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Schock nach Niederlage Die Reaktionen zum WM-Aus – Löw schließt Rücktritt nicht aus

Von Nina Brinkmann und Alexander Barklage

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"Ich habe Verantwortung für die Mannschaft", sagte Jogi Löw nach dem Ausscheiden des deutschen Teams. Foto: dpa"Ich habe Verantwortung für die Mannschaft", sagte Jogi Löw nach dem Ausscheiden des deutschen Teams. Foto: dpa

Kasan. Noch nie ist Deutschland in der Vorrunde einer WM ausgeschieden. Das DFB-Team zeigt sich nach der Niederlage geschockt.

Nach der peinlichen Niederlage gegen Südkorea und dem vorzeitigem WM-Aus zeigen sich Spieler und Funktionäre enttäuscht:

Bundestrainer Joachim Löw: "Eine riesige Enttäuschung, Totenstille. Kaum jemand ist in der Lage etwas zu sagen. 

Müssen schauen, dass wir das annehmen. Gratulation an unsere Gegner, an die Schweden, an die Mexikaner. Es ist schwierig zu erklären. Hatten auch nicht verdient weiterzukommen. Kämpferisch kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Hatten auch Möglichkeiten ein Tor zu erzielen

Der Mannschaft hat die Leichtigkeit gefehlt. Akzente, die wir sonst gesetzt haben, haben gefehlt. Die Sicherheit war nicht vorhanden. Wir sind zu Recht ausgeschieden. Wir haben es nicht auf den Platz gebracht. Waren in den Spielen irgendwie verkrampft, haben nicht mit Dynamik gespielt, konnten diese nicht erreichen, um die Gegner zu Fehlern zu zwingen

Im Spiel hatten wir viele Tormöglichkeiten, aber die letzte Konsequenz hat gefehlt. Manchmal waren wir auch glücklos. Aber der Plan war da. Es ist schwierig, den Erfolg zu wiederholen. Kann nicht sagen, woran es lag. Vielleicht war es eine Selbstherrlichkeit vor dem Mexiko-Spiel. Die Vorbereitung war gut, Spieler haben mitgezogen, Spiele waren aber nicht gut.

Kann der Mannschaft aber keine Vorwürfe machen. Nach dem Schweden-Spiel gespürt, dass Mannschaft angezogen hat. Konzentration war da. Auch heute vor dem Spiel. Da ging ein Ruck durch die Mannschaft. Aber auf dem Platz hat man davon nichts gesehen. Waren teilweise dazu gezwungen, viele Änderungen vorzunehmen. Boateng oder Rudy hätten gespielt. Aber dafür muss ich die Verantwortung übernehmen.

Ich denke der gesamte deutsche Fußball, wir alle haben verloren. Die Mannschaft war seit 2006 immer unter letzten vier oder im Finale. Das ist uns dieses Mal nicht geglückt, dafür müssen wir uns entschuldigen.

Ich bin der Erste, der mich hinterfragen muss und der überlegen muss, welche Dinge schief liegen, woran es lag. Da muss ich auch eine Nacht drüber schlafen. So kurz nach dem Spiel bin ich brutal frustriert und enttäuscht. Ich habe Verantwortung für Mannschaft.“

Auf die Frage nach seiner Zukunft: "Das ist zu früh für mich die Frage zu beantworten. Brauchen paar Stunden um klar zu sehen. Bei mir ist die Enttäuschung tief in mir drin. Habe ich mir nicht vorstellen können, gegen Südkorea zu verlieren. Muss man sehen und morgen Gespräche führen.“


Mats Hummels: "Jeder Favorit hat Probleme" Foto: Roland Krivec/DeFodi.de


Mats Hummels: "Ganz schwierig in Worte zu fassen. Wir haben bis zum Schluss heute dran geglaubt. Selbst mit dem 0:1 haben wir noch versucht das Ganze zu drehen. Aber wir haben den Ball nicht ins Tor gebracht. Keiner von uns, aber wir hatten genug Gelegenheiten. Ich selber in der 86. oder 87. Minute. Den muss ich machen. Dass wir die Torchancen nicht genutzt haben, hat uns das Genick gebrochen

Gegen Mexiko war es offensichtlich. Es war heute nicht einfach. Man sieht bei der WM das keine Mannschaft leicht durch kommt. Jeder Favorit hat Probleme, weil die vermeintlich kleinen Teams das defensiv gut machen. Wie das Tor dann fällt ist dann symptomatisch. Haben einige Punkte, an denen wir ansetzen müssen, wenn wir uns wieder zusammen setzen. Welche Punkte das sind, sage ich nicht mehr öffentlich.

