Kicker, Sport Bild, 11Freunde und Anpfiff Zum Bundesliga-Start: Der Sonderhefte-Check

Von Alexander Pestkowski

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Die Sonderhefte zur neuen Bundesliga-Saison 2018/19 im Test.Die Sonderhefte zur neuen Bundesliga-Saison 2018/19 im Test.

Osnabrück. Die Vorfreude auf die neue Spielzeit in der Fußball-Bundesliga steigt von Tag zu Tag. Dazu tragen auch die pünktlich zum Saisonstart erscheinenden Bundesliga-Sonderhefte bei. Mannschaftsfotos, Tabellen und Statistiken so weit das Auge reicht. Wir haben die vier bekanntesten Publikationen für Sie geprüft.

Der Führungsspieler: Kicker

Der Klassiker unter den Sonderheften erscheint seit 55 Jahren. Dabei überzeugt das Blatt mit der roten Titel-Optik nicht nur durch den Umfang, sondern vor allem durch das durchweg hohe fachliche Niveau und die fehlerfreien Statistiken. Der Kicker setzt auf Tradition und Beständigkeit. Das Mannschaftsfoto liegt auf der einen, Kader sowie Daten und Fakten auf der gegenüberliegenden Seite. Ergänzend auf zwei weiteren Seiten sind Spielerporträts und weitere Informationen zum Verein in gewohnt ausführlicher Manier angelegt. In der Mitte des Hefts wartet die kultige Stecktabelle, mit der die Tabellenstände der obersten drei Ligen selbst nachgestellt werden können.


Die Kompetenz der Redaktion zeigt sich auf den Vorschauseiten der einzelnen Klubs. Neben einer detaillierten Analyse der Mannschaft inklusive des „Kicker-Checks“, kommt jeder Trainer der 18 Bundesligisten im Interview zu Wort. Weitere Expertengespräche mit Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke oder Matthias Sammer runden das Gesamtbild ab.

Weiterer Pluspunkt: Auf sechs Seiten blüht jedem Statistikfreund das Herz auf – Der Kicker präsentiert die ewige Tabelle, alle Torschützenkönige, die Rekordspieler und noch so ziemlich jede erdenkliche Statistik, die sich in einer Tabelle darstellen lässt.

Das Sonderheft lässt keine Wünsche offen: Alle Zweit- und Drittligisten werden in abgestufter Ausführlichkeit und mit Mannschaftsbild vorgestellt. Ein knapper Blick auf die Schiedsrichter, Regionalligen, Frauenfußball, In-und Auslandstabellen der Vorsaison sowie die UEFA Nations League komplettiert das Heft.

On Top gibt es für Käufer des Printprodukts das Sonderheft kostenlos als E-Magazine zum Download dazu.

Nominierung: Das Sonderheft des Kickers ist der Teamkapitän. Neben fachlich kompetenten Analysen überzeugt er durch eine sehr gute Übersicht und eine hohe Präzisionsarbeit bei jeglichen Daten und Fakten.

(Preis: 5,90€ - Umfang: 270 Seiten – Redaktionsschluss: 30. Juli 2018)

Der Stammspieler: Sport Bild

Das Sonderheft der Sport Bild besticht durch modernes Design, einen hohen Bildanteil und zahlreiche Datensammlungen. Die farbenfrohe Optik setzt Statistiken, Umfragen und Termine anschaulich in Szene. Die fachliche Analyse fällt dafür vergleichsweise zum Kicker geringer aus. Zudem werden nur vereinzelt Gespräche mit den Trainer und Klubverantwortlichen eingebunden. Bayern-Trainer Niko Kovac hat im Exklusiv-Interview gezeigt, dass es sich lohnen würde.

Den doppelseitigen Mannschaftsfotos der Bundesliga-Klubs folgen auf zwei weiteren Seiten die Spielerporträts. Eine sehenswerte Zusammenstellung von Zahlen, Daten und Fakten schraubt die Seitenzahl auf je sechs pro Verein. Größter Trumpf der Sport Bild sind sicherlich die beachtlichen Datensammlungen. Originelle Statistiken („Hier schlug der Ball im Tor ein“) der vergangenen Spielzeit treffen hier auf Rekorde und Tabellen der Bundesliga-Historie.

Des Weiteren kümmert sich das Heft sehr übersichtlich und ausführlich um die 2. Bundesliga, dafür in etwas reduzierter Form um die 3. Liga. Auch auf Frauenfußball, die europäischen Wettbewerbe mit Champions- und Europa League und die UEFA Nations League geht die Spot Bild kurz und bündig ein.

