Vor Ende der Transferperiode Das sind die Baustellen der 18 Bundesliga-Clubs

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Mit den Verpflichtungen von Axel Witsel (l.) und Thomas Delaney hat Borussia Dortmund seine Baustelle im zentralen Mittelfeld geschlossen. Foto: imago/Kirchner-MediaMit den Verpflichtungen von Axel Witsel (l.) und Thomas Delaney hat Borussia Dortmund seine Baustelle im zentralen Mittelfeld geschlossen. Foto: imago/Kirchner-Media

Hamburg. Die Bundesliga gibt weniger Geld für neue Spieler aus als in den Vorjahren. Dennoch herrscht bei einigen Clubs Bedarf.

Knapp zwei Wochen hat das Transferfenster in der Bundesliga noch geöffnet: Bis zum 31. August können die 18 Vereine ihre Kader noch aufrüsten. Wenn man sich die bisherigen Transferausgaben der Bundesliga im internationalen Vergleich anschaut, muss man konstatieren: in Deutschland scheint das Geld derzeit nicht ganz so locker zu sitzen, wie in der jüngeren Vergangenheit. 

Noch im Sommer 2017 gab die Bundesliga für Neuzugänge insgesamt 716,99 Millionen Euro aus – in diesem Jahr liegen die Ausgaben zwei Wochen vor Ende des Transferfensters bei vergleichsweise geringen 444,80 Millionen Euro. Da innerhalb der nächsten 14 Tage nicht mit Einkäufen im Wert von über 260 Millionen zu rechnen ist, werden die Transferausgaben in diesem Jahr wohl zum ersten Mal seit der Saison 2010/2011 wieder niedriger ausfallen, als im Jahr zuvor.

Die Transferausgaben der Bundesliga-Clubs seit 2009:


Dennoch: Der eine oder andere Transfer wird mit Sicherheit noch realisiert werden. Doch welcher Verein hat überhaupt Bedarf? Auf welchen Positionen wollen oder müssen sich die Clubs noch verstärken? Wir liefern einen Überblick über die 18 Vereine:

FC Bayern München: Der FC Bayern hat im Grunde alle Positionen doppelt und hochkarätig besetzt. Selbst ein Abgang von Sebastian Rudy, der bei Schalke und Leipzig im Gespräch ist, könnte aufgefangen werden. Der neue Trainer Niko Kovac vertraut dem zurückgeholten Renato Sanches und plant im zentralen Mittelfeld neben Javi Martinez, Leon Goretzka, Corentin Tolisso und Thiago mit dem Portugiesen. Baustellen:

FC Schalke 04: Der Vizemeister sucht nach dem jüngsten Abgang von Thilo Kehrer zu Paris St. Germain noch nach einem Verteidiger und hat auch Bedarf nach einem defensiven Mittelfeldspieler (Sebastian Rudy und Danny Drinkwater sind im Gespräch). Ansonsten haben sich die Königsblauen unter anderem mit Mark Uth (Hoffenheim), Salif Sane (Hannover) oder Omar Mascarell (Frankfurt) in der Breite gut verstärkt, um die zahlreichen Aufgaben in Bundesliga, Pokal und Champions League angehen zu können. Baustellen: Innenverteidigung, defensives Mittelfeld

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1899 Hoffenheim: Die Kraichgauer haben auf dem Transfermarkt sehr zurückhaltend agiert. Der Glamourfaktor der Neuen Kasim Nuhu (Young Boys Bern), Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach), Joshua Brenet (PSV Eindhoven), Ishak Belfodil (Standard Lüttich) und Leonardo Bittencourt (1. FC Köln) hält sich in Grenzen, mehr plant man bei den Hoffenheimern wohl nicht: „Wir sind bekanntlich Dritter geworden in der vergangenen Saison. Wenn ich jetzt einen Spieler für die Position acht holen will, der uns besser macht, wird das ein finanzielles Unterfangen, bei dem wir uns schnell vom Transfermarkt verabschieden“, schloss Trainer Julian Nagelsmann weitere Neuzugänge so gut wie aus. Baustellen: –

Borussia Dortmund: Die Fans des BVB warten sehnsüchtig darauf, dass der Verein endlich einen neuen Stürmer verpflichtet: Die Ex-Goalgetter Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang haben die Messlatte hoch gelegt, ebenso die Preise auf dem überhitzten internationalen Transfermarkt. "Internationale Top-Stürmer, da muss man ehrlich sein, sind für Borussia Dortmund zurzeit fast unmöglich zu realisieren", klagt Sportdirektor Michael Zorc. Dennoch steht die Verpflichtung eines Stürmers auf der Prioritätenliste ganz oben, selbst wenn Trainer Lucien Favre in der Vergangenheit in Mönchengladbach auch Marco Reus als Nummer neun auflaufen ließ. Das zentrale Mittelfeld, in der vergangenen Saison ein Schwachpunkt bei den Borussen, sollte nach den Verpflichtungen von Axel Witsel und Thomas Delaney gut abgedeckt sein. Baustelle: Sturm

