Twitter-Trend der Fußballfans 30 Euro, wenn Pavard bleibt – Was bringt die Aktion #saisonspende?

Von dpa

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Die Fans des VfB Stuttgart wünschen sich den Verbleib von Benjamin Pavard (Nummer 21). Foto: imago/Jan HuebnerDie Fans des VfB Stuttgart wünschen sich den Verbleib von Benjamin Pavard (Nummer 21). Foto: imago/Jan Huebner

Köln/Stuttgart. Ein Tor, zwei Euro: Unter dem Hashtag #saisonspende nutzen Fans ihre Fußballbegeisterung für gute Taten.

Hätte Stürmer Leonardo Bittencourt in der vergangenen Saison das Tor etwas häufiger getroffen, wäre der 1. FC Köln vielleicht nicht abgestiegen – und für die Kindernothilfe wären ein paar Euro mehr zusammen gekommen. Doch Bittencourt schoss nur fünf Tore. So waren es am Ende 126 Euro, die FC Köln-Fan Sarah Knoll aus Sachsen an die Hilfsorganisation spendete. Der Stürmer selbst zeigte sich großzügig und legte 1500 Euro drauf.  

Ein Tweet von Sarah Knoll war Anstoß für eine Aktion, die sich 2017 rasant entwickelte: Unter dem Hashtag #saisonspende schlossen sich viele Fans und Bundesliga-Clubs an und kündigten gute Taten an. Zehn Euro für jedes Köln-Spiel ohne Gegentor, fünf Euro für jeden gehaltenen Elfmeter von Schalke-Torwart Ralf Fährmann, 30 Euro, wenn Weltmeister Benjamin Pavard beim VfB Stuttgart bleibt - die Spendenabsichten sind so vielfältig wie ihre Empfänger.  

Von großen Organisationen wie der Deutschen Knochenmarkspenderdatei oder Pro Asyl reichen sie bis zu "Ulms Kleinen Spatzen" oder einzelnen Schulen. Auch fußballnahe Organisationen wie die Robert Enke Stiftung sind beliebt.

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Kurz vor Ende der vergangenen Saison twitterte die Initiatorin: "Wenn alle das spenden, was sie versprochen haben, hätten wir gemeinsam diese Summe erreicht: 41.676,84 Euro". Ob die Gelder wirklich dort ankommen, wo sie hin sollen, ist allerdings schwer nachzuvollziehen. Da lediglich das Hashtag #saisonspende die Teilnehmenden verbindet, gibt es keine offizielle Statistik.  

Die begünstigten Organisationen können lediglich Auskunft über Spenden geben, die bereits auf ihrem Konto sind. "Köln hatte leider eine grottenschlechte Saison", bedauerte ein Sprecher der Kindernothilfe. Doch neben der Bittencourt-Spende seien knapp zehn Spenden zusammengekommen. Außerdem freut sich die Organisation über die große Aufmerksamkeit durch die Aktion.  

"Viele Emotionen"

"Es ist schwierig, Leute für unsere Zwecke zu motivieren", sagte der Sprecher. "Die Art der Spende ist schön, weil sie direkt mit dem Spaß am Fußball verbunden ist. Das bringt viele Emotionen zusammen." Ähnlich sieht das die Robert Enke Stiftung, bei der durch fünf Spender immerhin knapp 1000 Euro eingezahlt wurden.

Obwohl den Schwaben der Ruf des Geizes vorauseilt, stößt die #saisonspende beim VfB Stuttgart auf besonders viel Interesse. Der Verein selbst beteiligte sich in der vergangenen Saison mit einem Euro pro gelaufenem Kilometer – 3948 Kilometer rannten die Schwaben laut Vereinsangaben während ihrer Pflichtspiele. Ex-VfB-Profi Thomas Hitzlsperger legte jeweils noch einen Euro drauf. Damit soll ein Projekt für gesunde Ernährung gefördert werden.

In einer auf Twitter verlinkten Liste sammeln die VfB-Fans kurz vor dem Saisonauftakt auch in diesem Jahr schon wieder fleißig ihre Spendenabsichten, wenige Tage vor dem Auftakt waren bereits rund 90 dabei. #saisonspende nimmt langsam wieder Fahrt auf. Sarah Knoll macht ihre Spenden in der zweiten Runde nicht mehr von ihrem inzwischen zu 1899 Hoffenheim gewechselten Lieblingsspieler Bittencourt abhängig: Sie will neun Euro für jeden Treffer von Simon Terodde geben und sechs pro Tor oder Vorlage von Marco Höger.


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