Interview vor dem Bundesliga-Start Calmund fordert von Klubs: "Abstand zu Bayern muss verringert werden"

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Bricht eine Lanze für die Fußball-Bundesliga: Sky-Experte Reiner Calmund und langjähriger Manager von Bayer Leverkusen schaut auf die Saison voraus. Foto: imago/Jan HuebnerBricht eine Lanze für die Fußball-Bundesliga: Sky-Experte Reiner Calmund und langjähriger Manager von Bayer Leverkusen schaut auf die Saison voraus. Foto: imago/Jan Huebner

Hamburg. Der TV-Experte Reiner Calmund hofft auf einen spannenderen Meisterschaftskampf und traut einem vermeintliche Abstiegskandidaten einiges zu.

Wenn man Reiner Calmund zuhört, spürt man förmlich seine Lust auf den Bundesliga-Start. Der 69-Jährige, der auch in dieser Saison als Experte für den Fernsehsender Sky arbeitet, hofft, dass der Kampf um den Titel wieder spannender wird als zuletzt. Er fordert, dass die "Bayern-Jäger", wie Schalke, Dortmund oder auch Leipzig den Abstand zum Rekordmeister verkürzen. Im Interview verrät Calmund, welche Teams aus seiner Sicht um den Abstieg spielen und auf welchen Neuzugang er besonders gespannt ist.

Nach der verkorksten WM aus deutscher Sicht: Wie groß ist Ihre Vorfreude, dass die Bundesliga endlich wieder losgeht?

Reiner Calmund: Das sage ich ganz unabhängig von der WM: Ich freue mich auf die Bundesliga, wie jedes Jahr, seit 56 Jahren. Ich bin schon heiß und in den Startlöchern. Es hat sich bei mir nichts geändert. Zur WM: Die DFB-Elf hat sportlich komplett versagt. Zu wenig Teamgeist, zu wenig Pep und Feuer und elementare Voraussetzungen wie taktische Disziplin, Zweikampfstärke, Umschalten und auch das Herausspielen von Torchancen haben gefehlt. Das war ein enttäuschendes Bild, aber ein frühes WM-Aus ist anderen großen Fußball-Nationen direkt nach dem Weltmeister-Titel in den letzten Jahren auch passiert. Ich erinnere da an die Spanier, Italiener oder auch die Franzosen, die jetzt wieder obenauf sind. Das liegt eindeutig daran, dass die Nationaltrainer in der Regel zu lange an verdienstvollen Spielern festhalten, was übrigens in allen Berufssparten aus Verbundenheit und Dankbarkeit ähnlich praktiziert wird.

Wie in den letzten Jahren schon haben die anderen internationalen Top-Ligen auf dem Transfermarkt wieder mächtig eingekauft, die Bundesliga hinkt hier hinterher. Sollten die Bundesliga-Teams mehr Geld investieren?

Die Bundesliga hinkt nicht in allen Bereichen hinterher. Trotz dem katastrophalen Ausscheiden bei der WM in Russland, liefern wir uns in der UEFA-Rangliste hinter Spanien mit England und Italien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In der aktuellen Fünf-Jahreswertung der UEFA-Klub-Koeffizienten belegen die Bayern Platz drei, Dortmund Platz zehn, Leverkusen Platz 20 und Schalke Platz 24, das ist durchaus positiv. Es ist auch absolut richtig, dass unsere Vereine nur das Geld ausgegeben, was sie eingenommen haben oder womit sie sicher planen können. Gegen die Klubs von der Insel ist finanziell ohnehin kein Kraut gewachsen, die Finanzkraft der Premier League ist gewaltig. 

Die englischen Spitzenklubs haben zuletzt zwischen 250 bis 270 Mio. TV-Gelder pro Saison kassiert, selbst der Absteiger FC Sunderland hat als Tabellenletzter im letzten Jahr mit zirka 150 Mio. das Doppelte wie der Bundesliga-Krösus Bayern München mit zirka 75 Mio. eingenommen. Außerdem gibt es in der Premier League viele Klubs, wo milliardenschwere Investoren ein sehr erfolgreiches Management betreiben. Diese Situation existiert mit Abstrichen auch in den anderen Top-Ligen.

