Spektakel trotz wenig klangvoller Namen CL-Quali: Svarups und Rrumbullak statt Modric und Griezmann

Von Gregory Straub

Eine Szene aus dem CL-Qualifikationsrückspiel zwischen dem maltesischen Verein FC Valletta und FK Kukesi (Albanien). Das Spiel endete 1:1. Auf Grund des torlosen Hinspiels zog der albanische Club in die nächste Runde ein. Foto: imago/Domenic AquilinaEine Szene aus dem CL-Qualifikationsrückspiel zwischen dem maltesischen Verein FC Valletta und FK Kukesi (Albanien). Das Spiel endete 1:1. Auf Grund des torlosen Hinspiels zog der albanische Club in die nächste Runde ein. Foto: imago/Domenic Aquilina

Hamburg. Bereits abseits der WM hat die Qualifikation für die Champions League begonnen. Trotz vermeintlich unbekannter Klubs haben die Partien einiges zu bieten.

Im Schatten der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen Fußball-Weltmeisterschaft haben in Europa bereits die großen Vereinswettbewerbe begonnen. So rahmten die ersten Qualifikationsrunden der Champions- und der Europa League das WM-Finale am vergangenen Sonntag in Moskau ein.

Svarups und Rrumbullak statt Modric und Griezmann

Wenige Tage vor der Krönung der besten Nationalmannschaften der Welt hatten die Hinspiele der ersten Runde stattgefunden. Während in Russland Superstars wie Antoine Griezmann und Luka Modric auf das Endspiel Frankreich gegen Kroatien und somit den größten Moment ihrer Karriere hinfieberten, bereiteten sich Spieler wie Kaspars Svarups oder Simon Rrumbullak auf die Rückspiele in der CL-Qualifikation vor, die in dieser Woche stattfanden.

Die meisten teilnehmenden Clubs dürften dem gemeinen Fußballfan kaum ein Begriff sein, oder kennen Sie Vereine wie Kaspars Svarups FK Spartaks (Lettland) oder Simon Rrumbullaks Club Kukesi (Albanien)? Auch Sutjeska Niksic, Alashkert FC oder Vikingur Gota sind wohl nur Fußballnerds ein Begriff.

Auch Deutsche bereits im Quali-Einsatz

Es sind jedoch auch einige bekannte Clubs am Start: Malmö FF (Schweden) mit dem deutschen Trainer Uwe Rösler, oder der schottische Traditionsclub Celtic Glasgow. Auch APOEL Nikosia, das in der vergangenen Saison in der Gruppenphase der Champions League Borussia Dortmund ein Unentschieden abgetrotzt hatte, musste in die 1. Quali-Runde. Die gute Nachricht für den BVB: Die Zyprioten sind gegen Suduva Marijampole aus Litauen überraschend ausgeschieden. Von dieser Seite droht den Dortmundern in dieser Saison also keine Gefahr.

Der Qualifikationsmodus für die Champions League ist komplex, er besteht aus einer Vorqualifikation, drei Hauptqualifikationsrunden und einer Playoff-Runde (eine genaue Erklärung finden Sie hier). Erst an deren Ende stehen die 32 Teilnehmer der Gruppenphase fest.

Keine klangvollen Namen, aber trotzdem Spektakel

Dass die Champions League, die jedes Jahr pompös mit dem bis ins kleinste Detail vermarkteten Finale endet und deren Sieger stets so klangvolle Namen tragen wie Real Madrid, FC Barcelona oder Bayern München, jedes Jahr ganz, ganz klein anfängt, wird leicht vergessen. In dieser Saison startete der Wettbewerb mit den Duellen FC Santa Coloma (Andorra) und KF Drita (Kosovo) sowie SP La Fiorita (Andorra) und Lincoln Red Imps FC Gibraltar). Aus diesem Quartett setzte sich der kosvarische Club durch und qualifizierte sich für die 1. Qualifikationsrunde. Dort war dann aber gegen Malmö FF Schluss (0:5 in zwei Spielen).

Obwohl die ersten Qualifikationsrunden nicht mit klangvollen Namen besetzt sind, mangelt es in diesen Spielen nicht an Spektakel. Beispielsweise wähnte sich KF Shkendija aus Mazedonien nach dem 5:0-Hinspielsieg gegen The New Saints (Wales) bereits sicher in der 2. Runde, kam aber im Rückspiel mit 0:4 unter die Räder und erreichte nur knapp die nächste Runde.

Beim Spiel zwischen Videoton FC aus Ungarn und F91 Düdelingen (Luxemburg) gab es ein Foul, das eher an eine Filmszene aus einem Kung-Fu-Streifen erinnerte, als an Fußball:


Der georgische Vertreter Torpedo Kurtaissi scheiterte in der ersten Qualifikationsrunde zwar am moldawischen Vertreter Sheriff Tiraspol mit dem Gesamtscore von 2:4, durfte sich aber dennoch über ein historisches Ereignis freuen: Torpedo gewann das Hinspiel mit 2:1 und feierte damit den ersten Sieg im Europapokal nach 16 Jahren. 



In der zweiten Qualifikationsrunde, die ab der kommenden Woche ausgetragen wird, greifen übrigens unter anderem Mannschaften wie Dinamo Zagreb, Ajax Amsterdam und der FC Basel ins Geschehen ein. Die Namen der Teilnehmer werden also attraktiver, das Spektakel bleibt.

Das sind die Spiele der 2. Champions-League-Qualifikationsrunde:

FK Astana (Kasachstan) - FC Midtjylland (Dänemark )

Ludogorez Rasgrad (Bulgarien) - MOL Vidi (Ungarn)

FK Kukësi (Albanien) - Qarabağ Ağdam (Aserbaidschan)

CFR Cluj (Rumänien) - Malmö FF (Schweden)

Dinamo Zagreb (Kroatien) - Hapoel Be’er Scheva (Israel)   

FK Roter Stern Belgrad (Serbien) - Sūduva Marijampolė (Litauen)

BATE Baryssau (Weißrussland) - HJK Helsinki (Finnland)

KF Shkëndija (Mazedonien) - Sheriff Tiraspol (Republik Moldau)

Legia Warschau (Polen) - Spartak Trnava (Slowakei)

Celtic Glasgow (Schottland) - Rosenborg Trondheim (Norwegen)

PAOK Thessaloniki (Griechenland)  - FC Basel (schweiz)

Ajax Amsterdam (Niederlande) - SK Sturm Graz (Österreich)

Hinspiele: 24./25. Juli

Rückspiele: 31. Juli/1.August

Im weiteren Verlauf der Qualifikation und der Playoffs greifen dann noch ein: 

FC Salzburg (Österreich)

Benfica Lissabon (Portugal)

Dynamo Kiew (Ukraine)

Fenerbahce Istanbul (Türkei)

Spartak Moskau (Russland)

Standard Lüttich (Belgien)

Slavia Prag (Tschechien)


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