Bayer Leverkusen: Scheinbar unspektakulär, aber punktuell und perspektivisch verstärkt hat sich die Werkself aus Leverkusen. Lukas Hradecky ersetzt Bernd Leno im Tor, auf der linken Seite soll Mitchell Weiser den nächsten Schritt machen und mit dem 18-jährigen Paulinho hat man mal wieder bewiesen, dass die Bayer-Scouts in Brasilien gut vernetzt sind. Allerdings könnte Bayer noch aktiv werden (müssen): Paris St. Germain plant offenbar, Linksverteidiger Wendell für 30 Millionen Euro abzuwerben. Sollte dieser Fall eintreten, will sich Leverkusen wohl um Douglas Santos vom Hamburger SV bemühen. Baustellen:(noch) keine

RB Leipzig: Die Bullen haben großes Interesse daran, mit Sebastian Rudy einen erfahrenen und ballsicheren Mittelfeldspieler zu verpflichten. Die Verhandlungen laufen offenbar, doch der Bayern-Spieler wird auch vom FC Schalke umworben. Auch ein Nachfolger des zum FC Liverpool abgewanderten Naby Keita wird noch gesucht. Die Sachsen jedenfalls könnten im Mittelfeld Verstärkung gebrauchen, genauso wie auf der linken Außenbahn. Dort wirbelte in der vergangenen Saison der vom FC Everton ausgeliehene Ademola Lookman, den man gerne fest verpflichten würde. Die von den "Toffees" aufgerufenen 30 Millionen Pfund (33 Millionen Euro) sind den Leipzigern aber zu viel. Baustellen: Zentrales Mittelfeld, linker Flügel

VfB Stuttgart: Mit Michael Reschke haben die Schwaben einen ausgewiesenen Transfer-Experten als Sportvorstand, das ist auch an den Transfers des VfB abzulesen: Pablo Maffeo von Manchester City verpflichtet zu haben, darum beneiden die Stuttgarter viele. Auch Zugänge wie Gonzalo Castro oder der Stürmer Nicolas Gonzalez stehen dem VfB gut zu Gesicht. Fleißig wie die Schwaben nun einmal sind, haben sie ihre Hausaufgaben allesamt schon gemacht. Baustellen: –

Eintracht Frankfurt: Wie beinahe jeden Sommer muss sich die Eintracht neu erfinden und zahlreiche Abgänge kompensieren: In diesem Jahr verließen Keeper Lukas Hradecky sowie die Leistungsträger Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell und Marius Wolf den Verein. Die entstandenen Vakanzen beim Pokalsieger wurden allesamt aufgefüllt, dazu wurde "in die Zukunft investiert, nicht in die Breite, das ist entscheidend", wie Sportdirektor Fredi Bobic erklärt. Baustellen: –

Borussia Mönchengladbach: Der Vorjahresneunte hat seinen Kader bereits aufgerüstet und mit Stürmer Alassane Plea von OGC Nizza den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte getätigt (23 Millionen Euro). Im Grunde steht der Kader, doch da bereits zu Saisonbeginn das Verletzungspech bei den Borussen mal wieder gravierend zugeschlagen hat, erwägt Sportdirektor Max Eberl, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Vor allem ein Offensivallrounder wäre im Borussia-Park gern gesehen. Baustelle: Offensivbereich

Hertha BSC: Bislang haben die Berliner mit Pascal Köpke (FC Erzgebirge Aue), Lukas Klünter (1. FC Köln) und Javairo Dilrosun (Manchester City) drei Transfers getätigt, laut Geschäftsführer Michael Preetz verfolge man den Transfermarkt aber nach wie vor mit offenen Augen. Gewünscht wäre Verstärkung im Offensivbereich sowie auf der Rechtsverteidigerposition. Trainer Pal Dardai ist aber auch dafür bekannt, gerne seinen Nachwuchsspielern Chancen auf den Sprung in die Profimannschaft zu gewähren. Baustellen: Offensive, Rechtsverteidigerposition

Werder Bremen: Sportdirektor Frank Baumann hat mit Mittelfeldspieler Davy Klaasen den teuersten Transfer der Vereinshistorie getätigt und zudem mit Claudio Pizarro und Martin Harnik zwei Offensivkräfte zurück an die Weser geholt. Das soll aber noch nicht alles gewesen sein: Im linken Mittelfeld herrscht noch Bedarf, genau so hätte man gerne noch eine Verstärkung in der Breite im Abwehrbereich. Trainer Florian Kohfeldt hat aber weitgehend seinen erfolgreichen Kader aus der vergangenen Saison zusammenhalten können. Baustellen: Mittelfeld, Abwehr

FC Augsburg: Jahr für Jahr gelten die Augsburger als Abstiegskandidat, Jahr für Jahr belehren die  Fuggerstädter die Experten eines Besseren. So soll es auch dieses Mal geschehen, wozu vor allem die Offensive mit Andre Hahn (HSV) und Julian Schieber (Hertha BSC) aufgerüstet wurde. Der Abgang von Stammkeeper Marvin Hitz zum BVB soll mit Fabian Giefer oder Andreas Luthe aus den eigenen Reihen aufgefangen werden. Die Personalplanung bei den Schwaben ist laut Stefan Reuter abgeschlossen: "Es ist nichts angedacht", antwortete der Manager jüngst auf Fragen nach weiteren Transfers. Baustellen: –