Wie sehen Sie generell den Vergleich der Bundesliga mit den drei anderen Topligen (England, Spanien, Italien)?

Die Bundesliga kompensiert die geringeren Geldeinnahmen mit einer erstklassigen Arbeit in den Nachwuchsleistungszentren, mit einem sehr guten Scouting und einer cleveren Transferpolitik. Außerdem haben die Bundesligaklubs, gemessen an ihren Erfolgen, Tradition und Infrastruktur, zusätzlich lukrative Sponsorenpools.

Droht in der Bundesliga erneut Langeweile im Titelkampf. Kann ein Team die Bayern gefährden?

Bayern ist weiterhin das Maß aller Dinge, die Münchener haben Weltmeister in kurzen Hosen auf dem Rasen, aber eben auch viele Weltmeister in langen Hosen in den Büros. Die Führungscrew mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß sitzt nach ihrer außerordentlich erfolgreichen Spieler-Laufbahn, jetzt schon zusätzlich seit knapp 30 bzw. 40 Jahren erfolgreich am Regiepult.


Die Spitze in den anderen Topligen ist breiter, aber nicht annähernd so gravierend wie wir es in Deutschland immer gerne hinstellen.


Aber in den anderen Topligen gab es in den vergangenen Jahren zumindest andere Titelträger. In der Bundesliga heißt der Meister seit 2013 Bayern München.

Das stimmt. Die Spitze in den anderen Topligen ist breiter, aber nicht annähernd so gravierend wie wir es in Deutschland immer gerne hinstellen. Schauen wir uns mal die letzten 15 Jahre an: In Spanien hießen die Meister, mit einer Ausnahme, nur Barcelona oder Real Madrid. In Italien sicherte sich Juventus Turin trotz des Zwangsabstiegs 2006 neun Titel, Inter gewann fünfmal das Scudetto und der AC einmal. In England sind die Sieger etwas breiter gestreut, dennoch gab es mit Ausnahme von Überraschungsmeister Leicester City lediglich Chelsea und ManU, die jeweils fünf Titel holten. Zuletzt konnte sich mit drei Meisterschaften Manchester City einmischen, das ebenso wie der französische Champion Paris St. German mit fünf Triumphen optimale finanzielle Bedingungen dank der Millionen aus Arabien hat. In diesem Zeitraum holten die Bayern zehn Meistertitel, Dortmund zwei und Bremen, Stuttgart und Wolfsburg gewannen je einmal die "Salatschüssel".

Welche Teams sehen Sie als Bayern-Herausforderer?

Die üblichen Verdächtigen müssen den Bayern in dieser Saison mehr Paroli bieten, das fordere ich schon. Teams, wie Schalke, der BVB oder auch Leverkusen und Leipzig sollten in der Lage sein, den Vorsprung der Bayern in der Liga zu verringern. Vielleicht kann Borussia Mönchengladbach, mit weniger Verletzten als in der letzten Saison, in diese Phalanx eindringen.

Bei der Aufzählung fehlt der Tabellendritte der vergangenen Saison, die TSG Hoffenheim. Trainer Julian Nagelsmann erklärte forsch die Deutsche Meisterschaft als Saisonziel.

Ich fand das gut, dass Julian Nagelsmann einen rausgehauen hat. Diese Aussage ist zwar sehr verwegen, aber ich mag diese Typen, die nicht still, wie ein Mäuschen in der Ecke sitzen. Nagelsmann hat auch als junger Mann deutlich bewiesen, dass er schon ein absoluter Top-Trainer ist. Er hat Hoffenheim auf einem Abstiegsplatz übernommen und dann noch überraschend den Klassenerhalt geschafft, danach hat er das Team in den Europapokal geführt und dieses Jahr sogar in die Champions League, obwohl die TSG jedes Jahr die besten Spieler abgegeben hat - letztes Jahr u.a. Süle, Rudy, Wagner und diese Saison auch schon wieder die torgefährlichen Gnabry und Uth. Ich finde es angenehm, wenn sich nicht gleich jeder vor den Bayern in die Hose macht, aber es wird durch die Doppelbelastung in der Königsklasse schwer, ganz oben in der Bundesliga anzugreifen.


