Stichtag: Heute vor 36 Jahren Wie ein Scheich bei der WM 1982 ein Tor verhinderte

Von Sportredaktion

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Spieler aus Kuwait reklamieren bei FIFA Schiedsrichter Miroslav Stupar (UdSSR). Foto: imago/WEREKSpieler aus Kuwait reklamieren bei FIFA Schiedsrichter Miroslav Stupar (UdSSR). Foto: imago/WEREK

Osnabrück. Eine der größten Possen der WM-Geschichte begab sich am 21. Juni 1982 zu Valladolid. Ein Scheich klaute ein Tor.

Frankreich und WM-Debütant Kuwait lieferten sich einen ungleichen Kampf, der aber noch nicht entschieden war bis zu jener 81. Minute. Da traf der Franzose Alain Giresse zum 4:1.

Die Kuwaitis protestierten, weil sie einen Abseitspfiff gehört hatten, doch der war aus dem Publikum gekommen. Der russische Schiedsrichter Miroslav Stupar blieb hart, ignorierte die Proteste. Da stand Scheich Fahd el Achmed el Sabah, seines Zeichens Verbandspräsident, von seinem Tribünenplatz auf und winkte seine Mannschaft vom Platz. Er selbst eilte auf den Rasen. Es wurde verhandelt, geschimpft und gedroht.

Strafe für den Scheich

Nach sechs Minuten Unterbrechung nahm der Schiedsrichter das Tor zurück. Was er den Regeln nach durfte – und doch niemals hätte tun dürfen. Die Kuwaitis wollten nun weiterspielen, aber die Franzosen nicht mehr. Dass ihnen ein Scheich ein Tor klaut, war zu viel für Trainer Michel Hidalgo, der schon in die Kabine rannte. Letztlich siegte die Vernunft – und Frankreich, das doch noch sein 4:1 schoss. Der Scheich wurde zur Zahlung von 25 000 Schweizer Franken verdonnert, das WM-OK von Valladolid erhielt einen Verweis wegen Sicherheitsmängeln, und Miroslav Stupar pfiff nie wieder auf internationaler Bühne.


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