Nach Nationalmannschafts-Rücktritt Fall Mesut Özil: Rüdiger vermisst ihn, Kramer offen für Comeback

Von dpa

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Antonio Rüdiger und Christoph Kramer spielten auch gemeinsam in der Nationalmannschaft. Foto: imago/SchülerAntonio Rüdiger und Christoph Kramer spielten auch gemeinsam in der Nationalmannschaft. Foto: imago/Schüler

London/Berlin. Nach dem Rücktritt von Mesut Özil aus dem DFB-Team haben sich Antonio Rüdiger und Christoph Kramer zu dem Fall geäußert.

In der englischen Premier League sind sie Gegner, in der deutschen Nationalmannschaft hätte Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger gern weiter mit Arsenal-Profi Mesut Özil zusammengespielt. "Ich finde das alles extrem traurig, wie sich das entwickelt hat", sagte Rüdiger mit Blick auf Özils Rücktritt. „Mesut war im DFB-Team immer ein Spieler, zu dem ich aufgeschaut habe. Schade, dass er jetzt dann nicht mehr dabei sein wird."

Debatte ging in falsche Richtung

Özil hatte drei Wochen nach dem deutschen Vorrunden-Aus in Russland seinen Rücktritt erklärt und das mit einem "Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit" begründet. Die öffentliche Debatte, die er damit ausgelöst hatte, ging nach Ansicht von Rüdiger jedoch mitunter in eine falsche Richtung. "Was ich in dieser ganzen Diskussion nicht verstehe, ist, warum teilweise darüber diskutiert wird, ob es innerhalb der Nationalmannschaft Rassismus gebe", wunderte er sich. "Das hat doch auch Mesut selbst nie in einem Satz behauptet."

Rüdiger nahm die gesamte deutsche Mannschaft in die Pflicht. "Schuld am Ausscheiden waren wir auf jeden Fall alle gemeinsam und keine Einzelpersonen", betonte er. Jetzt müsse man den Blick nach vorn richten, "statt uns immer und immer wieder diese extrem enttäuschende WM vor Augen zu halten. Wir können natürlich dieses Erlebnis nicht einfach so wegwischen, aber das darf uns bei den nächsten Spielen nicht blockieren", forderte er. In den ersten Länderspielen nach der WM trifft Deutschland am 6. September in München auf Frankreich und drei Tage später in Sinsheim auf Peru. 

"Immer nur Verlierer"

Auch Weltmeister-Kollege Christoph Kramer hat sich zu Özils Rücktritt geäußert. "Es gibt immer nur Verlierer, wenn Sport, Politik und Religion miteinander vermischt werden", sagte der Mittelfeldspieler in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Nachrichtenmagazins "Focus".

Die Frage, ob er ein Comeback Özils gutheißen würde, bejaht Kramer indirekt: "Mesut Özil ist und bleibt ein überragender Fußballer mit tollem Blick für den Raum. Es war immer eine Bereicherung für das Spiel, wenn er in der Startelf stand." Rassistische Tendenzen beim Deutschen Fußball-Bund, auf die sich Özil bei seinem Rücktritt unter anderem berief, will der zwölfmalige A-Nationalspieler, der während der WM als Experte für das ZDF arbeitete, nicht bemerkt haben. "Ich persönlich habe keine rassistischen Vorfälle mitbekommen." 


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