Dortmund, Bayern und Schalke Meister Bundesliga vermüllt: 11,5 Millionen Einwegbecher verbraucht

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11,5 Millionen Trinkbecher sind in der vergangenen Fußball-Saison in der Bundesliga und 2. Liga verbraucht worden. Borussia Dortmund ist "Müll-Meister". Foto: Witters/Groothuis11,5 Millionen Trinkbecher sind in der vergangenen Fußball-Saison in der Bundesliga und 2. Liga verbraucht worden. Borussia Dortmund ist "Müll-Meister". Foto: Witters/Groothuis

Osnabrück. Für viele Fußball-Fans gehört zum Stadionbesuch ein kühles Getränk dazu. Für die Vereine stellt sich die Frage nach der Becherwahl: Mehr- oder Einweg. Die Deutsche Umwelthilfe zieht Bilanz zur vergangenen Bundesliga-Saison und fordert ein Umdenken der Klubs.

In deutschen Fußball-Stadien türmen sich nach Abpfiff die Müllberge. 11,5 Millionen Trinkbecher sind in der vergangenen Saison in der 1. und 2. Bundesliga verbraucht worden. Borussia Dortmund sichert sich in dieser Kategorie den Titel: Der BVB ist "Müll-Meister". Mehr als 1,5 Millionen Einwegbecher verbrauchten die Borussen in der vergangenen Saison. Hinter den Dortmundern folgten die Bayern (1,4 Millionen Becher), Schalke (1,1 Millionen) und Köln (960.000). Es ist nicht ganz verwunderlich, dass diese Teams an der Spitze stehen, denn schließlich haben sie im Schnitt auch die meisten Zuschauer (BVB 79.863 Zuschauer/Spiel, Bayern 75.353, Schalke 61.080).


Getränkebecher in den Fußball-Stadien der Bundesliga-Saison 2017/18. Grafik: Deutsche Umwelthilfe

Gerade einmal 16 Vereine der 36 Clubs der beiden Top-Ligen nutzten Mehrwegsysteme, acht davon im Oberhaus. Dazu gehörten unter anderem Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und RB Leipzig. In der 2. Liga setzten mit Bielefeld, Braunschweig, Sandhausen und St. Pauli einige Vereine auf Mehrweg.


Nur 16 Teams der 1. und 2. Bundesliga nutzen Mehrwegsysteme. Grafik: Deutsche Umwelthilfe

In Stadien mit Mehrwegbechersystemen werden laut DUH in der Regel wiederverwendbare Becher aus Polypropylen (PP) zum Verkauf von Getränken genutzt. Bei Einwegsystemen werden die Getränke in einmalig verwendbare Becher aus Polystyrol (PS) und Polyethylenterephtalat (PET) sowie heiße Getränke in Kartonbecher mit einer dünnen Kunststoffbeschichtung (Polyethylen) abgefüllt. In den letzten Jahren wurden in Deutschland neue Einwegbecher aus Polylactid (PLA) eingeführt, welche aus der Nutzpflanze Mais hergestellt werden und unter bestimmten industriellen Bedingungen zumindest theoretisch biologisch abbaubar sind. Auch in der Bundesliga werden diese immer häufiger eingesetzt. Das führte dazu, dass der Trend wieder zum Eingwegbecher geht.


Immer mehr Fußball-Vereine in den deutschen Top-Ligen setzen auf Einwegsysteme. Grafik: Deutsche Umwelthilfe

Alle Einwegbecher, egal aus welchem Material, weisen nach Angaben der DUH im Vergleich zu Mehrwegsystemen Nachteile auf. Die wiederbefüllbaren Becher verringern logischerweise durch die mehrfache Verwendung unnötigen Müll. Einwegbecher würden zudem meistens nicht getrennt gesammelt und recycelt sondern verbrannt, auch die "ökologischen" PLA-Becher.


Der FC St. Pauli setzt bereits auf Mehrwegbecher. Foto: Witters/Groothuis


Schon nach fünf Wiederbefüllungen lohnt sich laut DUH der Einsatz eines Mehrwegbechers im Vergleich zum Kunststoff-Einwegbecher. Im Schnitt lassen sich die Becher problemlos 41 Mal verwenden. In der Saison 2015 wurde ein einziger Mehrwegbecher im Schnitt sogar 107 Mal wieder befüllt. Zudem verursachen die wiederbefüllbaren Becher deutlich weniger CO2-Emissionen und sparen Rohstoffe.


In der Praxis des Bundesligabetriebs kann ein Mehrwegbecher 41 Einwegbecher ersetzen. Grafik: Deutsche Umwelthilfe



Welche Systeme die Vereine nutzen, entscheiden sie selbst. "Die DFL hat auf dieses Thema keinen Einfluss. Die Entscheidung darüber, welche Speisen und Getränke zu welchem Preis mit welcher Verpackung angeboten werden, liegt vor Ort", sagte ein DFL-Sprecher der "Bild"-Zeitung. Thomas Fischer von der DUH fordert vom Verband, die Vereine in die Pflicht zu nehmen. "Für die Bundesligisten sollte die DFL klare Handlungsempfehlungen entwickeln. Da muss endlich was passieren und Beschlüsse gefasst werden", so Fischer gegenüber der "Bild".

Einige Klubs handeln bereits. Die Bayern steigen zur neuen Saison um, ebenso wie Aufsteiger Nürnberg. Auch der BVB plant nach einer Fan-Petition den Wechsel zu einem Mehrweg-System.



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