Das letzte überzeugende Spiel war 2017. Das ist ein bisschen lange her. Gegen Spanien waren wir gut, aber gewonnen haben wir auch nicht.

Das, was ich angesprochen habe, haben wir auch verbessert. Die Absicherung war besser. Wir hatten eine größere Ballsicherheit. Aber ab der 65. sind wir hektisch geworden, haben unsere Positionen verlassen. Da haben wir Strukutr verloren. Trotzdem, wenn ich das sagen darf, haben wir noch ein paar Konter gut wegverteidigt. Das ist alles müßig. Wenn ich den Ball reinmache, reden wir davon wie geil es ist, weiterzukommen.

Es ist ein ganz bitterer Abend für uns und für alle deutschen Fußballfans."


Oliver Bierhoff: "Am Ende war es zu wenig." Foto: dpa


Teammanager Oliver Bierhoff: "Es spricht eigentlich keiner. Jeder ist in sich gesunken. Tief enttäuscht. Hatten es selbst in der Hand. Gegen Ende macht man auf. Es ist großer Frust, eine riesen Enttäuschung. Hatten gehofft, dass das zweite Spiele eine andere Wirkung hat. Am Ende hat es nicht gereicht. Das muss man akzeptieren 

Wollten vor allen Dingen dumme Fehlpässe vermeiden. Dadurch sind in den ersten Spielen viele Konter entstanden. Wir wollten Korea müde spielen. Immer, wenn wir schnell gespielt haben, haben wir auch Chancen kreiert. Am Ende war es zu wenig. Hat nicht gereicht.

Alle Mannschaften haben es schwer. Ganz sind ganz enge Kisten. Wenn die Mannschaften hinten drin stehen, da ist sicherlich auch ein bisschen Kopfsache dabei. Haben viele Torchancen bekommen. Aber wir sind nicht in Führung gegangen und konnten unser Spiel nicht aufdrücken.

Jogi hat vor kurzem den neuen Vertrag unterschrieben. Das wird er sich gut überlegt haben. Wir müssen das ganze jetzt aufarbeiten, aber gehe fest davon aus, das Jogi weitermacht."


DFB-Präsident Reinhard Grindel: Es tut mir besonders leid für unsere Fans. Ich erwarte mir eine saubere Analyse von Teammanager Oliver Bierhoff. Nach der Analyse werden wir intern dann eventuelle Maßnahmen ergreifen. 

Für uns war der Ausgang vor der WM nicht ausschlaggebend wir haben uns vor der WM mit Löw den Vertrag verlängert, weil wir glauben, dass er den Umbruch einleiten kann und bereits damit angefangen hat.


Sami Khedira: "So ist Fußball, so ist das Leben" Foto: dpa


Sami Khedira: Eine der schwersten Momente für uns alle. Es war uns klar, dass die Weltmeister von 2014 das Team tragen müssen

Wir Führungsspieler haben diese Aufgabe auch angenommen. Jetzt sind wir ganz bitter ausgeschieden und wir übernehmen die Verantwortung, dass tue ich jetzt

als Erster aus unserer Mannschaft. Es war einfach nicht genug. So ist Fußball, so ist das Leben. Die letzten zehn Jahre waren sensationell, dass wir mal

Schiffbruch erleiden werden, war klar, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Wir haben nicht die Kurve bekommen und müssen als komplettes Team die Konsequenzen 

übernehmen und uns an die eigene Nase fassen.


Weltmeister Christoph Kramer: "Ich fand, das war nicht der Fußball, den wir gewohnt sind, mit dem wir verwöhnt sind. Irgendwie passte es auf dem Platz mit der Chemie nicht so richtig."

Ex-Nationalspieler Oliver Kahn: "Das Nationaltrikot wiegt für jeden mehrere Tonnen, wie eine Last die auf den Spielern liegt. Man hat nicht das Gefühl gehabt, dass in dieser Mannschaft eine Achse vorhanden ist. Es bleibt ein Rätsel, wie man in so einem Zustand der phasenweisen Apathie dieses letzte Gruppenspiel hingenommen hat."


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