Sportfreunde Lotte gegen Alemannia Aachen Nach Lottes 0:0 trennt sich Aachen vom Trainer

Von Michael Jonas | 05.12.2015, 18:15 Uhr

Der Paukenschlag folgte in der Pressekonferenz: Nach dem 0:0 gegen die Sportfreunde Lotte gab Alemannia Aachens Trainer Christian Benbennek die Trennung von dem Traditionsverein bekannt.

Ausschlaggebend war das 0:6 vor einer Woche bei Viktoria Köln. „Ich habe so etwas schon geahnt“, sagte Lottes Coach Ismail Atalan. „Für uns war das natürlich schwer. Aachen hat noch einmal richtig Gas gegeben. Das hat man gemerkt. Deswegen können wir mit dem Punkt gut leben“, ergänzte der 35-Jährige.

Lotte beendet die Hinrunde der Regionalliga West auf Platz eins. Zwei Spiele stehen noch auf dem Programm. Am Dienstag bei den Sportfreunden Siegen im Drittrundenspiel des Westfalenpokals, und am Sonntag, dem 13. Dezember, bei der U 23 von Schalke 04, die Viktoria Köln mit 2:1 besiegte. Lotte (38 Punkte) führt mit zwei Zählern vor Borussia Mönchengladbach II (36), das 3:0 in Ahlen gewann. Dritter ist die SG Wattenscheid 09 (32), die 0:0 in Rödinghausen spielte vor RW Oberhausen (32/1:1 gegen Verl).

Benbennek gab die Entscheidung in ruhigen Worten bekannt. Innerlich sei er aber aufgewühlt. „Wir hatten einen Zickzackkurs, die Leistungen waren zu schwankend. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo wir in dieser Woche gemeinsam erkannt haben, dass es eine Dynamik in der Mannschaft gibt, die so nicht gut ist. Am Ende geht es um Alemannia Aachen. Dieser Verein hat es verdient, maximalen Erfolg zu haben. Das haben wir in dieser Konstellation nicht hinbekommen. Es ist das Beste, die Zusammenarbeit zu beenden. Ich wünsche dem Verein, dass es in der Zukunft ganz viele Erfolge gibt.“

Auch Atalan wünschte Aachen alles Gute. „Ich möchte an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen. Wir sind hier ganz super aufgenommen worden. Die Alemannia hat vor der Saison sehr gute Arbeit geleistet. Man hat heute gesehen, welche Qualität die Mannschaft hat. Gegen Aachen 0:0 zu spielen, ist schwer. Deswegen war das Unentschieden heute ein Punktgewinn für uns“, betonte der Lotter Coach. Es sei ein Phasenspiel gewesen.

„Wir hatten brenzlige Situationen zu überstehen. In der ersten Halbzeit haben wir keinen Zugriff bekommen. In der zweiten Hälfte wollten wir mit Kevin Freiberger mehr Druck machen. Wir haben auf jeden Fall ein tolles 0:0 und zwei Spitzenmannschaften gesehen, die der Regionalliga gut tun. Man kann nicht auf Knopfdruck gewinnen. Wir müssen noch mehr arbeiten, dann wird´s besser.“

Besser hätte es werden können, wenn der starke Bernd Rosinger wenigstens eine seiner zwei guten Kopfballmöglichkeiten verwertet hätte. Auf der anderen Seite hatte auch Aachen durch Fabian Graudenz eine große Kopfballchance. Das Unentschieden war gerecht. Lotte möchte als Wintermeister in die Pause gehen. Das wird schwer genug. In Aachen haben die Sportfreunde auf jeden Fall gezeigt, dass sie zu Recht an der Spitze der Tabelle stehen. Für das Atalan-Team war das 0:0 wichtig, für Aachen an diesem Samstag nur eine Randerscheinung. Die Trennung von dem Trainer stand schon vor dem Spiel fest.

Alemannia-Sportdirektor Alexander Klitzpera äußerte sich noch zu der Trennung von Benbennek: „Christian Benbennek hatte große Ziele mit diesem Verein und mit dieser Mannschaft. Er ist ein erfolgsbesessener und leidenschaftlicher Fußball-Lehrer. Drei Monate hat er mit der Mannschaft ausgesprochen erfolgreich gearbeitet, bis die Mannschaft in die Ergebniskrise geriet. Auch das Team steht jetzt in der Pflicht, diese Fehlentwicklungen auf dem Spielfeld zu korrigieren.“ Das 0:0 war sicherlich ein Schritt dorthin, aber letztlich interessierte das 0:0 keinen bei der Alemannia.

 Lotte spielte in folgender Aufstellung: Fernandez – Langlitz, Nauber, Rahn, Siegert (85. Frank) – Hettich (62. Freiberger), Dej, Wendel – Granatowski, Rosinger (88. P. Schmidt), Al-Hazaimeh.