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Für wen wird es noch eng? Diese Stars fehlen bei der Fußball-WM in Russland

Von Johannes Giewald

Bitterer Zeitpunkt: Brasiliens Dani Alves verletzte sich wie eine Reihe anderer Stars kurz vor der Weltmeisterschaft in Russland. Foto: imago/ZUMA PressBitterer Zeitpunkt: Brasiliens Dani Alves verletzte sich wie eine Reihe anderer Stars kurz vor der Weltmeisterschaft in Russland. Foto: imago/ZUMA Press

Osnabrück. Die einen haben Pech, weil sie sich kurz vorher schwer verletzen. Andere werden trotz guter Leistungen im Verein nicht berücksichtigt. Bei der Fußball-WM in Russland ist eine Reihe an Stars nicht dabei.

Dani Alves (Brasilien)

Die Selecao muss auf seinen Routinier auf der rechten Abwehrseiten verzichten. Dani Alves verletzte sich im französischen Pokalfinale mit Paris Saint-Germain am Knie.

Dani Alves (Mitte, hier gegen Timo Werner und Toni Kroos) von Paris Saint-Germain verletzte sich schwer am Knie. Foto: Witters

Dimitri Payet (Frankreich)

Untröstlich in Lyon: Im Europa-League-Finale gegen Atlético Madrid zog sich der Mittelfeld-Spieler von Olympique Marseille eine Muskelverletzung zu. Das Finale ging verloren, die WM muss ohne den französischen Star der EM 2016 stattfinden.

Dimitri Payet verließ unter Tränen im Europa-League-Finale den Platz. Foto: imago/PanoramiC

Laurent Koscielny (Frankreich)

Minutenlang war das Rückspiel im Europa-League-Halbfinale zwischen Arsenal und Atlético Madrid unterbrochen. Arsenals Innenverteidiger Laurent Koscielny hatte sich das Knie verdreht. Er fehlt sechs Monate und damit auch den Franzosen bei der WM. 

Arsenals Laurent Koscielny verletzte sich im Spiel gegen Atlético Madrid schwer. Foto: imago/Alterphotos

Alex Oxlade-Chamberlain (England)

Ebenfalls im Europapokal-Halbfinale verletzte sich Liverpools Alex Oxlade-Chamberlain so schwer, dass er nicht nur das Champions-League-Finale gegen Real Madrid, sondern auch die WM in Russland für die Three Lions verpasst. 

Saison- und WM-Aus: Alex Oxlade-Chamberlain ist erst in der nächsten Saison wieder fit. Foto: imago/Xinhua

Serge Gnabry (Deutschland)

Für den Wirbelwind von der TSG Hoffenheim kam im April die bittere Diagnose: Muskelbündelriss im Adduktorenbereich. Damit war nicht nur die Zeit in Hoffenheim (ausgeliehen vom FC Bayern) beendet, sondern auch die Träume, erstmals zur WM zur fahren. 

Serge Gnabry muss wegen einer Muskelverletzung passen. Foto: dpa

Lars Stindl (Deutschland)

Trotz mäßiger Saison wäre sicherlich auch Confed-Cup-Sieger Lars Stindl eine Option für Jogi Löw gewesen. Auf Schalke verletzte sich der Gladbacher Stürmer aber so schwer, dass er nicht nominiert werden konnte. 

Schluss für Lars Stindl: Der Stürmer fällt aus. Foto: dpa

Emre Can (Deutschland)

Auch Emre Can steht dem deutschen Kader nicht zur Verfügung. Der Mittelfeldmann vom FC Liverpool war für Löw gesundheitlich "eine zu große Unbekannte". Seit März hat Can mit einer Rückenverletzung zu kämpfen. Eine Genesung ist zwar in Aussicht  im Champions-League-Finale wurde er eingewechselt – aber im Kader von Löw fand Can dennoch keinen Platz.

