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02.09.2018, 20:31 Uhr KOMMENTAR

Formel 1: Ferrari bremst sich in Monza selbst aus

Kommentar von Susanne Fetter

Starteten im Rennen hintereinander: Die beiden Ferrari-Piloten Kimi Raikkonen und Sebastian Vettel. Foto: imago/Patrick ScheiberStarteten im Rennen hintereinander: Die beiden Ferrari-Piloten Kimi Raikkonen und Sebastian Vettel. Foto: imago/Patrick Scheiber

Osnabrück. Seit acht Jahren wartet Ferrari auf den Heimsieg. Selten zuvor war die Scuderia so nahe dran wie dieses Jahr. Flott sind sie gerade, die roten Flitzer. Doch in Monza haben sie sich selbst ausgebremst. Mercedes zeigte dagegen, wie es besser geht.

Es fing schon im Qualifying an, wo Kimi Räikkönen seine letzte Runde im Windschatten von Sebastian Vettel absolvieren durfte und sich so die Poleposition sicherte. Angeblich, so brodelte es in der Gerüchteküche, wollte Ferrari dem Finnen sogar den Heimsieg gönnen, um ihn milde zu stimmen, bevor man ihn demnächst abserviert. 

Leclerc soll Raikkönen ersetzen

Der kürzlich verstorbene Ferrari-Boss Sergio Marchionne soll Nachwuchsfahrer Charles Leclerc bereits einen Vertrag gegeben haben – gegen den Willen vieler im Team. Räikkönen soll weichen.

Auf der Strecke tat er es nicht. Als Vettel kurz nach dem Start zum Überholmanöver ansetzte, hielt der Finne dagegen. Kurz darauf krachte es zwischen Lewis Hamilton und Vettel. Der Leidtragende: der Deutsche.

Bremsklotz Bottas

Mercedes zeigte, wie man es besser macht. Da fungierte Valtteri Bottas so lange als Bremsklotz für Räikkönen, bis Teamkollege Hamilton nach einem Boxenstopp aufgeholt hatte, vorbeizog und mit seinem Sieg die Führung in der WM vor Vettel ausbaute. Taktik schlägt Tempo. 

Die Folge: Ferrari darf nun  nicht nur weiter auf den nächsten Heimsieg warten, sondern vermutlich auch auf den Gewinn der WM.


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