Streik der Nationalspieler Dänemarks Z-Kader steht: DBU findet 23 Fußballer für Länderspiele

Von Götz Bonsen

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Dänemarks Bester: Christian Eriksen und Co. schlüpfen auf unbestimmte Zeit nicht ins DBU-Jersey.Dänemarks Bester: Christian Eriksen und Co. schlüpfen auf unbestimmte Zeit nicht ins DBU-Jersey.

Kopenhagen. Dänemarks Fußball-Nationalmannschaft bekommt erzwungenermaßen ein neues Gesicht. Mit Amateuren umgeht man einen Gau.

Wegen des Honorar-Streits mit den Spielern war das Unterfangen Europameisterschaft 2020 für Dänemark fast schon Geschichte. Mit 23 Spielern Verträge für die Begegnungen gegen die Slowakei und Wales auszuhandeln – das gelang dem Verband DBU bis Dienstagvormittag nicht.

Weil die eigentlichen Nationalspieler streiken, jagte die DBU in den unteren Ligen nach Akteuren – mit kuriosen Früchten. Inzwischen wurden 23 Amateure gefunden, die Lust auf ein Länderspiel haben. Publik machte die frohe Botschaft zuerst der Slowakische Fußballbund: Das Spiel könne stattfinden. Am 13 Uhr ist Abflug für das Heer von Debütanten. Welche Kicker das nun genau sind, da herrscht weitestgehend Rätselraten. Am Flughafen dürfte man die Nonames kaum erkennen.

Der Streit zwischen dem Weltranglisten-Neunten und seinen Akteuren entzündete sich an der fehlenden Möglichkeit für die Spieler, individuelle Werbeverträge abzuschließen, die in Konkurrenz zu Nationalteam-Sponsoren stehen.

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Viele Clubs aus den Unterhäusern hatten abgewunken. Doch in der 2. Division, der dänischen Dritten Liga, gab es Bewegung. Ein Club mit dem klangvollen Namen Tarup Paarup IF wollte seine Spieler um Kapitän Benjamin Hansen für das nationale Interesse abstellen. „Wir haben nur Amateurspieler, die nicht Mitglieder der Spielervereinigung sind. Daher können sie ja sagen“, sagte Sportschef Jesper Rasmussen dem Sender „TV2 Fyn“. Man stehe als Verein naturgemäß auf der Seite der Arbeitgeber. Der Club hat seine Spieler daher aufgefordert, für ihr Land zu spielen. 

Am Mittag wurde bekannt, dass Drittligist Avarta zwei Spieler zum Verband schickt, darunter Stürmer Christian Offenberg. Sie fallen für das Pokalspiel gegen B1908 aus.

„Wir spüren, dass die DBU uns wütend machen will"

Bei anderen Clubs aus den Unterhäusern überwog die Skepsis, ob man dieser Linie folgen sollte. Es überwiegt die Haltung, dass man sich besser zurückhält in diesem Konflikt. Durch Nichtbereitschaft solidarisieren sich die Clubs allerdings automatisch mit den anderen Fußballern, also den Arbeitnehmern. Vor dem Verband auf die Knie zu fallen, könnte reichlich unpopulär für Clubs und Spieler sein, war die Befürchtung.

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„Die DBU erzählt eine Geschichte, in der wir als gierig erscheinen und so, als hätten wir nichts anderes als unseren Geldbeutel im Sinn“, sagt Superstar Christian Eriksen zu dem Konflikt dem Ekstrabladet. Kapitän Simon Kjaer ergänzte: „Wir spüren, dass die DBU uns wütend machen will. Sie wollen es so hinstellen, als wollten wir Spieler nicht international spielen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.“

Medienberichten zufolge ist es der DBU nun gelungen, eine alternative Nationalmannschaft zu nominieren. Das Internetmagazin „Bold.dk“ berichtet, dass die 23 Spieler am Mittag in die Slowakei fliegen werden, wo sie am Mittwochabend ein Testspiel bestreiten. DBU-Trainer Åge Hareide wird bei dem Spiel nicht an der Seitenlinie stehen, er wolle keine Mannschaft trainieren, die er nicht nominiert habe, sagte der Norweger schon am Wochenende.

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Die A-Spieler hatten dem DBU angeboten, den alten Vertrag noch einen Monat weiterlaufen zu lassen und die Verhandlungen zu vertagen, damit das Testspiel am Mittwoch gegen die Slowakei und das Nations-League-Spiel am Sonntag gegen Wales stattfinden kann.

Bereits im vergangenen Oktober hatte das Frauenteam ein WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden ebenfalls aufgrund von Vertragsproblemen boykottiert. Sollte innerhalb der nächsten vier Jahre ein weiteres Spiel abgesagt werden, so drohte seinerzeit die UEFA, werde es einen Ausschluss aus allen Wettbewerben geben. DBU-Direktor Claus Bretton-Meyer schlug Alarm: „Wenn die Spiele nicht ausgetragen werden, müssen wir eine Strafe in Millionenhöhe zahlen, beide Nationalteams werden ausgeschlossen – und der dänische Fußball wird in vielen Bereichen zurück in die Steinzeit versetzt“.


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