Trotz 0:1 gegen Polen weiter WM 2018: Japan profitiert von Fair-Play-Wertung

Von dpa

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Robert Lewandowski (links, mit Kapitänsbinde) und Polen waren bereits vor der Partie ausgeschieden. Foto: Imago/East NewsRobert Lewandowski (links, mit Kapitänsbinde) und Polen waren bereits vor der Partie ausgeschieden. Foto: Imago/East News

Wolgograd. Dank der Fairplay-Wertung und trotz einer Niederlage gegen Robert Lewandowskis Polen ist Japan weiter.

Die Asiaten unterlagen am Donnerstag in Wolgograd zwar mit 0:1 (0:0), profitierten aber vom Sieg Kolumbiens gegen Senegal im Parallelspiel (1:0). Die Japaner waren punkt- und torgleich mit den Afrikanern, hatten aber zwei Gelbe Karten weniger auf ihrem Konto. Sie dürfen nun sogar vom erstmaligen Einzug ins Viertelfinale träumen. Auf dem Weg dorthin wollen Shinji Kagawa und seine Teamkollegen am Montag in Rostow am Don England oder Belgien aus dem Weg räumen.

Jan Bednarek (59. Minute) bescherte vor 42 189 Zuschauern Polen mit dem ersten Sieg in Russland noch einen versöhnlichen Turnierabschluss. Schon bei ihren letzten Endrunden 2002 und 2006 hatten die Osteuropäer jeweils ihr letztes Spiel gewonnen und damit noch das schwächste Abschneiden bei einer WM abgewendet.

Bis zu 36 Grad

Bei Temperaturen um 36 Grad in Wolgograd überraschte Japans Trainer Akira Nishino mit sechs Änderungen in der Startelf, dabei blieb die ganze Bundesliga-Offensivreihe mit Genki Haraguchi, Shinji Kagawa und Yuya Osako erst einmal auf der Bank. Bei den bereits ausgeschiedenen Polen, die zuvor beide Gruppenspiele verloren hatten, kamen fünf neue Spieler zum Einsatz. Torjäger und Kapitän Robert Lewandowski war von Beginn an dabei und absolvierte sein 98. Länderspiel. Im Tor erhielt diesmal Lukas Fabianski von Swansea City den Vorzug vor Wojciech Szczesny.

Fabianski stand auch gleich im Blickpunkt gegen den forsch startenden Rekord-Asienmeister, der in der Anfangsphase zu drei guten Torgelegenheiten kam. Die Schüsse von Yoshinori Muto (13.) und dem Hamburger Gotoku Sakai (16.) konnte Polens Keeper parieren, der Kopfball von Shinji Okazaki verfehlte sein Ziel nur knapp. Insgesamt merkte man den Japanern im Angriff die Abstimmungsprobleme wegen der vielen Personalwechsel an.

Den Polen, die es bei der Europameisterschaft 2016 noch bis ins Viertelfinale schafften, war von Beginn anzumerken, dass sie sich nicht komplett blamiert von der WM verabschieden wollen. Sie machen Druck, rotieren viel in der Offensive - mal nur Lewandowski vorne, dann unterstützt von Piotr Zielinski oder noch von Kamil Grosicki, der zu seinem 60. Länderspiel kam. Grosicki hatte in der 32. Minute die größte Chance des zweimaligen WM-Dritten. Seinen Kopfball konnte Eiji Kawashima im Tor der Japaner gerade noch abwehren.  

Mit dem eingewechselten Kölner Osako kam noch mal ein bisschen Schwung in der Angriffsreihe der Samurai Blue, die für die Teilnahme am Achtelfinale nicht unbedingt gewinnen mussten. Der Führungstreffer aber gelang den Polen: Nach einem Freistoß von Rafal Kurzawa gelang Bednarek das 1:0 aus kurzer Distanz. Lewandowski und Tomoaki Makino, dem fast ein Eigentor unterlaufen wäre, hatten weitere gute Gelegenheiten für die Polen, die sich damit versöhnlich von der WM verabschiedeten.


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