Eine Rückenverletzung lässt Emre Cans WM-Teilnahme platzen. Foto: Witters

Fabio Coentrao (Portugal)

Der zweimalige Champions-League-Sieger Fabio Coentrao fehlt im portugiesischem Aufgebot. Der 30-Jährige (von Real an Sporting Lissabon ausgeliehen) hatte bereits vor der Nominierung mitgeteilt, dem Nationalteam nicht zur Verfügung zu stehen, da er sich für das Turnier in Russland nicht fit genug fühle.

Fabio Coentrao hat sich abgemeldet. Foto: Witters

Alexander Kokorin (Russland)

Besonders tragisch kommt die Verletzung für einen, der eine Heim-WM gespielt hätte. Alexander Kokorin von Zenit St. Petersburg zog sich im März einen Kreuzbandriss zu. Der Stürmer (Zenit St. Petersburg, 48 Länderspiele) fällt genauso aus wie Innenverteidiger Wiktor Wassin von ZSKA Moskau.

Unter Tränen wird Alexander Kokorin vom Platz gebracht. Mit einem Kreuzbandriss kann der Russe die Heim-WM nicht spielen. Foto: imago/MB Media Solutions

Wettlauf gegen die Zeit: Für diese Spieler wird es eng

Neymar (Brasilien)

Der 222-Millionen-Mann von Paris Saint-Germain laboriert seit Februar an einer Fußverletzung und hat seither kein Spiel gemacht. Trotzdem wurde er nominiert, die Hoffnungen seines Heimatlandes liegen auf dem 26-Jährigen. Schon 2014 war die Heim-WM nach einem Wirbelbruch für ihn vorbei.

Weltstar Neymar bangt um die WM. Der 26-Jährige ist am Fuß verletzt. Foto: Witters

Manuel Neuer (Deutschland)

Der Torwart ist im vorläufigen Kader und stellt im Trainingslager in Eppan seine Tauglichkeit unter Beweis. Ob er für die WM als Nummer eins eine Option ist, muss er in den Testspielen beweisen.

Wieder am Ball, aber noch nicht sicher bei der WM dabei: Manuel Neuer. Foto: dpa

Michy Batshuayi (Belgien)

Die BVB-Leihgabe aus London wurde im Derby gegen Schalke vom Platz getragen. Batshuayis Diagnose: Bänderriss im Sprunggelenk. Belgien gibt Pfingstmontag seinen Kader bekannt.

Michy Batshuayi: Der Batsman will mit zur WM, die Zeit wird knapp. Foto: Witters

Kingsley Coman (Frankreich)

Der Flügelstürmer vom FC Bayern fehlt der Équipe Tricolore ebenfalls. Nach seinem Syndesmosebandriss ist er zwar wieder im Teamtraining, für die WM aber wohl keine Option für Trainer Didier Deschamps. Er steht nur auf der Reserveliste.

Zurück im Teamtraining, bei Frankreich aber nur auf der Reserveliste: Kingsley Coman. Foto: Witters

Gilfy Sigurdsson (Island)

Wie Brasilien bangt auch Island um seinen besten Spieler. Sigurdsson hat seit einer Knieverletzung im März nicht gespielt. Der Ex-Hoffenheimer steht mit großem Fragezeichen im erweiterten Kader.

Russland oder Reykjavik? Gylfi Sigurdsson ist noch nicht sicher bei der WM dabei. Foto: Witters

Nicklas Bendtner (Dänemark)

Der Angreifer, der am Wochenende im Spiel seines norwegischen Clubs Rosenborg Trondheim ausgewechselt worden war, hat sich offensichtlich doch nicht ganz so schwer verletzt. „Das Ergebnis des Scans war positiver als wir erwartet haben", sagte Hareide im Trainingslager der Dänen in Helsingør. Die Untersuchungen hätten eine Verletzung in der Leistengegend ergeben. 

