Sportfreunde wollen heute beim Tabellenführer Zählbares holen Trainer setzt auch in Mainz auf Hohnstedt

Von Carsten Richter | 02.09.2011, 14:02 Uhr

Nur vier Tage nach dem grandiosen 6:0-Kantersieg gegen Fortuna Köln geht die Reise der Sportfreunde Lotte heute wieder zu einer Bundesliga-Nachwuchstruppe. Bei der U 23 des FSV Mainz 05 (14 Uhr, Bruchwegstadion) will die Walpurgis-Elf beweisen, dass die Galavorstellung keine Eintagsfliege war. Dabei gilt es wieder eine ähnlich souveräne Leistung abzurufen und das neue Selbstbewusstsein erneut in drei Punkte umzumünzen.

Sicherlich ist heute auch Michael Hohnstedt mit von der Partie, wenn es im früheren Bundesligastadion der Mainzer (Fassungsvermögen: 18000 Zuschauer) so richtig zur Sache geht. Der 23-jährige Youngster beackert seit seiner Verpflichtung die linke Außenbahn und fühlt sich in Lotte bereits wohl. „Ich fühle mich sogar pudelwohl hier, denn ich bin ja ein Junge aus der Region, und von daher ist es eine tolle Sache, wieder in der näheren Heimat spielen zu können“, sagt er.

Hohnstedt stammt gebürtig aus Ostercappeln. Vorübergehend zog es ihn zu Arminia Bielefeld und zum VfB Lübeck, ehe er ans Lotter Kreuz wechselte. Mittlerweile wohnt er mit seiner Freundin im nordrhein-westfälischen Espelkamp und pendelt die Fahrten zum Training und zu den Spielen: „Es sind rund 40 Minuten Fahrtzeit. Doch bislang geht das alles noch ganz gut. Auf Dauer muss ich aber mal sehen, ob ich mir in Lotte nicht eine kleine Wohnung nehme. Das ist aber noch Zukunftsmusik, weil ich auch die weitere Entwicklung abwarten will.“

Sein neuer Arbeitgeber war ihm allerdings auch vor seiner Verpflichtung durchaus bekannt, wie er sagt. „Klar kannte ich den Verein. Aber ich hatte mir nie größere Gedanken gemacht, weil ich damals ja immer woanders unter Vertrag stand. Aber ich habe beispielsweise mit den Bielefelder Amateuren in der Oberliga schon gegen Lotte gespielt, und von daher war mir der Klub schon geläufig. Und selbst zu Oberligazeiten war schon abzusehen, dass der Verein in der Zukunft noch Großes vorhaben würde.“ Außerdem kannte der 1,82 Meter große Abwehrstratege mit Marc Lorenz, Marcus Fischer und Henning Grieneisen bereits aus früheren Zeiten drei Spieler, die jetzt im aktuellen Lotter Kader zu finden sind, häufig mit ihm gemeinsam in der Startelf.

Wie fast alle anderen Spieler auch ist Michael Hohnstedt Vollprofi und beschäftigt sich ausschließlich mit dem runden Leder. Eine Art Nebenjob hat er somit nicht, auch wenn der Verein seinen Spielern die Gelegenheit dazu gibt. „Ich richte meine volle Konzentration auf den Fußball aus. Jede andere Beschäftigung würde mich nur ablenken und stören. Schließlich haben wir hier ja auch unsere Ziele, und die erreicht man nicht, wenn man sich zu großen Teilen mit anderen Sachen beschäftigt.“

Daher schmiedet der Neuzugang auch noch keine großen beruflichen Zukunftspläne, sondern will sehen, „was sich so ergibt“. Nun will er sich erst einmal dafür revanchieren, dass er in Lotte seine neue Heimat gefunden hat: „Ich freue mich, hier spielen zu dürfen. Ich wurde vom gesamten Verein sehr gut und herzlich aufgenommen. Ich gebe immer alles im Training und hoffe, dass ich möglichst oft spiele, damit ich etwas von dem in mich gesetzten Vertrauen zurückzahlen kann.“ Bislang ist ihm das jedenfalls gelungen.