Mbappé, Jesus und Co. Diese Talente können die Stars der WM werden

Von Kim Patrick von Harling

Ist nur schwer vom Ball zu trennen: Kylian Mbappé. Foto: Foto: Imago/ZUMA PressIst nur schwer vom Ball zu trennen: Kylian Mbappé. Foto: Foto: Imago/ZUMA Press

Moskau. Sehen wir bei der WM in Russland bereits den nächsten Messi oder Ronaldo? Fünf Spieler stehen im Fokus der Beobachter.

Kylian Mbappé (Marktwert: 120 Millionen Euro)

Starpotenzial: 100 Prozent

Kylian Mbappé hat in der französischen Nationalmannschaft einen Stammplatz sicher. Foto: Imago/PanoramiC

Er ist zweifacher französischer Meister, hat einmal den Pokal gewonnen und feierte mit der U-19-Auswahl die Europameisterschaft – Kylian Mbappé. Bereits jetzt ist er einer der komplettesten Fußballer des Turniers. „Mit erst 19 spielt er bereits sehr clever, er ist beidfüßig und auch in der Luft ist er stark“, betont der Journalist und Franzosen-Experte Alexis Menuge. „Aber vor allem seine Schnelligkeit, seine Tricks und seine Dribblings sorgen dafür, dass er eine Gefahr für jede Abwehr der Welt werden kann.“ 

Für satte 145 Millionen Euro war der Franzose in der vergangenen Saison vom AS Monaco zu PSG gewechselt. In Monaco hatte er mit seinen Fähigkeiten eine Art Alleinstellungsmerkmal, bei PSG musste er sich seinen Platz im Starensemble suchen. In 28 Spielen markierte er 13 Tore. Der 19-jährige Angreifer von Paris Saint Germain dürfte bei der Équipe Tricolore gesetzt sein. „In Russland hat Nationaltrainer Didier Deschamps mehrere Optionen mit KMB, der sowohl als Sturmspitze, als hängende Spitze oder auf einem Flügel eingesetzt werden kann“, sagt Menuge. „Dass er bereits zu den Stammspielern bei der Équipe Tricolore zählt, sagt alles über dieses Ausnahme-Talent.“ 

Hirving Lozano (22 Millionen Euro)

Starpotenzial: 40 Prozent

Hirving Lozano ist noch weitestgehend unbekannt, seine Qualitäten werden bei der WM jedoch jedem auffallen. Foto: Imago/ZUMA Press

Hirving wer? Das mag sich der ein oder andere Fußballfan fragen. Lorenzo Hirving, seines Zeichens mexikanischer Dribbelkünstler bei PSV Eindhoven. Der 22-Jährige ist noch weitestgehend unbekannt, verzeichnet aber laut transfermarkt.de einen Marktwert von 22 Millionen Euro. Sein Spitzname: Chucky – in Anlehnung an die Horror-Puppe aus der gleichnamigen Filmreihe. Bei Mannschaftsfahrten hatte er sich unter Betten versteckt und seine Mitspieler erschreckt. Mittlerweile ist er ein gestandener und seriöser Fußballprofi. „Ich bin deutlich besser geworden, habe viele Dinge gelernt und fühle mich sehr gut“, bilanzierte Lozano nach seinem ersten Jahr in Eindhoven

Für acht Millionen war er vom mexikanischen Klub CF Pachuca in die Niederlande gewechselt. Nun ist er der Hoffnungsträger der mexikanischen Fußballfans bei der WM. „Es war ein Jahr mit mehr Höhe als Tiefen, vielen Toren und Vorlagen als Außenspieler in einer Liga, die es ihm augenscheinlich ermöglicht anzugreifen. Je mehr er sich daran gewöhnt, desto besser wird er", zeigt sich Mexikos Nationalteam-Direktor Dennis te Kloese tief beeindruckt. Lozanos Stärken: schneller Antritt, Dribbelstärke, Spielübersicht. Während der Franzose Kylian Mbappé in einer starbesetzten Mannschaft bei der WM spielt, tritt der Mexikaner Lozano mit weitestgehend unbekannten Teamkollegen an. Es wird ein Leichtes sein, aus der Mannschaft hervorzustechen. Allerdings fraglich, ob Mexiko weit genug bei der WM kommt, damit sich Lozano der Welt präsentieren kann. 