Fährt der Lord mit nach Russland? Nicklas Bendtner hat sich kurz vor dem Turnier in der Leistengegend verletzt. Foto: Witters

Nicht berücksichtigt: Die Spieler haben kein Platz im Kader

Zlatan Ibrahimovic (Schweden)

Der schwedische Verband nimmt die selbsternannte Gottheit nicht mit nach Russland. Der Star von LA Galaxy macht daraus sogar eine Werbekampagne mit einem Kreditkartenanbieter. Ibrahimovic (36) hat seit 2001 in der schwedischen Nationalmannschaft gespielt.

Zlatan Ibrahimovic ist bei der WM nicht dabei. Foto: Witters

Joe Hart (England)

75 Mal stand Englands Joe Hart zwischen den Pfosten der Three Lions. Gareth Southgate, Teammanager der englischen Nationalmannschaft, ersetzt den 31-Jährigen durch drei jüngere Keeper: Jordan Pickford (24, FC Everton) und Jack Butland (25, Stoke City) wohl auf Nick Pope (26, FC Burnley).

Torwart Joe Hart ist nicht mehr im Team der Three Lions. Foto: Witters

Radja Nainggolan (Belgien)

Mit AS Rom kam Mittelfeldspieler Radja Nainggolan bis ins Champions-League-Halbfinale. Eine wichtige Rolle könne man ihm im belgischen Team nicht geben, sagte Trainer Roberto Martínez und ließ den Bad Boy zu Hause. Der reagierte prompt mit einem Rücktritt aus dem Team.

Nicht nominiert: Radja Nainggolan (Belgien). Foto: Witters

Alexandre Lacazette, Adrien Rabiot, Aymeric Laporte und Anthony Marital (Frankreich)

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps ließ einige Stars aus Topvereinen zu Hause oder setzte sie nur auf die Reserveliste. Alexandre Lacazettes 14 Premier-League-Tore reichen nicht aus, um sich für den Kader zu qualifizieren. Adrien Rabiot überzeugte zwar bei Paris Saint-Germain, nicht aber den Nationaltrainer. Absagen gingen auch nach Manchester: Aymeric Laporte, für den City 65 Millionen Euro auf den Tisch legte, ist nicht dabei, genau wie Stürmer Anthony Martial vom Stadtrivalen United.

Anthony Martial (links) und Alexandre Lacazette spielten im November noch gegen Deutschland. Bei der WM fehlen sie. Foto: Witters

Karim Benzema und Franck Ribéry (Frankreich)

Ein Rückblick: Karim Benzema (Real Madrid) und Franck Ribéry (Bayern München) gehören sicher immer noch zu den besten französischen Fußballspielern. Benzema spielt seit einem Erpressungsskandal gegen Mitspieler Matthieu keine Rolle mehr in der Équipe Tricolore. Franck Ribérys Ansehen ist in Frankreich seit der Beteiligung an mannschaftsinternen Querelen und einer Sex-Affäre auch enorm ramponiert. 2014 sollte er aber dennoch mitfahren, musste aber wegen einer Verletzung passen und beendete in der Folge seine Karriere in der Nationalmannschaft.

Spielen in Frankreich schon lange keine Rolle mehr: Karim Benzema (links) und Franck Ribery. Foto: Witters

Mario Götze, André Schürrle, Benedikt Höwedes (Deutschland)

Drei Weltmeister bleiben zu Hause: Götze und Schürrle kamen trotz einiger Lichtblicke in Dortmund in den letzten beiden Jahren nicht ausreichend in Fahrt, womit sie ihr WM-Ticket verspielten. Benedikt Höwedes wurde in Turin in der vergangenen Saison durch Verletzungen zu oft zurückgeworfen, die Konkurrenz auf seiner Position ist in der Nationalmannschaft zu groß. Auch Shkodran Mustafi vom FC Arsenal wurde nicht berücksichtigt.

Flanke Schürrle, Tor Götze: Was in Rio zum Titelerfolg führte, wird es in Russland nicht geben. Foto: Witters