Quakenbrücker erhält NBA-Vertrag Basketballer Hartenstein: "Es ist ein sehr gutes Gefühl"

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Auf dem Weg nach oben: Isaiah Hartenstein (vorne) im Trikot der Rio Grande Valley Vipers. In der kommenden Saison winken Einsätze für die Houston Rockets in der NBA. Foto: HülsmannAuf dem Weg nach oben: Isaiah Hartenstein (vorne) im Trikot der Rio Grande Valley Vipers. In der kommenden Saison winken Einsätze für die Houston Rockets in der NBA. Foto: Hülsmann

Houston/Quakenbrück. Isaiah Hartenstein hat das nächste Ziel seiner Karriere erreicht. Der Basketballer aus Quakenbrück im Landkreis Osnabrück hat einen Vertrag in der NBA bei den Houston Rockets unterschrieben. Der 20-Jährige ist damit der 15. Deutsche, der in der besten Liga der Welt spielen wird.

„Es ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Darauf habe ich hingearbeitet, seit ich laufen kann“, sagte Hartenstein. Nach der bisher wichtigsten Unterschrift seines Lebens ging es für den 20-Jährigen mit „einem guten Gefühl, es endlich geschafft zu haben“, nach Hause. Mit dem NBA-Vertrag bei den Rockets in der Tasche wird er die kommenden Tage in Quakenbrück bei seinen Eltern Teresa und Florian verbringen. Ganz untätig sein wird Isaiah dabei nicht. Die Artland Dragons, trainiert von seinem Vater, starten in der kommenden Woche in die Vorbereitung auf die Saison in der ProA und werden in den ersten Einheiten teilweise hochklassige Unterstützung bekommen.

Mindestgehalt von rund 850.000 Dollar

Für den mittlerweile 2,16 m großen und 115 kg schweren Hartenstein ist es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Rund um die Artland Arena in Quakenbrück hat er das Basketballspielen gelernt. Über den litauischen Spitzenclub Zalgiris Kaunas ging es im vergangenen Jahr in die USA. An 43. Stelle des Drafts war er von den Rockets gezogen worden und hatte dann für deren Farmteam Rio Grande Valley Vipers in der G-League gespielt.


Isaiah Hartenstein und Vater Florian Hartensteinl im Dragons Center in Quakenbrück. Foto: Rolf Kamper 17.02.2018, Isaiah Hartenstein, und Vater Florian Hartensteinl im Dragons Center, Basketball,


„Es war ein gewisses Risiko, denn in Europa hätte ich viel mehr Geld verdienen können. Die Entscheidung war aber auf jeden Fall die richtige“, betont Hartenstein. Das gilt auch in finanzieller Hinsicht. Nach unseren Informationen hat er in Houston einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison unterschrieben. Das erste Jahr ist dabei voll garantiert, das zweite teilweise. Das Mindestgehalt in der NBA liegt in der kommenden Spielzeit bei rund 850.000 US-Dollar (rund 730.000 Euro).

Sieben Deutsche in der NBA

Hartenstein setzt mit der Unterschrift in Houston einen aus deutscher Sicht sehr erfreulichen Trend fort. Mit dem 20-Jährigen steht für die kommende Saison bereits der siebte Spieler aus Deutschland in der NBA unter Vertrag: Dirk Nowitzki und Maxi Kleber bei den Dallas Mavericks, Dennis Schröder bei den Oklahoma City Thunder, Daniel Theis bei den Boston Celtics sowie die beiden Youngster Moritz Wagner und Isaac Bonga bei den Los Angeles Lakers. Hinzu kommt noch Paul Zipser, der nach zwei Jahren bei den Chicago Bulls zwar dort keine Zukunft mehr hat, aber noch auf der Suche nach einem neuen Team ist.


Im Nationaltrikot: Isaiah Hartenstein (rechts) lief beim Supercup 2017 für die deutsche Mannschaft auf. Foto: Witters


Die NBA ist also längst nicht mehr nur in Sachen Vermarktung auf Globalisierungskurs. Immer mehr Spieler aus dem Ausland kommen in die beste Liga der Welt – insbesondere auch aus Deutschland. Die Bemühungen des Deutschen Basketball-Bundes in den vergangenen Jahren tragen Früchte.

Vertragsabschluss wird in der Halle gefeiert

Davon profitiert auch Hartenstein, der für die kommende Zeit schon klare Pläne hat. „Das Trainingscamp der Rockets beginnt zwar erst Mitte September, aber ich werde schon früher mit der Vorbereitung beginnen.“ Welche Rolle er dann im hochambitionierten Team aus Texas um die beiden Superstars James Harden und Chris Paul spielen wird, steht noch nicht fest. Denkbar ist, dass er hinter den beiden etablierten Clint Capela (hat noch keinen neuen Vertrag unterschrieben) und dem brasilianischen Routinier Nené auf der Centerposition in die Rotation rückt.

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Bis dahin stehen aber noch eben ein paar Tage Heimaturlaub auf dem Programm. Die Frage, ob der Vertragsabschluss gefeiert wird, beantwortet Hartenstein dabei auf seine Weise: „Ja, in der Halle!“ Das nächste Ziel seiner Karriere soll ja schließlich nicht das letzte sein.


Die Nummer 15?

Mit der Vertragsunterschrift bei den Houston Rockets dürfte Isaiah Hartenstein bald in einen durchaus erlauchten Kreis aufsteigen. Erst 14 Spieler mit deutschem Pass haben vor dem 20-Jährigen in der NBA gespielt. Der erste war Frido Frey, der kurz nach Gründung der NBA im Jahr 1946 eine Saison für die New York Knicks spielte. Ihm folgten in den 80er-Jahren Detlef Schrempf, Uwe Blab und der gebürtige Osnabrücker Christian Welp. Alles zuvor und auch danach da gewesene aus deutscher Sicht stellte Dirk Nowitzki in den Schatten, der seit 1999 für die Dallas Mavericks aktiv ist und im Oktober in seine 21. Saison geht.

In diesem Zeitraum spielten mit Shawn Bradley und Chris Kaman zwei US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln in der NBA. Es dauerte dann bis zum Jahr 2013, als Dennis Schröder in die Liga kam. Im gleichen Jahr oder kurz danach kamen noch Tim Ohlbrecht, Elias Harris und Tibor Pleiß, die zusammen allerdings nur 17 Partien bestritten. 2016 wechselte Paul Zipser in die NBA, wiederum im Jahr danach folgten Maxi Kleber und Daniel Theis, die auch in der kommenden Saison noch dabei sind. Ebenfalls in diesem Sommer haben außerdem Moritz Wagner und Isaac Bonga einen Vertrag unterschrieben und hoffen auf ihr Debüt in der besten Liga der Welt.

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