Gifhorn in Niedersachsen. 

Alessandro Zanardi

Alessandro Zanardi. Foto: imago/HochZwei

Der heute 51 Jahre alte Rennfahrer verliert bei einem Unfall auf dem Lausitzring 2001 beide Beine. Trotzdem fährt er weiter Rennen und beginnt mit dem Paracycling. Dabei gewinnt Zanardi drei Mal Gold bei Paralympics, im August startet er als Gastfahrer bei einem DTM-Rennen.

Silvano Beltrametti

Silvano Beltrametti. Foto: imago/Eibner Europa

Der damals 22-jährige Skirennfahrer Silvano Beltrametti führt 2016 bei der Weltcup-Abfahrt im französischen Val d’Isere bei den Zwischenzeiten. Dann verschlagen dem Schweizer bei Tempo 120 die Ski. Er stürzt, fliegt über eine Kuppe, rutscht durch eine Geröllhalde und wird von einem Pfosten gebremst. Er bricht sich zwei Brustwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt. Jetzt führt er mit seiner Frau auf der Lenzerheide ein kleines Hotel. 

Christian Meyer

Christian Meyer. Foto: imago/Pressefoto Baumann

Der Radsportler holt 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona im damals noch ausgetragenen 100-Kilometer- Zeitfahren auf der Straße Gold. Zwei Jahre später stürzt er beim Giro d'Italia für Amateure schwer, erleidet einen Lungenriss, bricht sich zwei Brustwirbel und fällt ins Koma. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. In Denzlingen bei Freiburg engagiert sich der FDP-Politiker im Stadtparlament. 



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