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Nächster Gegner Kudla Federer mit großer Mühe im Halbfinale bei Gerry Weber Open 2018

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Roger Federer steht im Halbfinale der Gerry Weber Open 2018. Foto: Helmut KemmeRoger Federer steht im Halbfinale der Gerry Weber Open 2018. Foto: Helmut Kemme

Halle. Roger Federer musste erneut sämtliche Kraft aufbringen: Im Viertelfinale der Gerry Weber Open verlangte ihm der australische Außenseiter Matthew Ebden alles ab. Am Ende siegte der Rekord-Champion, aber die Akkus werden langsam leer.

Halle (Westfalen) Nach dem gewonnenen Matchball wirkte Federer entspannt, als wäre der 7:6, 7:5-Sieg gegen Ebden ein Spaziergang gewesen. Sein Fazit falle positiv aus, sagte Federer und verglich das Spiel mit dem Kraftakt im Achtelfinale. „Ich habe heute besser returniert.“ Dabei zeigte sich der Tennis-Routinier im Viertelfinale frustrierter, als man es von dem Schweizer gewohnt ist.

Schnell verzog sich zu Beginn des Spiels bei dem Weltranglistenersten die Miene. Sein Gegenüber aus Australien ließ den 36-Jährigen vom ersten Aufschlag an zu keinem Zeitpunkt des Matches sein Spiel aufziehen. In der Weltrangliste trennen Federer und Ebden 59 Plätze, auf dem Rasen von Halle begegneten sich die beiden auf Augenhöhe. 

Offener Schlagabtausch zwischen Roger Federer und seinem Gegner Matthew Ebden. Foto: Helmut Kemme

Der Australier, der am Tag zuvor Philipp Kohlschreiber aus dem Weg geräumt hatte, spielte mutig, griff häufig an und spielte einen starken Volley. Damit zwang er den Favoriten zu einfachen Fehlern, zu oft verriss Federer Bälle komplett. In der Folge zeigte der sonst so stoisch ruhige Schweizer ungewohntes Hadern mit Schiedsrichter und Ballkindern – in erster Linie aber mit sich selbst. „Ich musste sehr kämpfen heute“, sagte der Rekordchampion nach dem mühsamen Sieg. 

Sein Kontrahent strahlte dagegen das ganze Match über Sicherheit aus, und ließ sich durch eigene Fehler nicht aus der Ruhe bringen. Der Weltranglisten-60. legte ein solides Aufschlagspiel an den Tag und gönnte dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger im ersten Satz keinen einzigen Breakball. Die vergangenen Tage haben Federer offensichtlich auch Kraft gekostet, nicht erst durch das Beinahe-Aus gegen Benoît Paire im Achtelfinale: Nach elf Wochen ohne Matchpraxis stecken dem 36-Jährigen nun seit dem Mercedes Cup in Stuttgart sieben Spiele in zehn Tagen in den Knochen. Bis Sonntag könnten es zwei weitere kräftezehrende Duelle werden, für die der Rekordchampion hofft, „neue Energie zu finden“. 

Erst am Ende dreht Federer auf

Durch das konstant starke Niveau, das der 30 Jahre alte Ebden fast das ganze Match über aufrechterhielt, musste Federer noch einmal seine Reserve-Akkus einlegen, um das erste Viertelfinal-Aus bei Deutschlands wichtigstem Turnier seit 17 Jahren abzuwenden. Im ersten Satz zwang der australische Außenseiter den  „Maestro“ zwar in den Tiebreak, den entschied der Schweizer allerdings mit 7:3 für sich. 

Im zweiten Satz war es Ebden, der sich nach 48 Minuten das erste Break überhaupt erkämpfte, der Favorit reagierte aber direkt mit einem Re-Break und wirkte fortan auf die von ihm gewohnte Weise ruhiger in seinem Spiel. „Am Ende mache ich mir das Leben selber schwer“, sagte der neunfache Sieger von Halle. Die 5:4-Führung für den Underdog zwang Federer dazu, noch mal aufzudrehen. Erst am Ende konnte der Rekordsieger von Halle sein Spiel so richtig aufziehen. „Ich musste mich selber pushen.“

Denis Kudla fordert Roger Federer nun im Halbfinale. Foto: Helmut Kemme

Um die Kraftreserven aufzutanken, bleibt Federer nicht lange Zeit. Am Samstag steht ihm im Halbfinale der Qualifikant Denis Kudla gegenüber. Der US-Amerikaner bezwang am Freitag den Japaner Yuichi Sugita. Nach seinem Überraschungserfolg gegen Dominic Thiem im Achtelfinale scheiterte Yugita vor allem an seinen eigenen Nerven. Im zweiten Satz gab er eine 5:2-Führung aus der Hand und unterlag 2:6, 5:7. 

Roberto Bautista Agut ist einen Schritt vom Finale der Gerry Weber Open entfernt. Foto: Helmut Kemme

Mit Kudla, der auf Rang 109 in der Weltrangliste steht, duelliert sich Federer am Samstag erneut mit einem krassen Außenseiter. Kann Federer seine Reserven bündeln, bekommt er es am Sonntag im Finale möglicherweise mit dem Weltranglisten-16. Roberto Bautista Agut zu tun, der sich gegen den Russen Karen Khachanov (6:3, 6:7, 6:3) behaupten konnte. Der Spanier duelliert sich im Halbfinale mit dem Kroaten Borna Coric, der den Italiener Andreas Seppi mit 7:5, 6:3 besiegte.

Borna Coric machte Andreas Seppi das Leben schwer. Foto: dpa/Friso Gentsch



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