Ich fand das gut, dass Julian Nagelsmann einen rausgehauen hat. Diese Aussage ist zwar sehr verwegen, aber ich mag diese Typen, die nicht still, wie ein Mäuschen in der Ecke sitzen


Wie sieht es mit ihrem alten Team Bayer 04 Leverkusen aus. Wo landet ihre alte Liebe?

Ich glaube, kann eine gute Rolle spielen. Ich traue dem Team von Heiko Herrlich den Einzug in die Champions League zu. Die Mannschaft ist vor allem in der Offensive sehr gut mit Leon Bailey, Julian Brandt, Paulinho, Kai Havertz, Lucas Alario, Bellarabi und Kevin Volland besetzt. Vorne ist Bayer eine Urgewalt. Ein ganz besonderes Auge, so sagte mir auch Rudi Völler, sollte man auf Kai Havertz richten. Dieses Supertalent wird in Zukunft sicherlich auch ein Thema für die Nationalmannschaft sein. Insgesamt ist die Mannschaft in allen Mannschaftsteilen gut besetzt, man braucht eigentlich noch einen erfahrenen Defensivspieler, vor allem wenn Henrichs noch nach Monaco wechselt.

Welche Teams kämpfen einzig und allein um den Klassenerhalt?

Natürlich werden es die Aufsteiger aus Düsseldorf und Nürnberg schwer haben. Dann wird FSV Mainz wieder in der Verlosung dabei sein, auch wenn sie von ihrem sehr guten Sportdirektor Rouven Schröder clever gemanagt werden. Die Mainzer haben Spieler im Wert von über 50 Millionen verkauft, darunter Schlüsselspieler wie Stürmer Muto, im Mittelfeld Serdar oder auch der erstklassige Innenverteidiger Diallo, der jetzt in Dortmund spielt. Rouven Schröder hat einen großen Betrag von diesen Transfereinnahmen wieder in junge, talentierte internationale Spieler investiert. Es wird spannend zu sehen sein, wie bei den Mainzern die Transfers funktionieren.

Vorne ist Bayer eine Urgewalt.

Dann ist da noch der SC Freiburg, alle Jahre wieder fightet Christian Streich mit seinem Team um den Klassenerhalt. Genauso wie der FC Augsburg, den ich auch immer wieder dazuzähle und der immer wieder genau das Gegenteil macht und die Klasse locker hält. Trainer Manuel Baum und Manager Reuter leisten sehr gute Arbeit. Ich sehe es aber als Problem an, dass Torjäger Alfred Finnbogason wieder verletzt ist, er ist sehr wichtig für die Mannschaft. Dann gibt es immer noch ein, zwei Teams, die unerwartet unten reinrutschen können. Vielleicht Eintracht Frankfurt, das viele Spieler abgegeben hat, oder auch der Vorjahrs-Aufsteiger Hannover 96. Ich glaube aber nicht, dass die Eintracht oder 96er ins Gras beißen. Der, der in den letzten beiden Jahren fester Kunde in die Relegation war, könnte bei gutem Saisonverlauf wieder etwas in der Tabelle nach oben rutschen.

Welche Teams könnten für Sie für eine Überraschung sorgen (positiv wie negativ)?

Werder Bremen muss man ein großes Kompliment machen, wie sich der Verein letzte Saison aus der Abstiegszone heraus katapultiert und gespielt hat. Trainer Florian Kohfeldt macht in Bremen einen ausgezeichneten Job. Zudem hat Werder mit den zwei Ex-Nationalspielern, Sportchef Frank Baumann und Aufsichtsrats-Vorsitzender Marco Bode, kompetente Leute in der Führung. Die Bremer haben sich gut verstärkt, auch wenn der neue Kapitän Max Kruse noch nicht in Topverfassung ist. 

Der clevere Goalgetter wird bald in Form sein. Auch der VfB Stuttgart könnte für Furore sorgen und die Europa League-Plätze in Angriff nehmen. Michael Reschke hat zusammen mit seiner Scouting-Abteilung nochmal für neuen frischen Wind gesorgt. Wie bereits erwähnt, traue ich auch Wolfsburg etwas zu. Der neue Sportchef Jörg Schmadtke hat keine Platzierung herausgegeben, das Potenzial ist weiterhin da. Stürmer Daniel Ginczek halte ich für einen sehr guten Neuzugang. Der VfL hat viele gute Spieler im Kader, die in der letzten Saison unter ihren Möglichkeiten gespielt haben und jetzt nicht zum dritten Mal in die Relegation möchten.

