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26.08.2018, 20:01 Uhr KOMMENTAR ZUR FUßBALL-BUNDESLIGA

Diskussion um Videobeweis: Weniger ist mehr

Kommentar von Harald Pistorius

Richtige Entscheidung oder nicht? Schiedsrichter Bastian Dankert zieht im Spiel zwischen dem FC Bayern München und 1899 Hoffenheim den Videoassistenten zu Rate. Foto: imago/MISRichtige Entscheidung oder nicht? Schiedsrichter Bastian Dankert zieht im Spiel zwischen dem FC Bayern München und 1899 Hoffenheim den Videoassistenten zu Rate. Foto: imago/MIS

Osnabrück. Die Fußball-Bundesliga hat am Wochenende begonnen und schon gibt es wieder die ersten Diskussionen um den Videobeweis. Ihn deshalb zu verspotten, hilft nicht weiter, findet unser Kommentator. Er sollte sich künftig aber an dem Grundsatz orientieren: Weniger ist mehr.

Den Videobeweis zu verspotten und als weiteres Steinchen in das Mosaikbild vom kollektiven Niedergang des deutschen Fußballs einzubauen ist leicht. Aber es hilft nicht weiter – so unangenehm und unverständlich die Vorfälle auch waren.

Über die notwendigen Einzelfall-Analysen hinaus sollte der Grundsatz „Weniger ist mehr“ in der Kölner Videozentrale als Motto an alle Wände gehängt werden.

Schiedsrichter im Stadion als letzte Instanz

Denn das war das Übel bei nahezu allen Entscheidungen, die die Vorbehalte gegenüber dem Videobeweis erneut entfacht haben: Köln agierte als eine Art Oberschiedsrichter und gab den Anstoß zur Überprüfung bei Szenen, die eben keine offensichtliche krasse Fehlentscheidung waren. Nur dann, wenn das Gerechtigkeitsempfinden von Spielern und Fans unzweideutig verletzt wird, weil der Schiedsrichter etwas nicht gesehen oder völlig falsch wahrgenommen hat, darf der Hinweis aus Köln kommen. Selbst dann muss der Schiedsrichter im Stadion die letzte Instanz bleiben.


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