Viele Personalien auf dem Zettel Mission Wiederaufstieg: HSV-Sportvorstand Becker sofort gefordert

Von dpa

Hat als neuer Sportvorstand des HSV viel zu tun: Ralf Becker. Foto: dpaHat als neuer Sportvorstand des HSV viel zu tun: Ralf Becker. Foto: dpa

Hamburg. Ralf Becker plant den Wiederaufstieg des HSV. Einen Wunsch kann er Trainer Christian Titz möglicherweise bald erfüllen.

Nur kurze Zeit im Amt könnte Ralf Becker als neuer Sportvorstand des Hamburger SV seinem Trainer Christian Titz gleich den ersten Wunsch erfüllen. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatt" soll Aaron Hunt seinen Vertrag trotz des Abstiegs aus der Fußball-Bundesliga bis 2020 verlängern. Vom Verein gab es am Dienstag keine Bestätigung. Der 31 Jahre alte Offensivspieler wäre der zweite wichtige Spieler für Titz nach Mittelfeldmann Lewis Holtby, der beim Projekt sofortiger Wiederaufstieg mithelfen soll.

Leistungsträger des HSV: Lewis Holtby (links) und Aaron Hunt. Foto: dpa

Hunt und Holtby passen zu Beckers Vorstellung von einer funktionierenden Mannschaft in der 2. Bundesliga. „Du brauchst eine gute Mischung", hatte der 47-Jährige am Montag bei seiner offiziellen Präsentation in der Hansestadt gesagt. „Es ist toll, wenn junge Spieler integriert werden. Aber es ist genauso wichtig, wenn du Spieler hast, die diese jungen Spieler führen." Hunt und Holtby sind solche Führungsspieler.  

Viel Zeit zum Eingewöhnen hat Becker nicht, um seine Aufgabe(n) zu erfüllen. Er muss einkaufen, verkaufen, gestalten – und vor allem reden. Sein wichtigster Gesprächspartner dabei: Trainer Titz. „Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das hier gemeinsam hinbekommen", meinte Becker, der Titz schon als Coach nach Kiel holen wollte.

Vertragsverlängerungen und Verkäufe

Zu den Personalien, die bei Becker oben auf der Agenda stehen, zählt auch die Vertragsverlängerung mit Kapitän Gotoku Sakai. Dazu ist als Zugang Christian Fassnacht vom Schweizer Meister Young Boys Bern im Gespräch. Bislang hat der HSV den 21 Jahre alten Abwehrspieler David Bates von den Glasgow Rangers, Sturm-Talent Manuel Wintzheimer (19) vom FC Bayern und den Lauterer Christoph Moritz (28) für die neue Saison geholt.

Wesentlich länger ist da die Verkaufsliste, die Becker abzuarbeiten hat: Unter anderen Kyriakos Papadopoulos, Bobby Wood, Andre Hahn, Filip Kostic, Albin Ekdal, Wallace und die bisherigen Leihspieler Pierre-Michel Lasogga und Alen Halilovic sollen von der Gehaltsliste der finanziell nicht üppig ausgestatteten Hanseaten gestrichen werden oder/und – wenn möglich – noch einiges an Ablösesumme einbringen.

Dass Becker in der Lage ist, aus wenig viel zu machen, hat er schon als Sport-Geschäftsführer des Zweitliga-Dritten und Fast-Aufsteigers Holstein Kiel bewiesen. Doch der HSV ist eine andere Dimension in fast jeder Hinsicht. Holstein war in der vergangenen Saison der Jäger, der Hamburger SV wird von August an der Gejagte sein. Die Ansprüche in der Hansestadt sind hoch, der Druck ist gewaltig. Dazu kommen die vielen Nebendarsteller in und um den Verein, mit denen Becker umgehen muss.

Volle Rückendeckung

Erst einmal hat der ehemalige Profi die volle Rückdeckung des allmächtigen Vorstandschefs Bernd Hoffmann. „Zum Glück gibt es bei uns eine ganz klare Zuständigkeit, es gibt einen Verantwortlichen für den sportlichen Bereich. Und das ist Ralf Becker", sagte der 55-Jährige, der auch (ehrenamtlicher) Präsident des Gesamtvereins ist.

Eine Botschaft, die auch an Bernhard Peters gerichtet war. Der für seine Erfolge als Nachwuchschef geschätzte 58-Jährige hatte sich selbst als Sportvorstand ins Gespräch gebracht. Nun wurde ihm Becker als Chef vorgestellt. Das Gespräch mit Peters hat für Becker erst einmal nicht die oberste Priorität: Er will zuerst weiter das Gespräch mit dem Trainer suchen. „Alle anderen internen Themen sind in den nächsten Tagen an der Reihe."