Ehemaliger Osnabrücker Özil-Berater: "Herr Hoeneß, Sie sind eine Schande für Deutschland"

Von Gregory Straub

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Uli Hoeneß (r.) kritisierte Mesut Özil am Montag scharf. Foto: imago/Sven SimonUli Hoeneß (r.) kritisierte Mesut Özil am Montag scharf. Foto: imago/Sven Simon

Osnabrück/London. Nach der scharfen Kritik von Uli Hoeneß an Mesut Özil hat jetzt dessen Berater mit heftigen Worten zurückgeschossen.

Die Debatte nach dem Rücktritt Mesut Özils aus dem Nationalteam geht auch am Dienstag hitzig weiter. Nachdem der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, am Montag schwere Kritik an Özil übte, hat nun dessen Berater mit nicht minder heftigen Worten zurückgeschlagen. Direkt an den streitbaren Bayern-Patron gewandt, sagte Erkut Sögüt bei goal.com: "Herr Hoeneß, wir werden keine weitere Zeit und Energie aufbringen, um mit Ihnen über ein Thema zu reden, von dem Sie keine Ahnung haben. Sie sind nicht nur eine Schande für sich selbst, sondern vor allem für Bayern München und die Leute in Deutschland."

Özil-Berater kritisiert Hoeneß: "Dumme Aussagen"

Hoeneß hatte Özil in einer Schimpftirade als Alibi-Kicker bezeichnet und dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft begrüßt. "Der hat doch einen Dreck gespielt, einen Dreck seit vielen Jahren", hatte Hoeneß unter anderem gepoltert und dem Profi von Arsenal ein erbärmliches fußballerisches Zeugnis ausgestellt.

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Für Özil-Berater Sögüt, der die Grundlage für seine Beratertätigkeit Mitte der 2000er-Jahre in Osnabrück schaffte, eine Frechheit: "Die Kommentare von Herrn Hoeneß verfehlen den eigentlichen Sinn komplett. Er versucht die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Thema, dem Rassismus und der Diskriminierung in Deutschland, abzulenken. Außerdem kann er seine dummen Aussagen, die komplett übertrieben sind, nicht belegen." 

Sögüt: Özil hat Mut und Tapferkeit gezeigt

Der sportliche Aspekt habe ohnehin keine Priorität bei der Geschichte, ließ Sögüt durchblicken. "Der Fokus von Mesuts Aussagen lag nicht unbedingt auf dem Fußball. Vielmehr ging es darum, auf das Wiederaufleben des Rassismus aufmerksam zu machen. Er hat den Mut und die Tapferkeit gezeigt, sich für all jene einzusetzen, die in Deutschland unfair behandelt werden: Einwanderer, Muslime und viele mehr."

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Die Schmähungen von Hoeneß in Richtung Özil wollte Sögüt dennoch nicht unkommentiert lassen. Sein Mandant sei seit 2010 fünf Mal zu Deutschlands Nationalspieler des Jahres gekürt worden - "drei dieser Auszeichnungen kamen nach 2014." Hoeneß solle lieber vor seiner eigenen Haustür den Dreck zusammenkehren. "Sollte er sich als Präsident von Bayern München nicht auf die Leistung seiner eigenen Spieler konzentrieren, von denen acht für Deutschland in Russland spielten?", stellte Sögüt infrage. Und weiter: "Wenn Mesut so ein schlechter Spieler ist, was sagt das über seine Meinung zu Joachim Löw, Arsene Wenger und Jose Mourinho aus?"

Unter diesen internationalen Top-Trainern hatte Özil in der Nationalmannschaft, beim FC Arsenal und bei Real Madrid jahrelang gespielt. Alle drei hatten sich wiederholt positiv über die Qualitäten des 29-Jährigen geäußert. "Es ist lächerlich, dass Hoeneß glaubt, mehr von Fußball zu verstehen, als diese drei Top-Trainer", sagte Sögüt.





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