Von Neuzugang Paulinho (l) erhofft sich Bayer Leverkusen eine Menge. Der Brasilianer ist erst 18 Jahre alt und gilt als Megatalent. Foto: imago/Jan Huebner

Auf welchen externen Neuzugang in der Bundesliga freuen Sie sich am meisten?

Da muss ich wieder zurück zu Bayer Leverkusen. Der junge Paulinho aus Brasilien wird bereits in höchsten Tönen gelobt. Der ist erst 18 Jahre alt.

Kurz zur 2. Bundesliga: Schaffen der HSV und der 1. FC Köln den direkten Wiederaufstieg?

Das wird für beiden Teams kein Zuckerschlecken, auch in der 2. Bundesliga geht richtig die Post ab. Für die Bundesliga wäre es sehr gut, wenn die beiden Traditionsclubs zurückkehren würden. Der HSV und die Kölner haben aber schon an den ersten beiden Spieltagen gesehen, wie schwierig es in der 2. Bundesliga wird.

Wie schätzen Sie die Neuerungen des Video-Assistenten ein. Sind Sie generell ein Befürworter des Video-Assistenten?

Mich hat der Video-Assistent schon in der letzten Saison überzeugt. Die Quote an richtigen Entscheidungen ist durch den Video-Assistenten erheblich erhöht worden. Der Fußball ist also auch objektiv fairer geworden. Trotzdem wird Fußball-Deutschland traditionell skeptisch und nörglerisch bleiben und es wird auch wieder auf den wenigen Fehlentscheidungen herumgeritten. 

Man muss natürlich noch einiges verbessern, man darf nicht zu viel von außen eingreifen, der Schiedsrichter muss für alle erkennbar der Boss auf dem Spielfeld sein. Bei der WM wurde das sehr gut gemacht, die Feinabstimmung zwischen allen Beteiligten hat da besser funktioniert.


Der Fußball ist also auch objektiv fairer geworden. Trotzdem wird Fußball-Deutschland traditionell skeptisch und nörglerisch bleiben und es wird auch wieder auf den wenigen Fehlentscheidungen herumgeritten.


Für mich ist sehr wichtig, dem Zuschauer im Stadion mittelfristig die gleichen Bilder zur Verfügung zu stellen, wie dem Schiedsrichter und den TV Zuschauern. Ich war in den letzten Jahrzehnten bei rund 100 TV-Sendungen, wo es trotz den vielen Fernseh-Bildern von allen Experten in der Regel immer mindestens zwei unterschiedliche Meinungen über Tor, Foul oder Abseits gab. Das wird nicht aufhören, denn das gehört in Deutschland anscheinend zum Fußball dazu. Jetzt gibt es zur neuen Saison die kalibrierten Abseitslinien, dann wird diese Thematik jedenfalls entfallen. Durch den Video-Assistenten sind die Fehlentscheidungen im Fußball minimiert worden, das ist einfach Fakt. Es wird aber weiter Fehler geben, weil das menschliche Auge letztendlich mit entscheidet und nicht unfehlbar ist.

Auch in der Champions League geht es Anfang September wieder los. Wird es dieses Mal einen anderen Sieger als Real Madrid geben?

Ich glaube, es wird dieses Mal für Real Madrid nicht so einfach sein, weil sie einen Spieler ersetzen müssen, der über 50 Tore in der vergangenen Saison geschossen hat. Cristiano Ronaldo hat davon alleine 15 in der Königsklasse erzielt. Selbst für einen Verein wie Real Madrid ist das ein großer Verlust, der nicht leicht zu kompensieren sein wird.

Die Favoriten sind aber fast immer dieselben. Neben Real Madrid und dem FC Barcelona zähle ich noch den FC Liverpool, Manchester City, Bayern München, Paris St. Germain und Juventus Turin dazu. Das sind die glorreichen Sieben. Besonders das Quartett Manchester City, Barcelona, Juventus und Paris St. German, die ihre Ligen in der vergangenen Saison dominiert haben und souverän Meister wurden, werden ihr Hauptaugenmerk auf den Gewinn der Champions League richten, zumal keiner von ihnen in der letzten Saison auch nur das Halbfinale erreicht haben.