Hannover 96: Sechs neue Spieler hat Sportdirektor Horst Heldt in dieser Transferperiode an die Leine gelockt, ob mindestens ein weiterer hinzu kommt, das ist derzeit bei Hannover 96 ein großes Thema. Eigentlich wünscht sich Trainer André Breitenreiter für die linke offensive Außenbahn noch eine Verstärkung, Heldt dagegen ist von der Entwicklung des aus der eigenen Jugend stammenden Linton Maina verzückt und erwägt, keinen weiteren Spieler für diese Position zu verpflichten. Dennoch ist alles möglich: "Ob wir eine weitere Personalie dazunehmen, werden wir am Ende der Transferperiode entscheiden", erklärt der Sportdirektor, dessen Priorität ohnehin die Verpflichtung eines Innenverteidigers sein dürfte. Nach den Abgängen von Leistungsträger Salif Sané und Florian Hübner herrscht hier dringend Handlungsbedarf. Baustelle: Innenverteidigung

FSV Mainz 05: Vier externe Neuzugänge stehen bislang bei den Rheinhessen fest. Dazu gesellen sich noch einige Spieler, die nach Ausleihe wieder zurück am Bruchweg sind. Nicht umsonst kündigte Sportdirektor Rouven Schröder zuletzt an, dass noch etwas passieren wird. "Wir werden noch Verpflichtungen tätigen und Spieler abgeben", sagt der frühere Bremer. Angesichts von bisherigen Einnahmen in Höhe von 53 Millionen Euro und "nur" 25 Millionen Euro an Ausgaben, darf man folgende Aussage Schröders durchaus als Statement bezeichnen: "Wir werden das, was wir erlöst haben, wieder einlösen, damit der Mainzer Fan auch weiß: Die horten nicht ihr Geld, sondern geben es auch aus." Bevorzugt ein neuer offensiver Mittelfeldspieler soll kommen. Baustellen: Linkes offensives Mittelfeld, Innenverteidigung

SC Freiburg: Dank des Rekordverkaufs von Caglar Söyüncü zu Leicester City für 21 Millionen Euro können die Freiburger finanziell aus dem Vollen schöpfen. Allerdings backt man im Breisgau seit jeher kleinere Brötchen, daher muten die fünf Millionen Euro für Luca Waldschmidt (HSV) wie ein ordentlicher Batzen an. Der Kader für die neue Saison steht. Nachbessern würden die Freiburger gerne im offensiven Mittelfeld, wo die Personaldecke momentan noch zu dünn ausfällt. Baustelle: Offensives Mittelfeld

VfL Wolfsburg: Die ganz großen Verrücktheiten auf dem Transfermarkt (Julian Draxler, Andre Schürrle) macht der VfL Wolfsburg nicht mehr. Nach zwei Mal Relegation in Folge ist man bescheiden geworden, zumal hat mittlerweile mit Jörg Schmadtke ein für seine Sachlichkeit bekannter Manager das sportliche Sagen. Mit Daniel Ginczek und Wout Weghorst wurde die vorderste Sturmreihe runderneuert, dahinter soll aber noch etwas passieren: Auf den Flügeln will sich der Verein offenbar noch verstärken, genauso im Defensivbereich, wo nach einem im Spielaufbau starken Innenverteidiger gesucht wird. Baustellen: Innenverteidigung, linkes Mittelfeld

Fortuna Düsseldorf: Zehn Spieler von außerhalb hat der Aufsteiger bereits verpflichtet und sich somit für die Rückkehr in die Bundesliga breit aufgestellt. Dennoch hat Trainer Friedhelm Funkel noch auf einer Position laut eigener Aussage noch dringend Bedarf: „Ich brauche unbedingt noch einen weiteren Innenverteidiger. Nicht unbedingt einen, der nur den Kader auffüllt, sondern die Lösung soll so gut wie möglich sein. Eine echte Alternative zu den Innenverteidigern, die wir haben", erklärte der Fortuna-Coach kürzlich. Auf allen anderen Positionen scheinen die Düsseldorfer mit ihrem Personal zufrieden zu sein. Baustelle: Innenverteidigung

1. FC Nürnberg: Im Gegensatz zur Fortuna hat sich der "Club" auf dem Transfermarkt bislang deutlich zurückgehalten, mit Robert Bauer (Werder/Leihe) und Christian Mathenia (HSV) kamen bislang nur zwei Spieler mit Bundesligaerfahrung. Besonderer Bedarf herrscht bei den Franken im zentralen Mittelfeld, wo der nach Bremen abgewanderte Kevin Möhwald dringend ersetzt werden muss. Auch ein erfahrener Innenverteidiger soll der jungen Truppe von Trainer Michael Köllner nach Möglichkeit noch geführt werden. Baustellen: Zentrales Mittelfeld, Innenverteidigung



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