Juristisches Nachspiel ZDF stellt Strafanzeige nach Hetze gegen Sportreporterin Neumann

Von dpa

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Claudia Neumann wurde im Internet mitunter übel beleidigt. Foto: imago/ApressClaudia Neumann wurde im Internet mitunter übel beleidigt. Foto: imago/Apress

Mainz. Frauenfeindliche Social-Media-Posts haben für zwei Nutzer Konsequenzen. Das ZDF hofft auf eine abschreckende Wirkung.

"Das ZDF hat bei der Staatsanwaltschaft Mainz Strafantrag gestellt gegen zwei Nutzer, die sich auf Social Media gegenüber Claudia Neumann und dem ZDF extrem abfällig geäußert haben", sagte Intendant Thomas Bellut am Freitag in Mainz. Es gehe um Beleidigung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten. "Offenbar hat immer noch ein Teil der Zuschauer ein Problem damit, dass eine Frau Fußball kommentiert." Er sprach von einer "abenteuerlichen Einstellung".

Abschreckende Wirkung erhofft

Neumann ist bei der WM die einzige deutsche Frau, die Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kommentiert. ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann hatte ihr vergangene Woche hohes Fachwissen bescheinigt. Dass ihr auch Fehler passierten wie die Verwechslung eines japanischen Spielers, gehöre wie bei männlichen Kollegen zum Job. "Es ging auch gar nicht darum, ob sie fachliche Fehler gemacht hat", sagte Bellut am Freitag. "Wir verfolgen alle Attacken gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF, die Straftatbestände erfüllen, in jedem Fall." Er hoffe auf eine abschreckende Wirkung.

Das ZDF zog eine positive Zwischenbilanz der Fußball-WM. Im Durchschnitt hätten 9,7 Millionen Zuschauer an den ersten sieben WM-Tagen im ZDF die Live-Spiele aus Russland verfolgt. Die Partien der deutschen Mannschaft sahen knapp 26 Millionen Zuschauer. In der Mediathek habe das Spiel zum WM-Aus am Mittwoch den Rekordwert von bis zu 9,36 Millionen Besuchen erreicht. 


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