Nominierung: Die Sport Bild ist absoluter Stammspieler. Sie ist nicht nur schön anzusehen, sondern überzeugt auch bei den Statistiken. Zum Spitzenplatz fehlt es an sachlicher Analyse, die in der Berichterstattung zu kurz kommt.

(Preis: 5,70€ - Umfang: 244 Seiten – Redaktionsschluss: 27. Juli 2018)

Der Spaßfußballer: 11Freunde

Wer auf detaillierte Spielersteckbriefe und weitreichende Datensammlungen großen Wert legt, ist bei diesem Sonderheft am falschen Platz. Traditionell berichtet das Fußball-Magazin 11Freunde leidenschaftlich über Fußballkultur und die damit verbundenen skurrilen Hintergrundgeschichten. Auf gewohnt humorvolle Art werden die Ereignisse der vergangenen Saison reflektiert und ungewöhnliche Ausblicke auf die neue Saison gegeben. Altbewährte Formate wie die mit Bundesligastars besetzten Filmplakate („How to get away from Werder“ – mit Thomas Delaney) oder die Konfrontation der Vereine mit provokanten Stammtischthesen haben erfreulicherweise wieder den Weg in das Heft gefunden.

Aber auch das Fachliche lässt sich sehen. Mit Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann, Schalke-Boss Clemens Tönnies oder Werder-Kapitän Max Kruse stellten sich namhafte und interessante Interviewpartner.

Ganz ohne Statistiken geht es dann doch nicht. In einem Begleitheft werden die Teams der beiden Bundesligen auf je einer Seite vorgestellt: das Mannschaftsfoto erscheint im Retro-Stil aus dem vergangenen Jahrhundert, der Kader ist mit Name und Alter der Spieler kurz gehalten, und dazu füllen der Spielplan sowie wissenswerte Statistiken zu jedem Verein das Format.

Kleiner Vorgeschmack: Auch wenn die 3. Liga auf nur vier Seiten vorgestellt wird, hat der VfL Osnabrück seinen ganz eigenen Platz im Heft gefunden. Die Trikotpräsentation des VfL durch Surfer im örtlichen Sporthaus aufgreifend, stellt das Magazin sarkastisch fest: „Osnabrück: das Malibu Deutschlands.“

Klarer Vorteil für das 11Freunde-Magazin: In Sachen Aktualität müssen sich die Leser keine Sorgen machen. Der Blick hinter die Kulissen des Profigeschäfts ist zeitlos und anders als bei den klassischen Sonderheften nicht von den aktuellen Geschehnissen des Transfermarkts abhängig.

Nominierung: Trickreicher Publikumsliebling, ballverliebt und frech, der Edel-Joker mit den bunten Schuhen. Als klassisches Nachschlagewerk ist es zwar ungeeignet, dafür überzeugt es durch erfrischenden Humor und lesernahe Erzählungen über die deutsche Fußballkultur.

 (Preis: 6€ - Umfang: 162 Seiten + 58 Seiten Beilage – Redaktionsschluss: 08. Juli 2018)

Der Reservist: Anpfiff

Als erstes Sonderheft für die neue Saison erschienen ist der Anpfiff. Auf kompakten 82 Seiten erfahren Sie das Wichtigste über die Klubs der 1. und 2. Bundesliga. In der Einleitung finden sich mit Bayern Münchens Dominanz in der Bundesliga oder Deutschlands Problemen in Europa- und Champions League altbekannte Themen wieder. Mit Bodo Illgner kommt im gesamten Heft nur ein Experte im Interview zu Wort. 

Die Vereine der 1. Bundesliga werden auf je einer Doppelseite standardmäßig vorgestellt (Kader, Trainer, Verein, Stadion etc.)- allerdings fällt hierbei die Wechselübersicht etwas knapp aus. Schuld daran ist vor allem der frühe Erscheinungstermin, der Datenstand vom 14.06. liegt noch vor der wichtigen Transferphase kurz vor Saisonstart. Die Seiten der 2. Bundesliga sind übersichtlich gegliedert und bieten ein gutes Angebot, um Spielernamen und zugehörige Informationen nachzuschlagen. 

Ein weiterer Kritikpunkt: Die 3. Liga, die europäischen Wettbewerbe, DFB-Pokal oder Frauenfußball finden keinen Platz im Heft. Positiv zu nennen sind dagegen die Statistiken der vergangenen Saison, die am Ende des Hefts gelungen dargestellt werden.

Nominierung: Der Anpfiff ist nur als Reservist dabei – für einen Platz in der ersten Elf fehlen Qualität, Ausführlichkeit und Aktualität.

(Preis: 4,20€ - Umfang: 82 Seiten – Redaktionsschluss: 14.06.2018)


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