Einzelkritik des DFB-Teams WM 2018: Katastrophaler Müller, Pluspunkte für Brandt

Von Alexander Heflik

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Machte auf sich aufmerksam: Julian Brandt (Mitte). Foto: Imago/Matthias KochMachte auf sich aufmerksam: Julian Brandt (Mitte). Foto: Imago/Matthias Koch

Moskau. Die Enttäuschung saß tief bei der deutschen Nationalelf nach dem WM-Aus. Ein Joker spielte sich jedoch in den Fokus.

Nur Torwart Manuel Neuer, Marco Reus, Timo Werner und Julian Brandt sammelten irgendwie Pluspunkte. Katastrophal war die die Vorstellung der Weltmeister Thomas Müller, Sami Khedira und Mesut Özil.

Torhüter

Manuel Neuer zeigte als einer der wenigen Normalform. Foto: Imago/DeFodi

Manuel Neuer (Trikotnummer 1): Als er dann doch spielte nach neunmonatiger Verletzungspause, war er voll da, hielt alle Bälle, aber eigentlich keinen einzigen unhaltbaren. - Note: 2,5. 

Marc Andre ter Stegen (22): Wurde von Neuer verdrängt und schaute sich das alles notgedrungen aus der Distanz an. - Note: keine.

Kevin Trapp (12): Der dritte Mann, den keiner sah, weil er nicht spielte. - Note: keine.

Abwehrspieler

Mats Hummels spielte zwei von drei Vorrundenspielen mit. Foto: Imago/DeFodi

Marvin Plattenhardt (2): Vertrat im ersten Spiel auf der linken Seite Jonas Hector und bekam zu spüren, was international von einem erwartet wird, nämlich viel mehr als bei der Hertha. - Note: 4. 

Jonas Hector (3): Er bleibt der Platzhirsch auf der linken Seite, mangels Alternativen, und machte so sein Ding, das aber ordentlich. - Note: 3.

Matthis Ginter (4): Kein Einsatz für den Confeld-Cup-Sieger, schlechter wäre es mit „Mister Zuverlässig“ auch nicht gelaufen. - Note: keine.

Mats Hummels (5): Der Weltmeister von 2014 mühte sich, mehr aber auch nicht, war meilenwert von der Brasilien-Form entfernt, kämpfte vor allem mit sich selbst. - Note: 4.

Nikals Süle (15): Durfte nur - für ihn leider nur - gegen Südkorea an, ist aber der Mann der Zukunft in der Innenverteidigung mit seiner Ruhe und guten Spieleröffnung. - Note: 3,5.

Antonio Rüdiger (16): Zappelte durch die Partie gegen Schweden, macht mit seinen Leichtsinnsaktionen die halbe Welt zurück, hat aber Potenzial, könnte mit Süle gemeinsame Sache machen auf Dauer. - Note: 4.

Jerome Boateng (17): Sinnbild für die deutsche Krise, nicht hundertprozentige fit, murkste sich so durch, ehe er Gelb-rot gegen Schweden sah. - Note: 4.

Joshua Kimmich (18): Er ist ein offensiver Rechtsverteidiger, sollte aber auf der rechten Seite noch ein bisschen auf Arjen Robben machen - und scheiterte damit grandios. - Note: 4.

Mittelfeldspieler

War ein Schatten seiner selbst: Thomas Müller. Foto: Imago/ActionPictures

Sami Khedira (6): Eine einzige Enttäuschung, weil Mumm, Biss, Spritzigkeit, Übersicht, Torgefahr, und alles bei dem Mann von Juventus Turin fehlte. - Note: 5.

Julian Draxler (7): War als die „next Sensation“ angekündigt vom Bundestrainer und zeigte davon praktisch nichts. - Note: 4,5. 

Toni Kroos (8): Ohne Kroos wäre schon nach dem zweiten Spiel der Ofen aus gewesen, aber er versuchte am ehesten die Leaderrolle auszufüllen. - Note: 3.

Mesut Özil (10): Der Mann für die besonderen Momente auf dem Spielfeld ohne die besondere Momente, und damit einfach eine riesige Enttäuschung. - Note: 5.

Thomas Müller (13): Spielte, nein stolperte gerade gegen Südkorea über das Feld und brachte wirklich nichts auf die Kette, fürchterlich. - Note: 5.

Leon Goretzka (14): Durfte sich gegen Südkorea zeigen, und wäre mit einem möglichen Kopfballtreffer zum Vorrundenheld geworden - hätte, hätte, Fahrradkette. - Note: 4.

Sebastian Rudy (19): Nach 23 Minuten war beim WM-Debüt Schluss mit einem Trümmerbruch in der Nase, aber zeigte mehr an Perspektive als die meisten anderen Mittelfeldakrobaten. - Note: 3.

Ilkay Gündogan (21): Nach einer Supersaison bei Manchester City nun ein WM-Superflop, ohne Worte, vom Bundestrainer in diesen Wochen total falsch eingeschätzt. - Note: 5

Angreifer

Timo Werner konnte auch nichts gegen das WM-Aus ausrichten. Foto: Imago/DeFodi

Timo Werner (9): War einer der wenigen Lichtblicke und setzte Akzente, mit ihm könnte das was werden in der Zukunft als Eckpfeiler der Nationalelf. - Note: 3 

Marco Reus (11): Stark nach der Einwechselung, stark gegen Schweden, auf Tauchstation in der Beringsee gegen Südkorea, aber immerhin ein Guter insgesamt. - Note: 3.

Julian Brandt (20): Drei Kurzeinsätze, zwei mit Topqualität, einer zum vergessen, wo es um alles ging. - Note: 2,5.

Mario Gomez (23): Der alte Mann und die Chancen, der er gegen Südkorea in Hülle und Fülle vergab, konnte aber zumindest als Wortführer in der Krise überzeugen. - Note: 3,5.


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