Live-Übertragung in der ARD Findet das Viertelfinale des DFB-Pokals nicht in Lotte statt?

Von Michael Jonas, Michael Jonas | 09.02.2017, 13:16 Uhr

Viel Anerkennung ernteten die Sportfreunde Lotte nach ihrem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokal. Nach dem 2:0 gegen Zweitligist 1860 München wartet nun mit Borussia Dortmund eine weitere attraktive Aufgabe.

Die Berichterstatter überboten sich in Superlativen. „Donnerlottchen“, titelte die Bild-Zeitung. „Der Schnee bot mehr Gegenwehr als 1860“, hob der „Kicker“ hervor. „Völlig unterlegen beim Drittligisten“, vermeldete die Süddeutsche Zeitung online.

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Der Respekt vor der Leistung der Sportfreunde Lotte nach dem 2:0-Sieg gegen 1860 München und dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokal wird in allen Berichten deutlich. Jetzt kommt mit Borussia Dortmund ein weiterer attraktiver Gegner. Die Partie findet am 28. Februar statt und wird in der ARD ab 20.45 Uhr live übertragen . Ob sie in Lotte ausgetragen wird, steht noch nicht fest. Aufgrund des zu erwartenden hohen Medienaufkommens könnte auch ein anderes Stadion in Frage kommen. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber auswärts sind wir nicht die schlechtesten“, meinte Lottes Obmann Manfred Wilke. Der Tausch des Heimrechts ist im Pokal nicht möglich. Ins Frimo-Stadion passen 10 000 Zuschauer. Der DFB prüft Mitte der nächsten Woche, ob die hohen Produktionsstandards, die aufgrund der Live-Übertragung im Free-TV gewährleistet werden müssen, und die Sicherheitskriterien in Lotte gegeben sind. Wie die Pressestelle des Verbandes weiter ausführte, sei der DFB optimistisch, dass im Frimo-Stadion gespielt werden kann Der DFB, der Verein und die Medien hätten ein Interesse daran, dass die Pokalpartie in Lotte stattfinden kann. Der Klein-Groß-Charakter werde geschätzt und sei Wesen des Pokals.

Atalan: Nicht chancenlos

Während Lottes Trainer Ismail Atalan von einer Aufgabe spricht, „in der wir nicht chancenlos sind“, sieht Wilke die Auslosung wie gewohnt nüchtern. „Das ist ein Fußballspiel, eine realistische Aufgabe.“ Wer die Bundesligisten Werder Bremen (2:1) und Bayer Leverkusen (4:3 im Elfmeterschießen) aus dem Pokal wirft, muss sich auch vor dem BVB nicht fürchten. Vor diesem Hintergrund war das 2:0 gegen den TSV 1860 München ein normales Ergebnis. „Nach dem Leverkusen-Spiel bin ich total ausgetickt. Heute stand ich Abpfiff auf dem Platz, die Hände in den Hüften und habe still genossen. Mir tun die Sechziger leid“, meinte Lottes Torwart Benedikt Fernandez, der früher in Leverkusen spielte. „Es fühlt sich leider selbstverständlich an“, kommentierte der starke Mittelfeldspieler Andre Dej das Ergebnis ohne Überheblichkeit.

Spaß in Lotte

Auch Wilke nahm Sieg und Los gelassen zur Kenntnis. „Die Leute wollen ihren Spaß haben. Den haben sie bei uns gefunden. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Spiel am Samstag gegen Holstein Kiel.“ Kein Verständnis hatte der Obmann für das Verhalten des Zweitligisten gegen Ende der Partie. „Am Anfang waren die nicht schlecht. Aber zum Schluss kam der Frust dazu.“ Wilke meinte die Szene in der Nachspielzeit, als sich Ribamar zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und vom Platz flog.

Lotte steckt einen Teil seiner Einnahmen, die bisher bei über zwei Millionen Euro liegen, in die Infrastruktur. „Wir müssen sicherlich etwas mit unserem Rasen machen. Viele sagen, er sei desolat. Es kommt eine Rasenheizung dazu. Das kostet bestimmt eine Million“, rechnet Wilke vor.

Angetan war der Obmann von der Aktion, die eine Bespielbarkeit des Platzes möglich machte. „Das war schon ein Erlebnis, innerhalb einer so kurzen Zeit so etwas auf die Beine zu stellen. Es zeigt, dass bei uns alle an einem Strang ziehen. Die Leute sind ja im Dauerlauf zu uns gekommen und haben ihre Schneeschieber mitgebracht. Das wäre vor fünf, sechs Jahren so nicht möglich gewesen“, dankte Wilke noch einmal allen Helfern, die den Rasen Stunden vor dem Spiel von Schnee geräumt hatten.