Fehlentscheidungen Peinliches WM-Aus: Die Chronologie des Scheiterns

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Nachdenklich: Einige Entscheidungen von Joachim Löw vor und während der WM stoßen auf Kritik. Foto: dpaNachdenklich: Einige Entscheidungen von Joachim Löw vor und während der WM stoßen auf Kritik. Foto: dpa

Sotschi. Das gab es noch nie: ein Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei einer WM. Doch es hatte sich angedeutet.

Die Entscheidung gegen Sotschi, für Moskau

Ende 2017 gab der DFB bekannt, während des Turniers nicht wie schon beim Confed Cup in Sotschi zu residieren. Als WM-Quartier wurde ein Hotelkomplex in Watutinki in der Nähe von Moskau gewählt. Ein Grund waren unter anderem weniger Reisestrapazen für das Team. So hieß es für die Nationalmannschaft: Statt Sonne, Strand und Meer, wie im Campo Bahia bei der WM 2014, mussten sie sich dieses Mal mit etwas weniger Luxus zufrieden geben. Bundestrainer Löw sagte in einer Pressekonferenz, das Hotel hätte „den Charme einer Sportschule“. Dass dort dasselbe Rundum-Sorglos-Gefühl aufgekommen ist, wie 2014, ist eher unwahrscheinlich.

Das Skandal-Foto mit Erdogan

Wahrscheinlich hat der DFB am Anfang selbst nicht damit gerechnet, dass das Foto der Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil so hohe Wellen schlägt. Doch was danach passierte war ein Shitstorm, den der Verband und insbesondere die Spieler in dieser Größe bislang noch nicht erlebt haben. Gündogan äußerte sich kurz darauf, warum er dieses Foto gemacht habe und welche Bedeutung es für ihn hatte – Özil schweigt bis heute. Von den Verantwortlichen um Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Reinhard Grindel wurden die beiden Spieler in Schutz genommen. Kurz vor der WM sagte Bierhoff, das Thema solle erst nach dem Turnier weiter behandelt werden. Geklappt hat das allerdings nicht unbedingt.

Die wenig überzeugenden Testspiele

Die Vorbereitungsspiele auf die WM 2018 liefen für die Nationalmannschaft nicht nach Plan. Gegen Österreich verlor das DFB-Team mit 1:2 und zeigte damit, dass es noch nicht in WM-Form war. Nach einer 1:0-Führung verließen den Weltmeister in der zweiten Halbzeit die Kräfte und wurde zwischenzeitlich von den Österreichern vorgeführt. Im zweiten Spiel vor der WM gewann Deutschland zwar gegen Saudi-Arabien, doch das knappe 2:1 gegen den Weltranglisten-67. war nicht zufriedenstellend.

Die Nicht-Nominerung von Sané

Der beste junge Spieler der vergangenen Premier-League-Saison fand von Bundestrainer Löw keine Berücksichtigung für den endgültigen Kader. Dass der technisch hochveranlagte Leroy Sané nicht nominiert wurde, überraschte und brachte Löw viel Unverständnis entgegen.

Marco Reus gegen Mexiko nur auf der Bank

Im Auftaktspiel gegen Mexiko bekamen Mesut Özil und Julian Draxler den Vorzug gegenüber Marco Reus. Dieser zeigte aber nach seiner Einwechslung, wie er das Spiel der Deutschen beleben kann. Reus selbst sagte nach dem Spiel, dass er bereits im Trainingslager über seine Reservistenrolle im Auftaktspiel Bescheid bekommen habe: "Weil wir davon ausgehen, dass das Turnier sehr lang geht und ich vor allem in den wichtigen Spielen …" Dann unterbrach er den Satz und relativierte: „Das Spiel war natürlich auch wichtig.“ Doch die Aussage sorgte für viel Wirbel, stellte er doch die Aussagen von Löw und Bierhoff in Frage, dass Mexiko ein schwerer Gegner sei.


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