Splitter zum DFB-Pokal-Duell Die zwei Seiten des besonderen SF-Lotte-Trainers Ismail Atalan

Von Christian Detloff, Annalena Klein und Michael Jonas | 09.02.2017, 00:40 Uhr

„Mir fehlen die Worte“, sagte Hans-Ulrich Saatkamp nach dem 2:0-Sieg über 1860 München als Vorsitzender von DFB-Pokalschreck Sportfreunde Kein Wunder, mischte sich das Überwältigtsein vom erneuten Triumph mit einer nachvollziehbaren Müdigkeit – nach einer besonderen Aktion am Vormittag. Splitter zum erneuten Lotter Coup im Achtelfinale.

 Fleißige Helfer: Mehr als 100 Fans der Sportfreunde und ebenso alle Geschäftsstellen-Mitarbeiter, der Vorsitzende Hans-Ulrich Saatkamp und allen voran Obmann Manfred Wilke halfen nach den starken Schneefällen, den Rasen, die Tribünen und die Zufahrtswege zum Frimo-Stadion von der weißen Pracht zu befreien. Viele von ihnen hatten einen Schneeschieber mitgebracht. SF Lotte hatte dazu am Morgen über Facebook aufgerufen. Sogar die Nachrichtenagentur dpa und die Bild berichteten ausführlich von der Gemeinschaftsaktion. Am späten Mittag war die bis zu acht Zentimeter hohe Schneedecke vom Rasen abgetragen. Der Lohn: Um 17 Uhr entschied Schiedsrichter Christian Dingert nach der Platzvisite: Es kann gespielt werden. Der erschöpfte Saatkamp sagte vor dem Anpfiff: „Eigentlich müsste ich jetzt ins Bett – zum Schlafen wäre ich aber eh zu nervös.“

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 Choreografie: Vor dem Anstoß schwenkten zahlreiche Lotter Fans blaue Fahnen. Ein hübscher Blickfang, wenn auch weniger aufwendig als zuvor angekündigt. Immerhin: Die gemeinsame Performance funktionierte besser als vor dem Derby gegen den VfL Osnabrück.

 Geldstrafe droht: Vor dem Anpfiff feuerten Chaoten von 1860 München Leuchtraketen und zwei laute Böller ab. Der Gästeklub dürfte also in Kürze vom DFB zur Kasse gebeten werden.

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 VfL pro Sportfreunde: Uwe Brunn, Vizepräsident des VfL Osnabrück, machte vor Spielbeginn im Stadion aus seinen Sympathien keinen Hehl: „Ich drücke Lotte die Daumen. Ich war drei Jahre als Torwarttrainer hier. Die Leute waren supernett zu mir.“

 Macht der Gewohnheit: Erst weit nach Anstoß konnten die letzten Fans die Stehplatzbereiche betreten. Das enge Zusammenrücken ist in Lottes Rund im Ligaalltag nicht nötig und muss offenbar noch geübt werden.

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 Typisch Lottes Trainer: Eine Minute, nachdem Lotte in Front gegangen war, misslang den Sportfreunden ein Angriff. Wild fuchtelte Ismail Atalan unzufrieden mit den Armen. Der Ehrgeiz des Trainers ist halt nicht so leicht zu befriedigen. Außerhalb der Spiele ist der Coach aber ein ausgeglichener Zeitgenosse – und ruhiger: „Ich bin keiner, der gerne feiert und im Mittelpunkt steht. Wenn ich zuhause mit meiner Familie sitze, dann ist das für mich so wie für meine Spieler, wenn sie in die Disko gehen.“

 Tücken der Technik: Eigentlich stand es 2:0, als die Anzeigetafel nach 68 Minuten plötzlich ein 0:0 anzeigte. Grund war ein rasch behobener Absturz.

 Hauch von Super Bowl: Die Lotter Cheerleader zeigten in der Pause ihr akrobatisches Können – ungewöhnlich für Fußball, aber bei den Blau-Weißen Tradition. Trotz eisiger Temperaturen zogen die Blue Sparks ihre Performance professionell durch.