Polizei ermittelt, Strafen vom Verein Nach Spielabbruch: Mannheimer Fanverband schließt Ultras aus

Von dpa und Sportredaktion

Wegen des Abbrennens von Pyrotechnik und weiterer Straftaten wurde das Aufstiegsspiel von Waldhof Mannheim gegen Uerdingen abgebrochen. Foto: imago/masterpressWegen des Abbrennens von Pyrotechnik und weiterer Straftaten wurde das Aufstiegsspiel von Waldhof Mannheim gegen Uerdingen abgebrochen. Foto: imago/masterpress

Mannheim. Mit harten Strafen gegen die eigenen Fans reagiert Waldhof Mannheim auf die Krawalle, die zum Spielabbruch im wichtigen Aufstiegsspiel gegen Uerdingen führten. Die Polizei hat dazu eine Ermittlungsgruppe gebildet. Auch der Fanverband zieht Konsequenzen.

Die Polizei in Mannheim hat nach dem Spielabbruch in der Relegation zur 3. Fußball-Liga eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und bittet Zeugen um Mithilfe. Für einen neuen Stand sei es zu früh, sagte ein Sprecher am Dienstag. „Wir werten noch die Videos aus. Es gibt noch keine Erkenntnisse", sagte er. 

Auch eine Grillparty sei Gegenstand der Ermittlungen. Es gibt den Verdacht, dass die dazu genutzt wurde, um Feuerwerkskörper und Böller ins Carl-Benz-Stadion zu bringen und dort zu lagern. Nach Angaben der Polizei habe diese Party aber bereits am Freitag stattgefunden und nicht am Abend vor dem Rückspiel des SV Waldhof Mannheim gegen den KFC Uerdingen. Eine Waldhof-Sprecherin bestätigte diese Angabe. 

Fan-Verband schließt Ultras aus

Der Dachverband der Waldhof-Fans, PRO Waldhof, reagierte unterdessen auch auf die Vorfälle aus dem Relegations-Spiel. "Als erste Maßnahme schließt PRO Waldhof e.V. die “Ultras Mannheim 1999″ aus dem Kreis seiner angeschlossenen Fanclubs aus. Der Ausschluss ist unbefristet, gilt aber mindestens solange, bis die Geschehnisse des Spielabbruchs vollständig aufgearbeitet sind", teilte der Verband auf seiner Website mit. Dies sei jedoch keine pauschale Verurteilung aller Mitglieder der Gruppierung.

Auch der Verein selbst kündigte umfangreiche Maßnahmen gegen seine Ultras als Reaktion auf den Spielabbruch an. Die Selbstverwaltung der Tribüne durch die Fans werde aufgehoben, heißt es in einer Mitteilung. Den Ultras wird ihr Container auf dem Stadiongelände weggenommen, außerhalb der Spieltage darf niemand mehr auf das Stadiongelände. Außerdem werde der Fanbereich von der Tribüne hinter dem Tor in die Ecken verlegt und die Videoüberwachung ausgeweitet. 

Ermittlungen wegen Pyrotechnik, Körperverletzung und Sachbeschädigung

Sechs Polizeibeamte arbeiten in der Ermittlungsgruppe an der Aufarbeitung der Vorfälle. Ermittelt werden sollen Tatverdächtige, die durch das Zünden und Abbrennen von Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und Rauchbomben den Spielabbruch am Sonntag provoziert haben. Auch andere Straftaten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch seien Gegenstand der Ermittlungen hieß es in der Mitteilung.  

Das Relegationsrückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga zwischen Waldhof und dem KFC Uerdingen war am Sonntag kurz vor dem regulären Spielende beim Stand von 2:1 für Uerdingen abgebrochen worden. Grund dafür waren Rauchbomben, Raketen und Böllerschüsse auf den Tribünen. Das Hinspiel hatte der KFC 1:0 gewonnen. Über die Spielwertung entscheidet das DFB-Sportgericht wohl noch in dieser Woche. 


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