Reaktionen auf Last-Minute-Sieg "Und am Ende gewinnen irgendwie die Deutschen"

Von Viktoria Meinholz

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Nicht nur für Bundestrainer Jogi Löw war es ein nervenaufreibendes Spiel. Foto: Imago/ActionPicturesNicht nur für Bundestrainer Jogi Löw war es ein nervenaufreibendes Spiel. Foto: Imago/ActionPictures

Sotschi. Der Sieg gegen Schweden war kein normales WM-Spiel. Das erkennt man auch an den Reaktionen in Presse und Promiwelt.

Es war ein Fußballabend, wie er spannender nicht hätte sein können. Der Weltmeister hat sich mit großer Hingabe und einem Last-Minute-Tor von Toni Kroos ins WM-Rennen zurückgekämpft. Der Champions-League-Sieger von Real Madrid mit einem Freistoß in der Nachspielzeit und Marco Reus verhinderten mit ihren Treffern beim 2:1 gegen Schweden nicht nur den sofortigen WM-K.o., jetzt ist für Joachim Löw und sein Team auch wieder alles drin. 

Weiterlesen: Kroos‘ Tor ändert alles – Wie 2006 gegen Polen

Die deutsche Nationalmannschaft kann im Gruppenfinale am Mittwoch gegen Südkorea aus eigener Kraft den Achtelfinal-Einzug perfekt machen. "So wie wir gefightet haben, haben wir uns das verdient am Ende", sagte Kroos nach seinem 13. Länderspieltor, dem ersten seit Oktober 2016 – und dem wichtigsten.

Reaktionen auf Last-Minute-Sieg

Doch bevor die deutschen Fans jubeln konnten, mussten sie so einiges überstehen: die Führung von Schweden, die Drang-Phase des DFB-Teams, in der der Ball einfach nicht ins Tor gehen wollte und dann auch noch der Platzverweis von Jérôme Boateng in der 82. Minute. Doch dann geschah das, was Englands Fußball-Legende Gary Lineker mit einer Abwandlung seines berühmten Fußball-Zitats so passend beschrieb:  

"Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer rennen 82 Minuten dem Ball hinterher und Deutschland muss einen Mann vom Platz schicken. Also rennen 21 Männer für 13 Minuten dem Ball hinterher und am Ende gewinnen irgendwie verdammt nochmal die Deutschen", twitterte der 57-Jährige am Samstagabend.

Möglich machte diesen Sieg das Tor von Kroos – das sich nicht nur Mats Hummels immer wieder anschauen möchte. 

Dabei hätte Hummels das Tor fast noch verhindert: "Ich habe laut geschrien, er soll flanken. Dafür darf ich mir gerade einiges anhören in der Kabine", so der Abwehrspieler über seinen Rat an Kroos vor dem entscheidenden Freistoß. Kroos Reaktion darauf: "Was heißt ignoriert, wir haben ihn nicht gehört."

Noch einmal Glück gehabt, finden auch die anderen Spieler:

Nationalspieler Mesut Özil auf Twitter: "Was! Ein! Kampf! Wir sind ein Team – auf und außerhalb des Platzes. Egal was sie sagen."

Auch Jérôme Boateng zeigt sich begeistert vom späten Sieg. Er ist nach seinem Platzverweis am Mittwoch im entscheidenden Spiel gegen Südkorea nicht dabei – glaubt aber an seine Mannschaft.

Nicht nur die Spieler jubeln über den wichtigen Sieg. Auch der Regierungssprecher ist erleichtert.

Neben der Politik zitterten auch andere deutsche Sportler mit Jogis Jungs. Für Sabine Lisicki war es etwas zu viel Aufregung. 



Ein Promi hatte es eh schon geahnt. 


Schauspieler David Hasselhoff twitterte vor dem Spiel: "Alles klar, Deutschland wird gewinnen, verlasst euch drauf ... The Hoff hat gesprochen"

Die Pressestimmen

In der internationalen Presse schwanken die Bewertungen des Spiels zwischen Hochachtung und Verblüffung. So schreibt die spanische "El Mundo": "Deutschland, das alte Deutschland, das Team, das die meisten Triumphe einfährt, wenn es so aussieht, als liege es im Sterben, ist wieder auferstanden. In der letzten Sekunde der Nachspielzeit ist ihm dies gelungen, als das Herz bis zum Hals schlug (...). Ja, Deutschland kommt immer wieder zurück, egal ob es gut spielt oder schlecht spielt, es geht nie wirklich weg."

Die italienische "La Repubblica" erkennt eine "deutsche Fußball-Götterdämmerung: "Es war ein Epilog, der trauriger war als eine Sirene im Nebel des Hamburger Hafens. Das große Deutschland, Titelverteidiger, muss nach Hause. Aber die Deutschen, das weiß man, geben nie auf. Auch nicht mit einem Tor Rückstand. Auch nicht nur mit zehn Mann. Es gab alle Zutaten für eine fußballerische Götterdämmerung. Aber dann kam Kroos. (...) Das wahre Deutschland haben wir immer noch nicht gesehen, aber das Team hat jetzt wieder Rückenwind."

Die niederländische Zeitung "de Volkskrant" schreibt: "Kroos rettet Deutschland in der Schlusssekunde. Euphorisch war die deutsche Freude nach diesem – übrigens hochverdienten – Sieg, groß das Leid der Schweden."

(mit dpa)


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