Andreas Christensen (40 Millionen Euro)

Starpotenzial: 60 Prozent

Andreas Christensen ist der Stabilisator in Dänemarks Innenverteidigung. Foto: Imago/Team 2

Sein Durchbruch gelang dem Dänen Andreas Christensen bei Borussia Mönchengladbach. Dorthin war er für ein Jahr vom FC Chelsea verliehen worden. Nach seiner Rückkehr avancierte der 22-Jährige zum Leistungsträger in der Londoner Innenverteidigung. „Technisch gesehen ist er toll. Als Mensch ist er sehr ruhig und hat einen guten Überblick. Er war schon immer sehr, sehr gut darin, das Spiel zu lesen. Als er begonnen hat, als Innenverteidiger zu spielen, haben manche Leute gesagt, dass er dafür körperlich nicht stark genug sei, um es ganz nach oben zu schaffen“, erinnert sich sein erster Trainer bei Bröndby Kopenhagen John Ranum. 

Die „Leute“ sollten sich täuschen. In Dänemarks Nationalmannschaft zählt Christensen bereits jetzt neben Christian Eriksen zur WM-Hoffnung der Skandinavier. "Bereits jetzt ist er ein ganz großer Spieler, er strahlt eine beeindruckende Ruhe aus. Als Innenverteidiger ist das wertvoll", betont auch Journalist und Dänemark Experte Sören Buhl.

Gabriel Jesus (80 Millionen Euro)

Starpotenzial: 70 Prozent

Gabriel Jesus ist klein und dribbelstark. Foto: Imago/Uwe Kraft

80 Millionen Euro, so viel ist Gabriel Jesus von Manchester City laut transfermarkt.de wert – mit gerade einmal 21 Jahren. Der Brasilianer verzückt seit 2017 die Fans in der Premier League. Der Offensivspieler dribbelte sich mit seinen 1,75 Metern in den Vordergrund. Doch nicht nur auf Vereinsebene weiß der schnelle Angreifer zu überzeugen. Bereits 15 Spiele absolvierte Gabriel Jesus für die brasilianische Nationalmannschaft, in dieser Zeit markierte er neun Treffer. Seine Tore erzielt Gabriel Jesus fast ausschließlich im Strafraum. In der brasilianischen Auswahl hat er in der Offensive mit Neymar und Philippe Coutinho auf den Außen die nötigen Teamkollegen, die Jesus in der Spitze mit Pässen füttern.

Timo Werner (60 Millionen Euro)

Starpotenzial: 90 Prozent

Die Schnelligkeit ist sein größter Vorteil: Timo Werner. Foto: Imago/Sportfoto Rudel

Keiner in der Bundesliga ist schneller. Nur 3,7 Sekunden braucht Timo Werner auf den ersten 30 Metern. Auch bei der Weltmeisterschaft dürfte der Angreifer der deutschen Nationalmannschaft in Sachen Schnelligkeit kaum Konkurrenz haben. „Er ist wahnsinnig schnell. Er erinnert mich ein bisschen an den jungen Fernando Torres, weil er einen unglaublichen Antritt hat und so schnell ins Laufen kommt. Er sucht immer nach Lücken in der Defensive des Gegners“, schwärmte im März diesen Jahres noch Bayern-Star Thiago

Werner ist 22 Jahre alt und dürfte in der Spitze der Löw-Elf gesetzt sein. Neben seinem Tempo sucht er den direkten Weg zum Tor, aus oftmals unmöglichen Positionen bringt er den Ball im Tor unter. Ebenfalls eine besondere Stärke: seine Ruhe. Nach seiner Schwalbe im Spiel seines RB Leipzig gegen Schalke, das zum Elfmeter und anschließendem 1:0 führte, wurde er medial und von den Fans in den deutschen Stadion regelrecht auseinander genommen. Auf seine Leistung wirkte sich die teils derbe Kritik nicht aus, Werner ist enorm gefestigt.


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