Fussball-Talks unter der Lupe: Sky90 Ex-DFB-Sprecher Stenger: Löw wird sich nicht beeinflussen lassen

Von Jacob Alschner

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Harald Stenger, der ehemalige Pressesprecher des Deutschen Fußball Bundes, glaubt nicht, dass die zahlreichen Diskussionen Bundestrainer Joachim Löw beeinflussen werden. Foto: imago/Jan HuebnerHarald Stenger, der ehemalige Pressesprecher des Deutschen Fußball Bundes, glaubt nicht, dass die zahlreichen Diskussionen Bundestrainer Joachim Löw beeinflussen werden. Foto: imago/Jan Huebner

Osnabrück. Fast zwei Monate liegt das Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft bei der WM in Russland jetzt zurück, die neue Saison ist im Gange. Bei Sky90 war der DFB trotzdem das beherrschende Thema, bei dem auch Moderator Patrick Wasserziehr zuweilen Stellung bezog.

Gäste der Runde waren Vizeweltmeister und Sky-Experte Dietmar „Didi“ Hamann, der ehemalige Mediendirektor des DFB Harald Stenger, Matthias Opdenhövel (Moderator der Sportschau, ARD) und Reinhard Koch, aktueller Vizepräsident des DFB.

Koch war es auch, der gleich zu Anfang klarstellte, man sollte Personelles und Sachbezogenes bei der Problemlösung trennen; nicht zuletzt, um damit möglichen Personaldiskussionen zuvorkommen. Doch der gewohnt forsche Dietmar Hamann sah das anders: „Ich habe Bedenken, dass das die Leute sind, die uns wieder an die Weltspitze bringen“, so der Vizeweltmeister von 2002, der damit Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff meinte.

Fehlendes Leistungsprinzip - jung gegen alt?

Matthias Opdenhövel lenkte den Fokus der Kritik wieder mehr auf Löw und wurde konkreter. Besonders problematisch fand der Moderator, „dass die Jungen gegen die Etablierten eigentlich keine Chance hatten. Was soll ein Marc-Andre der Stegen noch für eine Situation mitbringen, um eine Chance zu haben, die Nummer Eins zu sein. Da wurde das Leistungsprinzip eigentlich völlig ausgehebelt.“ Bei einem insgesamt zurückhaltenden Auftritt in der Sendung ging Opdenhövel hier auffallend deutlich.

Hamann pflichtete ihm bei: „Wenn ich Stimmen von jungen Spielern höre, dass die Weltmeister anders behandelt wurden, und Löw jetzt sagt, er brauche sie in dieser schwierigen Situation, sehe ich darin das große Konfliktpotenzial. Ich habe große Bedenken, ob am Donnerstag alle auf den Platz gehen mit der Einstellung: wir holen den Trainer da raus.“

Personalie Löw

Dann bezog auch Moderator Wasserziehr Stellung: „Ich finde, Löw ist ein großer Bundestrainer und trotzdem kann man sagen: irgendwann ist vielleicht der Zeitpunkt, an dem es nicht mehr funktioniert“, sagte er - natürlich auch, um die Personalentscheidung an sich infrage zu stellen.

Doch DFB-Vizepräsident Koch entgegnete sofort. „Es ist diskutiert worden, was passiert, wenn man in der Vorrunde ausscheiden würde. Das ist diskutiert worden und es ist mir wichtig, das zu betonen.“ Gemeint war der Vertrag mit Löw, der kurz vor Turnierbeginn trotz zweijähriger Restlaufzeit noch verlängert worden war.

Hier konnte sich nun auch Stenger, mit einem ansonsten eher blassen Auftritt, einbringen und aus jahrelanger Zusammenarbeit schließen: „Ich habe den Eindruck, dass das Thema mehr an ihm abprallt, als die Öffentlichkeit denkt. Joachim Löw ist immer seinen Weg gegangen. Es muss aber gefragt werden, ob er die Alarmzeichen nicht falsch gedeutet hat. Jogi Löw wird an seinem Weg auch in dem Sinne festhalten, dass er sich auch von all den Strömungen von innen nicht beeinflussen lassen. Er hat sich entschieden, dass er bleibt.“

Vertragsverlängerung selbstgefällig

Gerade deshalb müsse sich auch das DFB-Präsidium Vorwürfe machen lassen, fand Hamann. „Die Diskussion nach dem Turnier wäre anders geführt worden, wenn dieser Vertrag nicht verlängert worden wäre. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln und das zeigt genau diese Selbstgefälligkeit, die man beim DFB hatte. Nach dem Motto: für uns geht das Turnier im Achtelfinale los.“

Koch, der wie erwartet nah an der Kommunikationslinie des DFB blieb, ging darauf nicht ein, sondern lenkte den Blick nach vorne. „Ich hoffe, dass wir schnell in die Spur kommen und dass Löw dann relativ schnell einen Umbruch vollziehen kann, was ja auch sein Vorhaben ist. Die richtigen Signale werden hoffentlich nächste Woche kommen. Entscheidend ist, dass wir gegen Frankreich ein anderes Gesicht der Mannschaft gezeigt bekommen.“


Sky90- Die Kia Fußballdebatte

An Spieltagen sonntags, 19.55 Uhr, Sky Sport Bundesliga 1 HD. Moderator: Patrick Wasserziehr.

Wiederholung dieser Sendung: 

  • Montag, 03.09., 17:30 Uhr, Sky Sport Bundesliga 1 HD
  • Dienstag, 04.09., 20 Uhr, Sky Sport Bundesliga 1 HD
  • Dienstag, 11.09., 20 Uhr, Sky Sport Bundesliga 1 HD


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