Zeitenwende: Weltfußballer Cristiano Ronaldo stürmt in dieser Saison nicht mehr für Real Madrid, sondern für den italienischen Meister Juventus Turin. Foto: imago/HochZwei/Syndication

Sie haben den FC Bayern als Mit-Favoriten genannt. Können die Münchner wirklich in der nächsten Saison ein Wörtchen in der Titelvergabe mitreden?

Warum denn nicht? In der vergangenen Saison haben die Bayern in den beiden Halbfinalspielen gegen Real Madrid sehr viel Pech gehabt, sie waren eigentlich die bessere Mannschaft. Man muss einfach auch das Quäntchen Glück haben, wie es Real letzte Saison gegen Bayern und auch schon im Viertelfinale gegen Juventus Turin hatte. Und wer weiß, ob Liverpool ohne die Verletzung und das frühe Aus von Salah und den beiden Fehlern von Karius die Madrilenen nicht in größere Schwierigkeiten hätte bringen können.

Dieser Titel ist von vielen Unwägbarkeiten abhängig. Der Champions League Sieger 2018 hieß Real Madrid und hatte in der spanischen Liga 17 Punkte weniger als Meister Barcelona, Finalgegner FC Liverpool in der Premiere League 25 Punkte weniger als der englische Meister ManCity. Wenn sich irgendwann mal die Glücks-Waage in Richtung der Bayern neigt, warum sollen sie dann nicht noch einmal triumphieren. Wer ins Halbfinale kommt, der gehört zum Favoritenkreis. Und das schaffen die Bayern ja fast jedes Jahr.

Es kann nicht sein, dass die Teilnehmer immer das darauffolgende Bundesliga-Spiel wichtiger einstufen als das Match in der Europa League. Wenn das so ist, dann bräuchten diese Teams nicht die ganze Saison, um den Einzug in die Europa League zu kämpfen. Das macht keinen Sinn.


Was kann man von den anderen deutschen Clubs (Schalke 04, B. Dortmund und TSG Hoffenheim) in der Champions League erwarten?

Grundsätzlich müssen sich zunächst mal alle deutschen Teams im Europapokal besser präsentieren. Es kann nicht sein, dass die Teilnehmer immer das darauffolgende Bundesliga-Spiel wichtiger einstufen als das Match in der Europa League. Wenn das so ist, dann bräuchten diese Teams nicht die ganze Saison, um den Einzug in die Europa League zu kämpfen. Das macht keinen Sinn. Ich bin aber davon überzeugt, dass Bayer Leverkusen, RB Leipzig (wenn sie sich qualifizieren) und hoffentlich auch Eintracht Frankfurt besser präsentieren als die deutschen Teams in der vergangenen Saison. Auch in der Champions League, glaube ich, dass neben Bayern München, Schalke, Dortmund und auch Hoffenheim uns gut vertreten werden.

Sollten sich generell die Fußballspieler wieder etwas zurücknehmen und sich weniger mit Twitter und Instagram beschäftigen? Verliert der Fußball seine Basis?

Ich kann nur sagen, dass die Bundesliga weiterhin sehr angesagt ist. Die Bundesliga hat weltweit mit die höchsten Zuschauerzahlen und das mit großem Abstand. Die Einschaltquoten, egal ob Bundesliga oder Nationalmannschaft sind überragend. Da kommen auch keine andere Sportart oder andere TV-Formate mit. Der Fußball boomt weiter. Aber man muss natürlich sagen, dass sich die Gesellschaft und vor allem auch die Jugend verändert haben. Ich persönlich bin jemand, der gerne viel quatscht, aber es gibt natürlich viele jüngere Menschen, die sich im Internet wohlfühlen und austoben. Die Welt hat sich verändert. Gegen die Digitalisierung kann man sich nicht wehren. Wir brauchen die Digitalisierung natürlich auch in vielen anderen wichtigen Bereichen, zum Beispiel in der Automobil-Industrie, wenn wir unsere weltweite Vormachtstellung durch autonomes Fahren in der Zukunft erhalten wollen.


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