WM-Motto "Best never rest" DFB erhält "Sprachpanscher"-Preis – und reagiert erzürnt

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Motto "Best Never Rest" der deutschen Nationalmannschaft und seinem Sponsorpartner Mercedes sorgt für Unmut beim Verein für Deutsche Sprache. Foto: Ina Fassbender/dpaDas Motto "Best Never Rest" der deutschen Nationalmannschaft und seinem Sponsorpartner Mercedes sorgt für Unmut beim Verein für Deutsche Sprache. Foto: Ina Fassbender/dpa

Dortmund. Mit "Best never rest" warb das DFB-Team bei der Fußball-WM. Der Verein Deutsche Sprache hat dazu eine deutliche Meinung.

Der Deutsche Fußball-Bund ist der "Sprachpanscher des Jahres 2018". Den Negativ-Preis vergibt der Verein Deutsche Sprache jährlich an Prominente und Organisationen, die Deutsch und Englisch vermischen. 

In diesem Jahr hätte das Motto "Best never rest", mit dem der DFB zur missglückten Titelverteidigung zur Weltmeisterschaft in Russland angetreten war, den Ausschlag gegeben. Das klänge nach Meinung erzürnter Sprachfreunde wie die ungelenke Formulierung eines russischen Englischschülers im ersten Lernjahr, hieß es in der Begründung des Vereins.

DFB erkennt Motto nicht als seines

"Ohne Worte, was sich der Verein Deutsche Sprache da leistet. Der DFB bekommt den Titel "Sprachpanscher des Jahres" verliehen für ein Motto, das gar nicht vom DFB stammt. Nochmal zum Mitlesen: Best Never Rest ist das Motto eines DFB-Partners. Soviel Ahnungslosigkeit macht einen sprachlos", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Abend in einer Stellungnahme mit.

Auch der Aufdruck Germany auf verschiedenen Kleidungsstücken sei oft moniert worden, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins vom Freitag. Gewählt – unter fünf Kandidaten – hatten 2300 Vereins-Mitglieder, allein 908 Stimmen entfielen auf den DFB. "Was dagegen hatte die Überraschungsmannschaft des Turniers, mit dem besten Fußballer der WM, auf ihren Trikots stehen?", kommentierte der Vereinsvorsitzende, der Dortmunder Wirtschaftsprofessor Walter Krämer: "Nicht das englische Croatia, sondern Hrwatska." Jetzt wisse der Rest der Welt, wie man Kroatien in der Landessprache schreibt.

Im vergangenen Jahr hatte die evangelische Kirche für wiederholte englische Veranstaltungstitel im Lutherjahr den Negativpreis "Sprachpanscher des Jahres" erhalten. Der Preis und der verleihende Verein sind umstritten. 36 Hochschullehrer attestierten dem Verein Deutsche Sprache vor zwei Jahren in einem Offenen Brief "intoleranten, unaufgeklärten Sprachpurismus".


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN