Zwei Plakate grüßen Barletta Fünfter Sieg in Serie: „Ersatztorwart“ Fischer schießt Lotte zum Sieg

Von Benjamin Kraus | 23.09.2011, 19:55 Uhr

Keine Punkte für Angelo Barletta bei seiner Rückkehr nach Osnabrück: Mit seiner TuS Koblenz konnte der Ex-VfL-Innenverteidiger bei den Sportfreunden Lotte, Tabellenführer der Fußball-Regionalliga West, eine verdiente 1:2-Niederlage nicht verhindern. Gefreut hat er sich hinterher trotzdem.

„Da haben zwei extra ein Plakat für mich gemalt, viele Leute haben mich freundlich begrüßt“, so Barletta, der abgeklärt spielte, aber die Gegentore nicht verhindern konnte.

Den Führungstreffer besorgte die Offensive: Michael Hohnstedt mit einem öffnenden Pass – wobei TuS-Rechtsverteidiger Kerim Arslan den Ball unterlief –, Marc Lorenz mit flacher, scharfer Hereingabe hinter die Abwehr und natürlich Marcus Fischer, der per Grätsche den Ball aus fünf Metern unter die Latte hämmerte. „Meine Aufgabe ist es eben, Tore zu machen“, sagte der Stürmer nach dem fünften Sieg in Serie.

Das zweite Tor fiel kurz nach der Pause, als Christian Schlösser eine Ecke hinter den zweiten Pfosten schlug, wo André Wiwerink den Ball scharf machte und für David Czyszczon servierte. Eine Innenverteidiger-Co-Produktion per Kopf zum 2:0.

Die Sportfreunde benötigten wie so oft eine Viertelstunde, um körperlich und geistig in die Partie zu finden. „Hier haben Präzision und Qualität gefehlt“, sagte SFL-Coach Maik Walpurgis. Durch Zweikampfhärte kauften die Gastgeber den jungen Koblenzern aber nach und nach den Schneid ab. Die kombinierten zwar gefällig, konnten jedoch nie durch spielerische Mittel in die gefährliche Zone vordringen. Das schönste Tor des Tages schoss trotzdem die TuS: Aus über 30 Metern zog Michael Stahl, als Weitschuss-Ass bekannt von seinem 61-Meter-Treffer gegen Hertha BSC im DFB-Pokal in der letzten Saison, einfach ab – und der Ball schlug im linken Knick ein. Unhaltbar für Lottes Keeper Bastian Görrissen, trotz der Distanz, da sich der Ball fies senkte und spät nach außen wegdrehte (56.).

Hätte sich Görrissen übrigens verletzt, wäre Fischer mangels eines nominellen Ersatztorhüters ins Lotter Tor gegangen. „Er kennt sich ja im Strafraum aus“, scherzte Walpurgis, stellte aber klar, dass Lotte nach der Verletzung von Stephan Tantow den Markt nach einem Keeper absucht.

SF Lotte: Görissen – Grieneisen, Czyszczon, Wiwerink, Hohnstedt – Gorschlüter, Zinke – Liesenfeld, Schlösser, Lorenz – Fischer. – Tore: 1:0 Fischer (22.), 2:0 Czyszczon (47.), 2:1 Stahl (55.). – Zuschauer: 1047.